Hinreise nach Marokko mit dem Zug bis Genua und mit dem Schiff nach Tanger Med.
Rückfahrt mit den E-Bikes von Tarifa durch Spanien, Frankreich nach Deutschland


Zeichnung: Inga Ortmann-Röpke 


Frankreich-/Schweiz-/Deutschlandkarte mit Radroute (zur Vergrößerung aufs Bild klicken)


Spanien / Frankreichkarte mit Radroute (zur Vergrößerung aufs Bild klicken)


Samstag, 1.Juni bis Montag, 3.Juni 2024

ca. 50 km 

Am Samstag fahren wir zu unseren Freunden Angelika und Muhsin nach Riehen bei Basel in die Schweiz. 
Sie sind am Tag vorher aus der Türkei gekommen. In Lörrach treffen wir uns vorher mit Angelika in einem Café.  Am Abend ist Fußball angesagt, Dortmund - Real (Finale Champions League).
Am Sonntag gibt es ein schönes Frühstück, und dann satteln wir die Drahtesel. Es regnet nur ganz leicht,  danach wird es trocken.
Nach ca. 25 km, bei einer  kleinen Fotopause, kippt Renés Rad um, und der Bremsgriff für die Vorderradbremse bricht ab, so ein Mist! Am Sonntag hat kein Geschäft auf, und nur mit einer Bremse ist es zu gefährlich! So überlegen wir, eine Unterkunft zu suchen und am nächsten Tag die Bremse - sofern Ersatzteile erhältlich - zu reparieren.  Alternativ entscheiden wir uns,  auch angesichts der furchtbaren Wetterlage in Süddeutschland, die Bahn nach Fürstenfeldbruck zu nehmen. Das ist gar nicht so leicht, durch die Überschwemmungen und den Starkregen fahren die Bahnen nur unregelmäßig und mit Verspätungen. Viele Verbindungen wurden storniert. Unsere Bahnroute: Bad Säckingen -  Tiengen (Hochrhein)- Friedrichshafen - Lindau - Geltendorf - Fürstenfeldbruck!  5x einsteigen mit den schweren Rädern, unsicher, kommen die überhaupt mit? Wir haben Glück, es gibt sehr hilfsbereite Leute! 
Um kurz vor 22 Uhr kommen wir in  Bruck an, und  Helmuts Frau Christiane erfreut uns mit einem warmen Essen und einem Glas Wein!
Es ist schade, dass unsere Tour nun so blöd zu Ende geht, aber wir freuen uns, dass wir nach genau 2 Monaten wieder heil angekommen  sind!

...und ein wenig stolz und dankbar natürlich, dass unsere Räder uns 2982 km zuverlässig und mit wenig Pannen  getragen haben!

VIELEN DANK ALLEN LESERN UND LESERINNEN FÜR EUER INTERESSE!
    

Besuch bei Angelika+Muhsin in der Schweiz


Rheinfelden- Schweizer Seite


Bis Mumpf bei Bad Säckingen hat alles mit den Rädern geklappt!
Dann, mit abgebrochenem Bremshebel an Renes Rad, entscheiden wir uns für die Möglichkeit, sicher und trocken mit dem Zug nach Hause zu kommen :-))


volle Züge- einige Mitreisende haben sich auf den Boden gesetzt


... wir haben gut Lachen! Mit Glück haben wir Züge nach Fürstenfeldbruck bekommen!
 

Freitag, 31. Mai 2024 

Radtour von Mülhausen nach Lörrach: 42 km, 110 hm

Es ist noch eine schöne Tour auf dem EV 15/ EV 6, am Canal Rhône- Rhin ( bei uns heißt er Rhein-Rhône-Kanal)  entlang, an Flüssen mit verschiedenen Namen. Die Landschaft ist etwas hügelig - die Häuser der Orte sehen zunehmend deutscher aus.  Der anfängliche leichte Regen wird kräftiger, doch dann ist es  nur noch bedeckt, und ab und zu ein Sonnenstrahl, danke Petrus!. 
Am Ufer treffen wir viele Angler, deutsche junge Leute befragen wir  zu ihrem Hobby.  Weit verbreitet sind jetzt elektronische Bissmelder, die unterschiedliche Signale  aufs Handy senden, die richtig großen Fänge (Wels über 1 m) setzen sie wieder zurück..
Wir überqueren die Drei-Länder-Brücke  und sind in Deutschland in Weil am Rhein - so schnell geht das ! 
Am späten Nachmittag  wollen wir uns die Stadt ansehen, doch daraus wird nichts: Helmut hat schon die komplette Regenausrüstung an, René nur das Regencape. So stellen wir uns lieber unter, später gehen wir in ein altes ortsansässiges griechisches Lokal in Lörrach! Am Nachbartisch  sitzen zwei junge Frauen, mit denen wir durch unsere neuen Gummihandschuhe !(Regenschutz)  ins Gespräch kommen. Es ist ein richtig netter interessanter Abend!



Mülhausen - Lörrach


wir überqueren wieder einige Brücken, um den EV6/ EV15 am linken und rechten Kanalufer zu folgen


Seen, Kanäle und der Rhein (nicht im Bild) sind unsere Begleiter am heutigen Tag


bei Huningue: Jugendliche üben sich im Kajaksport


Petite Camargue Alsacienne Natur Reservat: hier kreuzen sich mehrere Fernradwege


Petite Camargue Alsacienne Natur Reservat: die Kirschen vom Kanalufer 
sind zwar noch nicht ganz reif, schmecken aber trotzdem gut!


wir blicken von französischer Seite bei Huningue auf den Rhein und sehen am Horizont Basel


wir überqueren die Fußgängerbrücke am Rhein im Dreiländer Dreieck 
und sind nach knappen 2 Monaten wieder in Deutschland!


Weil am Rhein: wie schön, Deutschland gesund und munter wieder erreicht zu haben 


Donnerstag, 30. Mai 2024 

Radtour von Montbéliard nach Mulhouse/ Mülhausen: 55 km, 80 hm aufwärts und 170 hm abwärts

Och nee, da werden ja unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt - schon früh hören wir den Regen pladdern, unsere Regenkleidung muss erneut getestet werden! 
Wir haben ein ausgiebiges  Frühstück,  kein PETIT dejeuner; fertigmachen! der Regen hat aufgehört!  ...doch  kaum sind wir  draußen, geht es wieder los. 
Schnell sind wir auf dem EV 6 , der hier am Rhône-Rhin-Kanal , dem Fluss L'Allan oder einem kleineren Fluss entlang führt. 
 Juhu, wir begrüßen die Sonne! Das gute Wetter bleibt uns eine lange  Zeit erhalten! Die Gegend ist abwechslungsreich, hügelig, mit vielen Bäumen und Buschwerk, am Ufer viel Schilf.  Viele oft weiße Rinder  grasen auf den Weiden , mehrfach  auch Mutterkühe mit ihren Kälbern. 
Wir begegnen vielen Radwanderern, meistens ältere Semester wie wir, aber auch einigen jungen Familien mit kleinen Kindern z.b.  im Anhänger! Helmut kommt mit einer jungen deutschen  Reiterin ins Gespräch, die bis in die Ardèche  mit dem Pferd will und dort einige Zeit arbeiten möchte.
Wir machen an einer Gaststätte  einen Stopp  und sitzen mit zwei  deutschen Radlerpaaren zusammen, die gen Westen unterwegs sind und vom "tollen" Marathon in Hamburg schwärmen. Sie haben alle Quartiere vorgebucht und reisen bis nach Paris.
Die letzten Kilometer passieren wir viele Schleusen im 200 bis  300 m  Abstand, wir zählen 12! Hier müssen gewaltigen Höhenunterschiede von diesem alten  System bewältigt werden - wir überqueren -leider unbemerkt - die Wasserscheide. Durch den Kanal wird die Verbindung von der  Nordsee zum Mittelmeer ermöglicht.
Mulhouse erreichen wir am Nachmittag, nach kleinen Komplikationen beziehen wir unser "Heim".
Später machen wir uns auf den  kurzen Weg in die Innenstadt. mit dem eindrucksvollen Rathaus  und der Evangelischen Kathedrale "Temple Saint Etienne".



Montebiliard - Mülhausen


trotz Regen sind entgegen kommende Radreisende gut drauf :-))


Rhone-Rhein Kanal überquert den Fluss L´ Allan


auch Tagesausflügler sind am Kanal unterwegs


Jana aus Singen mit ihrem Pferd auf dem Weg zur Ardeche


12 Schleusen als „Treppe“ vor Mülhausen, die min.100 Höhenmeter ausgleichen


Familie mit 3 Kindern unterwegs nach Deutschland


... auch diese Gefährte (Liegeräder) überholen wir


Storch bei Futtersuche


Graureiher auf der gegenüberliegenden Kanalseite


Angler aus Freiburg zeigen uns ihre Hightech-Angeln mit Sensoren 
(mit Alarm, wenn Fische gebissen haben- gekoppelt mit einer App)


große Überraschung: unser Schlüsseltresor ist leer!


Rathaus von Mülhausen mit Brunnen


ev. Kathedrale von Mülhausen (Temple Saint Etienne)



Mittwoch, 29. Mai 2024 

Radtour von Besançon nach Montbéliard: 94 km, 340 hm 
plus 8  km Stadtbesichtigung

Heute sind wir in der kleinen Stadt Montbéliard, ca. 40 km vor Mulhouse (Mülhausen).
Wir sind wirklich früh in Besançon losgekommen, erst eine lange Strecke am Fluss Doubs entlang, der im Verlauf viele Stromschnellen ( leider nur künstliche) aufweist. Es geht ganz leicht bergan, manchmal einen Hügel hinauf und hinab. Die Landschaft ist wie der Schwarzwald, links und rechts erheben sich allerdings die  Felswände,  die das Tal begrenzen. Es nieselt leicht, schon in Besançon ziehen wir uns in einem Hausvorbau unsere Regenhosen und Gamaschen an, dabei eine lustige  Begegnung mit zwei erstaunten jungen Mädchen.
Erst ab ca. km 50 zieht auch René seine "Pelerine" über, denn jetzt wird der Regen heftiger. Das ist der Test für unsere Regenklamotten - bestanden!
Wir verlassen den Doubs, fahren am Rhône - Rhin - Kanal entlang, dann am Fluss L'Allan . Viele Schleusen  sind in den Kanal  gebaut. Eine lange Strecke haben wir rechts den Kanal, links geschätzt 8m tiefer den Fluss.  
Im Hotel gibt es eine längere Pause, dann fahren wir als einzigen Besichtigungspunkt in den sehr abwechslungsreich gestalteten Stadtpark mit dem schönen Namen "Parc du Pres-la-Rose". Es gibt ein Labyrinth aus Hecken, eine Übungsbahn für Skater, eine Granitkugel, die auf Wasser läuft, einen Entenpark, verschiedene Kunstobjekte und einiges mehr. Elmüt darf auf einer großen Ameise aus Metall reiten und René auf einer Stubenfliege! :-))

Noch ein Besuch im Restaurant, und dann geht es an die tägliche Aufgabe am PC.  




Besançon nach Montbéliard


Hier gibt es zum erstem Mal zum Mohn auch Kornblumen


am Rhône - Rhein - Kanal entlang


Felsklippen säumen den Radweg


Hinweisschilder über verschiedene Radwege


Hausboote in der Nähe des Dorfes Baumes-les-Dames


Blick auf den Ort Baumes-les-Dames. Im Vordergrund eine künstliche Wassertreppe



Schutz unter einer Brücke bei km 80  - die Lust lässt nach - was machen wir nun?


die Schafe queren den Radweg EV6: Transfer von ihrer Weide zum Stall


das Schloss  Château Montbéliard als Wahrzeichen  der Stadt


hier bangen wir um das Leben des kleinen Steinbocks im Wasser - geschafft! 


 

Dienstag, 28. Mai 2024

René besichtigt Besançon, 
Helmut kuriert seine Erkältung aus und macht nur einen kleinen Einkaufsspaziergang
Bisherige Radtourlänge: > 2700 km ! Es fehlen nur noch 550 km über Basel nach München!

René  hat sich eine Tour für Besançon zusammengestellt, einige Bauwerke wie Kirchen, Theater, Rathaus, und dann viel Zeit für das spezielle Wahrzeichen: Die Zitadelle von Besançon! als "herausragendes Bauwerk des Militäringenieurs   Vauban" ab 1674  bis 1684 durch den Sonnenkönig Ludwig XIV. 
Die  Kirchen sind wie so viele auf der Reise prunkvoll ausgestattet, allerdings lange nicht so überladen wie einige der spanischen Kathedralen.  Beeindruckend sind immer die   gotischen Bögen in der Höhe. Bei schönem Wetter sieht man oft junge Leute auf den Stufen beim Piqué-Nique oder beim Palaver.
Zur Zitadelle geht es hoch auf 364 m - da muss René ganz schön strampeln! Im kostenlosen Teil spielen viele Kinder aus der Grundschule, die einen Ausflug machen. Richtig Zugang erhält man aber erst mit einem Ticket.
Es werden viele Beispiele und Erklärungen der einzelnen Gebäudeteile und der Lebensumstände der Soldaten im 17. Jhdt.gezeigt.
Das Angebot innerhalb ist  ein "Gemischtwarenladen":  Es gibt einen kleinen Zoo mit Kuscheltieren wie verschiedene  Schafe, lebende Beispiele der Entwicklung von Küken vom Ei zur Henne, Vogelvolieren, Aquarien - alles sehr kindgerecht.  Man kann in einem original "Soldatenzimmer"  die  Gegenstände ausprobieren, die Geschichte der Eisenverarbeitung und -gießerei anhand von Beispielen als Beginn der industriellen Revolution  nachvollziehen, Marionetten als politische Satire und zur Erheiterung, Fossilien und Skelette, ausgestopfte Klein- und Großkatzen,  erste  Fotos von1892,  Geschirr  und erste Herde und Töpfe, ein Museum des Widerstands und der Deportation im WK II  (leider wegen Neuaufbau geschlossen) und Vieles mehr...
René verbringt den ganzen Nachmittag hier und gewinnt  u.a. Erkenntnisse über die vererbte Verträglichkeit von Laktose  und die frühe Käseherstellung...
Dank Kommot  findet er den Weg "nach Hause", wo er vor der Tür zwei jungen Frauen aus den USA hilft, Kontakt mit der Vermieterin aufzunehmen (Helmut hat die Telefonnummer), da sie keinenZugang zu ihrer gebuchten Wohnung erhalten haben. 
Ihm geht es zum Glück wieder besser, und morgen soll es weitergehen; hoffentlich spinnt die Wettervorhersage, bitte  keinen Regen!




eine der beiden"großen"Kirchen: Cathedrale St.-Pierre


sehr schön gearbeitete Kapitele der Säulen am Eingangssportal


das Rathaus  "Hotel die Ville",  Freiburg ist die Partnerstadt von Besançon


die noch größere Cathdrale  St.-Jean


eine Seitenkapelle 


der Zugang zu der großen Zitadelle


Blick über die Stadt und den Doubs von der Zitadelle


ein Mann treibt das Tretrad an, um Wasser aus 130 m Tiefe zu befördern






Montag, 27. Mai 2024 

Radtour von Audelange nach Besançon: 50 km, 210 hm 

Wir werden von der Sonne geweckt, haben im Bauwagen sehr gut geschlafen! Es ist etwas eng, aber wir können draußen frühstücken. "Romü" hatte uns am Abend auch Kaffeepads gebracht, René hat sich darüber gefreut! Es gibt zwar oft Kapselautomaten in den Unterkünften, aber keine Kapseln, und für einmal kaufen wir natürlich keine, zumal die Systeme sehr unterschiedlich  sind.
Wir haben viel Zeit, der Weg ist verhältnismäßig kurz, und wir sollen erst um 17 Uhr in die neue Unterkunft in Besançon.

Der exzellente Radweg EV6 führt uns an der Doubs, einem Nebenfluss der Saône, entlang,  später auch am Rhône-Rhein Kanal. Häufig fließen beide nebeneinander her, und der eine fließt lautstark auf großer Länge in den anderen  tieferliegenden über.
Wir passieren mindestens 10 Schleusen, vor denen schon- meistens private - Motorschiffe warten. Die Wartezeiten vor und innerhalb der Schleusen sind sehr lang!  
Beiderseits des Weges werden wir wieder mit viel tüt, tüt, tüt - tirie, tirei, tirie - ziwit, rieee, ziwit - und viel mehr, ordinärem quak, quak begleitet! Da wünschen wir schon, diese Sprache zu verstehen! Aber das meiste heißt wohl: "Du bist so schön, ich will mit dir gehen, schenkst du mir ein Ei, dann bin ich gern dabei!"

In fast allen Ortschaften, die wir passieren, gibt es eine Kirche - leider immer verschlossen. In einem Ort gibt es ein kleines Gebäude mit der Aufschrift "Ecole" - eine kleine alte Schule, wie bei uns- nicht mehr in Betrieb. 

Besançon empfängt uns mit dichtem Verkehr, der unsere volle Aufmerksamkeit fordert. Vor der gesetzten  Zeit kommen wir bei unserer Unterkunft an, der Code für den Schlüsseltresor ist uns bekannt, und wir kommen  schon gegen 14.30 Uhr in die Wohnung, die sehr gut - mit  Waschmaschine! - ausgestattet ist. Da können wir einmal alles zusammensuchen und durchwaschen!
Eine Ruhepause gönnen wir uns auch, René macht gern am Nachmittag mal die Augen zu, und dann verbringen wir einige Zeit mit der Wartung und Pflege unserer Räder.

Noch einmal in den Supermarkt Marché - knapp, er schließt schon um 20 Uhr! 
"Zu Hause" gucken wir die Tagesschau, und dann ist Helmut sanft in Morpheus Arme entglitten ... er hat sich eine Erkältung eingefangen und möchte sie auskurieren.



Audelange: Frühstück auf der Terrasse des Anhängers


Die Tagestour entlang des Kanals bzw Fluß Doubs führt uns oft über kleine Brücken,
von wo man einen schönen Überblick bekommt 


Fluß le Doubs und Rhône-Rhein Kanal hier durch eine Mauer getrennt


nahe Saint Vito: wir begegnen drei Ruderbooten auf dem Weg von Karlsruhe nach ?


Wassertreppe im Fluß "le Doubs"


Helmut würde gerne mit diesem Radler tauschen


Saint Vit: Info-Drehtafel über den Flußverlauf mit dem Inhalt "135 km entlang der Doubs"


nahe Montferrand-le-Chateau:  ... und plötzlich verschwindet der Kanal im Tunnel. 
Der Radweg führt über den Hügel 


Sonntag, 26. Mai 2024

Radtour von Tournus nach Audelange: 104 km,  400 hm

Heute haben wir kein WLAN und das Internet ist sehr schwach. Deshalb nur wenige Fotos übers mobile Smartphone und einen gesprochenen Kommentar...

Da haben wir uns extra den Wecker früh gestellt, weil es bis 14:00 Uhr nicht regnen sollte. Um 8:30 Uhr  wollen wir losfahren,  pünktlich fängt es an zu regnen. Nach 1 Stunde Wartezeit können wir dann doch im Trockenen los.
Ein Drittel der Strecke führt an der Saône entlang. Ab dann geht  es mehr durch Landesinnere, was auch sehr schön ist, weil wir jetzt durch mehrere Ortschaften fahren und etwas mehr vom dörflichen Leben mitbekommen, u.a. verschiedene Stile der Häuser. Wir haben gedacht, dass Fachwerkhäuser nur im Norden und Mitte von Deutschland gebaut worden sind . Doch auch hier in Frankreich gibt es in manchen Dörfern alte Gebäude mit Fachwerk. Viele von ihnen sind stark restaurierungsbedürftig, viele auch schon erneuert und modernisiert. Recht häufig sieht man auch verfallene Häuser, Ruinen. Die Gegend ist hügelig, es gibt keinen Weinbau  mehr, Weizen, Gerste und  Raps werden angebaut. Zunehmend sieht man auch kleine Maispflänzchen, wohl als Folgesaat für abgeerntete Felder.

Bei Kilometer 70 setzen wir uns für eine Esspause in ein Buswartehäuschen. Davor fällt uns auf, dass hier ein Stück der Berliner Mauer steht, mit Beschreibung der Geschichte der Teilung Deutschlands, auch auf Deutsch. Kurz nach 14:00 Uhr, wir fahren gerade weiter, fängt es an zu regnen. Mit Regenklamotten schaffen wir dann doch noch über 20 km. So langsam sollten wir uns nach einer Unterkunft umsehen. Vorher fragen wir eine Frau vor ihrem Haus in Rochefort-sur-Nenon nach einem offenen Supermarkt, viele haben hier auch am Sonntag geöffnet. Leider in der Gegend nicht, und auch ein Restaurant ist viel zu weit weg und eventuell auch geschlossen. Wir schauen wohl sehr hungrig drein, jedenfalls bietet sie uns an, uns mit einem Brot zu versorgen. Sie kam dann mit zwei kleinen Baguettes und einem halben Hackbraten oder Pastete heraus. Keinesfalls wollte sie eine Bezahlung dafür, dies sei eine Gabe von ihrem Herzen!  Das war ein sehr schöner Moment!
Bei der Suche nach einer Unterkunft stoßen wir auf ein Angebot eines umgebauten Bauwagens, nur einige Kilometer entfernt. Dies ist mal eine völlig neue Erfahrung, der junge Besitzer "Romü" versorgt uns  mit selbst gemachtem Apfelsaft, Feigenmarmelade und frischen Erdbeeren aus seinem Garten. Es  ergibt sich eine lustige englisch-französische Kommunikation!

Besançon  ist jetzt nur noch 50 km entfernt, wir haben kräftig vorgearbeitet!




Abschied von unserem Quartier mit super ausgebautem Dachgeschoss (gelbes Haus) 
in der Altstadt von Tournus


Rathaus von Tournus


wir kommen an einem blühenden Hahnenfuß Feld vorbei


Nein zu Windkraftanlagen- liebe Franzosen, was wäre die Alternative? Noch ein AKW?


in dieser Region häufen sich die umgedrehten Ortsschilder- 
offenbar auch ein Protest der Anwohner


Briefkästen vor einem ehemaligen Schloß (Suchbild unten)



Tavaux: Mauer-Betonteil aus Berlin (auch untere 3 Fotos)





gute Ausschilderung der Radwege. Im kleinen Ort Damparis stoßen wir auf den EV6 Radweg, 
der vom Atlantik bis an den Rhein führt


in diesem Abschnitt führt der EV6 entlang des Rhône-Rhein-Kanals  
und zeitweise auch am Fluß Doubs


Dole: der Radweg schlängelt sich zwischen Kanal und Fluß le Doubs



Blick auf das Städtchen Dole


das ist das nette Ehepaar aus Rochefort, was uns mit Brot und Pastete versorgt hat


Essen organisiert - was fehlt noch zum Glück?


Unsere Unterkunft in Audelange: ein gut ausgebauter Anhänger "la roulotte de moulin rouge"




Samstag, 25. Mai 2024

Radtour von Lyon nach Tournus: 116 km,  240 hm

Ganz so früh kommen wir doch nicht los wie geplant! Es hat jemand die Luftpumpe vom Fahrrad geklaut, großer Ärger! Wir können zwar einen Reifen flicken, aber nicht aufpumpen :((

An einem Sonnabend treffen wir immer auf besondere Ereignisse, hier einen religiösen? Umzug mit Trachten, auch der der Kreuzritter. 
Eine Luftpumpe ist gekauft, und dann geht es recht flott, 
überwiegend an der Rhône entlang Richtung Besançon, ca. 280 km.  Es gibt viele alte  Brücken über die Rhône, später über die Saône, einem großen Nebenfluss, ähnlich wie Rhein - Main.
Die  Radwege sind meist in gutem Zustand, häufig eingefasst von Baumgruppen oder führen durch Naturschutzgebiete. In der Ferne begleiten uns Berge, in der Nähe eher die Mücken. Oft frisch bearbeitete Äcker haben wohl schon die erste Ernte hinter sich?

Vereinzelt  gibt es Felder mit Senf, oft Weizen und Gerste (auch die Franzosen trinken Bier).  Es gibt aber auch riesige Felder mit Mais. Schön ist der Anblick kleiner Rinderherden mit ihren Kälbern auf den Weiden! Die ganze Landschaft macht den  Eindruck von Gemütlichkeit! Besonders am Wochenende gehen viele Menschen ihrem Hobby, dem Angeln, nach. Ganze Gruppen und Familien sitzen am Ufer mit  Grill, Picknick und Angeln. Aber auch der Sport kommt nicht zu kurz.
Mehrfach wieseln Eidechsen  zwischen unseren Rädern hindurch (wie sind die so rasend schnell?),  aber auch eine Schlange, die sich zum Wärmen auf den  Asphalt gelegt hat, entgeht mit Gluck unseren Rädern!
So langsam müssen wir uns nach einer Schlafgelegenheit umsehen - noch die 100 km vollmachen, dann einen Kuchen futtern,  und dann haben  wir's  gefunden: in Tournus eine Ferienwohnung, sehr altes Haus, super restauriert und eingerichtet, viele Franzosen haben einen exzellenten Geschmack!   Wir können die  Annehmlichkeiten gar nicht genießen, denn morgen wollen wir vor dem Regen rechtzeitig flüchten... 



Lyon: Aufmarsch zum Trachtenfest (oben und unten)



Brücke bei Trévoux (oben); Brücke bei Beauregard (unten)



wir radeln auf dem sogenannten blauen Weg an der Saône


Der Verlauf der Saône, der Radweg ist nur teilweise asphaltiert, aber sehr gut zu befahren


Landschaft zwischen Messimy und Fareins (Seengebiet parallel zu Saône)


 Landschaft bei Mâcon


der Saône-Radweg ist zeitweise genauso stark frequentiert wie der Rhône-Radweg


Blick von der Brücke auf die Saône und Mâcon


die Aufnahme wurde bei Tageskm 110 genommen: müde aber happy


Brücke "Pont-de-Vaux" (Helmut ist ein Brückenfan, deshalb so viele Fotos :-))


Angler abends an der Saône


Freitag, 24. Mai 2024

Stadtbesichtigung von Lyon: 20 km mit den Fahrrädern

Das wird mal ein ganz anderer Tag! Wir planen anhand eines Reiseführers eine Besichtigungstour mit dem Rad. Mit Öffis wäre es auch gut gegangen, es gibt Metro, Straßenbahn, O-Busse und normale, aber bis man sich in die Fahrpläne einfuchst...
Blöd, dass es nieselt, doch wenn Helmut seine Regenklamotten anzieht, hört es (hoffentlich!) bald wieder auf - so auch dieses Mal! :))

 Auf einem großen Platz (Place de la Comèdie ) erhebt sich die klassizistische Oper aus dem 19. Jhdt., gegenüber das Rathaus "Hôtel de Ville". Weiter geht es zu einer riesigen Brunnenanlage mit sich aufbäumenden Pferden. 
Die romanisch/gotische Kathedrale mit ihren vier Türmen ist beeindruckend. In beiden Seitenschiffen sind große Wandbilder zu sehen mit hervorgehobenen goldenen Elementen. Es gibt Seitenkapellen mit sehr verschieden gestalteten Buntglasfenstern. Auf einer Seite vor dem Altar  eine alte, auf der anderen  eine moderne neue Orgel, auf  beiden hätten wir schon gern ein Konzert miterlebt!

Wir schieben unsere Räder durch die Altstadt, sehr touristisch mit Souvenirläden und Spezialgeschäften, z.B. alles mit Lavendel oder Zitrone, oder nur Süßkram,  Keramik usw.
Die Häuser sind faszinierend alt, das Älteste aus dem 16. Jhdt., und man sieht es ihnen an, bröckeliges Mauerwerk, Pforten als Türen...aber das macht ihren Charme aus.
Unter anderem fahren wir mühsam zur Wallfahrtskirche  Notre-Dame auf 290 m Höhe hinauf. Das hat sich gelohnt! Die Kirche ist wunderschön und sehr ungewöhnlich mit ganz fein ziselierten Deckenbögen  und Säulen mit aufwendig gearbeiteten Kapitellen mit angesetzten großen Figuren der biblischen Geschichte. 
Der zweite Grund, sich hier hoch zu bemühen - die grandiose Aussicht auf die ganze Stadt! Neben der  Kirche ist ein großer Platz mit Gastronomie, eine Band baut gerade ihre Instrumente auf. Von der großen Mauer über dem abfallenden "Jardin" hat man ein Bild von der Größe der Stadt!

Jetzt kommt noch ein weiteres  Highlight des Tages: Das "Musèe de Confluences", deren utopischen Bau wir schon gestern bestaunt haben. Einig: Da wollen wir hinein! Auf dem Weg dorthin  passieren wir die Ausgrabungsstätte   und das römische Theater  "Lugdunum" aus der Römerzeit. (Lugdunum =. Lyon)

Im Gegensatz zu Spanien ist bisher alles kostenfrei, und auch der Eintritt im Musèe de Confluence ist moderat. Wir bestaunen Saurierskelette,  Ammmoniten und zahlreiche Versteinerungen. Es gibt Filme über die Entstehung der Erde mit dem Urknall, Exponate von Anfängen der Menschheit, Schriften, Beispiele von vielen (vergangenen) Kulturen, Umgang mit Tod und Vorstellungen davon. 
Es hat uns gut gefallen, Helmut zieht wieder seine Regenklamotten an, der Regen hört.....


Rathaus von Lyon


Opéra National de Lyon


Place de Terreaux mit riesiger Brunnenanlage (1892)


Pont de la Feuillée: Fluß Saône und prachtvolle Häuserfassaden


Lyoner Altstadt: viele Pubs sind hier zu finden


Lyoner Altstadt: Candy - Piraten Shop


Kathedrale St. Jean (14./15.Jh)- Foto aus dem Internet


Justizpalast


Wallfahrtsbasilika Notre-Dame-de-Fourvíère (Foto oben und unten)



Panoramablick auf Lyon vom Colline de Fourvière


praktischer Hundetransport


Selfie vor der Basilika


Lugdunum (alter Name für Lyon): römisches Theater und Odeon


wir radeln am Saôneufer zum Museum Confluences


eine "Kristallwolke aus Glas, Beton und Edelstahl" - Wahrzeichen und Museum 


Museum Confluences: Geschichte der Menschheit und Tiere auf der Erde 


Rückfahrt am Rhôneufer ("Autobahn" für Radler)


ehemaliger Frachter: Hausboot und Pflanzenparadies


Donnerstag, 23. Mai 2024

Radtour von  Saint-Vallier nach Lyon: 86 km,  280 hm

So ein Sch...! ausgerechnet heute, wo wir früh los wollen - mittags ist 65% Regen angesagt, und gerade noch scheint die Sonne, vielleicht fahren wir dem Regen davon?
Doch so nicht! Der große Akku von René hat nicht geladen, der Stecker hattte keinen Kontakt, war wohl nicht richtig drin :((
Also nochmal warten, mindestens eine Stunde, bis er wenigstens 20% hat...
Wir verabschieden uns herzlich von unserem Gastgeber Henrique, und dann geht es bei bedecktem Himmel, aber trocken los. 
René fährt mit mehr Muskelkraft und nimmt nur geringe motorische Unterstützung in Anspruch, da hält der Akku länger. Bei einer dringend benötigten Pause schlägt Helmut vor, zu einem Eiscafè zu fahren - ein sehr guter Vorschlag, den er sich belohnen lässt mit 1. einem Tee, 2. einem Eis  aus der Truhe, 3. einem Stück Apfelkuchen mit Vanilleeis! 
René bekommt dafür: Strom aus der Steckdose, einen Cafè au lait, einen Apfelkuchen und ebenfalls ein Eis ...

Es regnet immer noch nicht, das Regenradar sieht uns genau in der  Mitte zwischen den Regenwolken. 
Wir kommen im Via Rhône gut voran, durch bekannte Weingebiete wie Côte du Rhône und andere - bisher kannte René diese Gebiete nur aus der Flasche. Die Berge werden bis ganz oben terrassenförmig mit Weinstöcken bebaut. In den Ebenen gibt es überwiegend Obstanbau oder aber Kartoffeln, Salate, Sellerie, Blumenkohl etc.
Wir passieren mehrere Atomkraft- und Wasserkraftwerke, auch einige große Felder mit Solarpanels. 
Sehenswert sind die verschiedenen Brücken, beim deren Querung wir von wenig rücksichtsvollen Autofahrern bedrängt werden ( In Spanien fühlten wir uns viel sicherer, da fahren die Autos auch mal lange hinterher, wenn es zum Überholen knapp ist).

Wir kommen aber dank der Eiscafè- Strominjektion in Lyon an, eine große Stadt (500T) mit dichtem Verkehr. Starke kalte Windböen kündigen von einem baldigen Gewitter, so treten wir noch einmal kräftiger in die Pedale - und kommen tatsächlich trocken in unserer Unterkunft an. Wir sind super zufrieden mit der Ausstattung und machen erst einmal eine Entspannungspause. 
Helmut hat nicht so recht Lust auf Stadt, er kauft ein und kocht später, René geht allein los, um das Gefühl dieser Stadt zu spüren und sich einige interessante Bauwerke und Plätze wie das Rathaus,  Kirchen und den Place de la Republique mit Reiterstandbild von Ludwig XIV. anzusehen. Dabei kommt er durch ein Viertel,  das überwiegend muslimisch und schwarzafrikanisch mit entsprechenden Geschäften geprägt ist und jeder Menge junger Männer in den Straßen. Jenseits der Brücke Pont del Guillotière gibt es viele edle Geschäfte, Hotels usw. Viele Häuser haben schöne prunkvolle renovierte Fassaden. Restaurants und Cafés mit voll besetzten Tischen und Stühlen- die Stadt lebt! 
Helmut hat in der Zwischenzeit gekocht - wir essen gemütlich zusammen und lassen den Tag ausklingen bei einem Tropfen Weißwein.




wir verlassen Saint-Vallier (Internetfoto)


nahe Condrieu: Weinstockterrassen


Umgebung von Condrieu


Eis und Kuchenpause im Kiosk bei Condrieu: René lädt seinen Akku nach


Materialhäuschen auf dem Acker


Zwischen Ampuis und Condrieu: wir durchfahren einen kleinen Naturpark


Blick auf die Rhône und Vienne


Brücke bei Givors (Foto oben und unten)



umzingelt von Regenwolken


Wahrzeichen von Lyon: Musee des Confluences


Rathaus von Lyon


Blick von der Brücke "Pont Wilson" auf Restaurantschiffe


Place de la République


Blick von der Brücke "Pont de la Guillotière"



Mittwoch, 22. Mai 2024

Radtour von Montélimar nach Saint-Vallier: 95 km,  140 hm

Saint-Vallier - schon mal gehört? Wir auch nicht, 5000 Einwohner, aber sonst tote Hose!
Sind durch Zufall hierher geraten, und das ist ein Glücksfall! Wir sind jetzt in ein ehemaliges Kapuzinerkloster eingezogen, voll gepackt mit Kunst, alt und neu!   Der Besitzer Enrique hat  es z.T. in Eigenarbeit restauriert und sehr geschmackvoll eingerichtet. Es ist ein Museum geworden.

Die Fahrt seit heute morgen geht überwiegend wie gestern an der Rhône entlang,  etappenweise auf holprigen Wegen, meistens gut befahrbar. Links und rechts hören wir ein ständiges Gezwitscher, Zirpen, Trillern, Pfeifen verschiedenster Vögel, an einigen Stellen ein lautes Quaken: Kommt her, quak, hier ist es sooo schön! Nicht so schön, wenn Mückenschwärme ins Gesicht fliegen!
Links und rechts große Plantagen mit verschiedenen Obstsorten, teilweise in Netze eingehüllt. Was wir anfangs für Raps halten, ist Senf ( Dijon ist nicht weit!). Auch Kornfelder gibt es, oft knallrot mohnblumengesprenkelt! Die Böschungen und Wiesen blühen. in verschiedensten Farben - so ist der Sommer!
Große Stromleitungen laufen über die Berge und parallel zu uns - der Grund  sind zwei Atomkraftwerke, die so gar nicht wie unsere ins Auge fallen. Schon die Leitungen hätten bei uns große Proteste hervorgerufen, hier ist dies ganz normal. Auch mehrere Staudämme und Wasserkraftwerke liefern Strom wie auch vereinzelt große Flächen mit Solarzellen.
In Valence schauen wir uns den großen Fontänenbrunnen und den angepriesenen   hübschen Stadtgarten an,  dabei auch einen mit viel Geduld übenden "Mauerspringer".

Nach 90 km müssen wir uns nach einem Schlafplatz für die Nacht umsehen - zum Glück nicht auf einem Campingplatz, denn es regnet jetzt wie ...



Montélimar - Saint Vallier


Appart`City Tiefgarage: wir satteln unsere Drahtesel


Die Tagestour geht auf guten Sträßchen an Savasse vorbei 
(das rauchende Ungetüm im Hintergrund ist ein AKW)


nahe La Voulte-sur-Rhóne: Feld am Wegesrand


nahe Valence: Mittagspause (...bis der Rasenmäher uns verscheuchte) 


Valence: Springbrunnen


Valence: Park Jouvet



Valence: Peynet "Kiosk"


Tournon-sur-Rhóne: Passerelle Marc Seguin Brücke  (oben + unten)


Passerelle Marc Seguin Brücke an der Rhône


Saint-Vallier (bei der Kirche liegt unser Quartier)


Le Couvent des Capucines: unsere Unterkunft "Kapuzinerkloster"
Der Besitzer Enrique bezeichnet sein Haus als "Museum"



Blick aus dem Fenster der Unterkunft


Dienstag, 21. Mai 2024

Radtour von Avignon nach Montélimar: 101 km,  350 hm

Das nächste große Ziel ist Lyon - ca. 270 km, dafür brauchen wir drei Tage.
Heute geht es wie geschmiert- sollte es an den neuen Pedalen liegen, die René in Avignon hat montieren lassen, weil es  die alten links und rechts zerlegt hat? Wir fahren den größten Teil auf der "Via Rhône", parallel zum Fluss oder seinen Seitenarmen. Dort passieren wir große Weinstock-Felder, Apfel- und Kirschenplantagen, aber auch Felder mit Kartoffeln, Tomaten, Melonen, Erdbeeren... die Gegend ist grün, es regnet wohl ausreichend. Auf vielen Feldern sind zusätzlich riesengroße Bewässerungsmaschinen mit ca. 50 m  oder mehr "Spannweite" zu sehen.
Auf der erfolgreichen Suche nach einem Bäcker treffen wir dort auf ein junges Paar mit kleinem Sohn aus Bonn, die auch mit dem Rad unterwegs sind. Wir haben ein nettes Gespräch und genießen den Kaffee, den sie auf ihrem kleinen Gaskocher zubereiten.
Die Strecke ist größtenteils eben, und wir kommen gut voran. In einem Früchteladen, wo wir nicht an den Erdbeeren vorbeikommen, schlagen wir zu!   
Plötzlich ein Ortsschild, den Namen kennt René schon seit 50 Jahren:
CHATEAUNEUF-DU-PAPE!
Hier also kommt der leckerste Rotwein gleichen Namens her, den er jemals kosten durfte!
Leider - eine Degustation kommt nicht in Frage- und es gibt keinen Platz in den Packtaschen  :(((

Kommen wir auf die tolle Landschaft zurück: jenseits des anderen Ufers sind die Berge z.T. schroff abgebrochen, die Rhône muss also einmal - erheblich größer - diese Landschaft geformt haben.
Riesige Stromleitungen deuten auf ein nahes Kraftwerk hin, das AKW passieren wir bald. Vorher aber gibt es große Areale mit Photovoltaik und auch häufig Windräder. An einem goßen Wasserkraftwerk queren wir wieder die Rhone.
Dieser Radwanderweg ist sehr befahren, obgleich es noch gar keine Urlaubszeit ist! Schön, so viele Radler zu sehen!
Ziemlich spät- wir wussten vorher nicht, wo wir heute landen-  suchen wir nach einer Unterkunft. Etwas dubios, aber preiswert, wollen wir ein Angebot in der Innenstadt von Montèlimar ansehen, finden es aber nicht im Wirrwarr der Gassen, und suchen dann ein anderes. Ein Glücksfall! Es ist nur noch eine Suite mit drei Schlafzimmern zu haben, zu einem Knallerpreis! Die Räder sind sicher in der Tiefgarage eingeschlossen. Da schlagen wir sofort zu!
Das Abendessen besorgen wir im Supermarkt, Salat und  Paella.


Avignon - Montélimar


Murnas mit Burg


Murnas vor einer Bäckerei mit deutschen Radlern, die mit ihrem 3jährigen Kind 
den Rhoneradweg befahren


Lawendelfeld - leider noch nicht in Blüte


Bourg Saint Andéol: hier überqueren wir die Rhone


blühende Randstreifen


Pont du Robinet: im Jahr 1847 erbaut, 333 m lang


Helmut auf der Brücke Robinet


René: fast 90 km geradelt und noch ein Lächeln im Gesicht


Rhone Radweg: gepflegt, gut ausgeschildert und asphaltiert


wer schaut denn da in die Kamera?


Pont Saint Esprit: der Rhone Radweg wechselt oft die Uferseite


Montag, 20. Mai 2024

Ruhetag,  Besichtigung von Avignon

Das war ein entspannter Tag! Ausschlafen bis fast um 9 Uhr! 
Avignon ist mit ca. 100T Einwohnern nicht so groß, und besonders die Innenstadt mit den imposanten Bauwerken können wir gut zu Fuß erkunden. Wir gehen am Rhôneufer entlang- hier liegen mehr oder weniger neue große Segel-/Motorboote, viele mit heruntergeklapptem Mast (wegen der Brücken).  Weit hinten ist die"sur le pont, d'Avignon" (Urfassung 1503!) Brücke zu sehn, aber die kommt erst zum Schluss! 
Zuerst statten wir der Kathedrale Notre-Dame-des-Doms einen Besuch ab. Der Platz davor ist rundum eingebunden mit herrlichen Bauwerken, die meisten zum Papst-Palais gehörig. 
Die Kathedrale ist eher klein, aber mit schönen. bildhaften Glasfenstern, vielen  Bildern  und kunstvollen Schnitzereien ausgestattet.  Es gibt zwei große Orgeln, Die seitlichen Kapellen sind im 14. Jhdt. angefügt worden.  Die Stufen zu den Kapellen sind aus ungewöhnlich buntem Marmor gefertigt.

Die Besichtigung des Palais des Papstes aus dem 14. Jhdt.,  in dem die Päpste sehr feudal Hof hielten, nimmt sehr viel mehr Zeit in Anspruch.  Im Norden befindet sich ein monumentaler gotischer Kreuzgang, den Papst Benedikt XII. erbauen ließ. Gewaltig ist der 45 m lange Bankettsaal "Grand Tinel" - hier wurde die Inthronisation der Päpste mit einem gewaltigen Festgelage begangen, dazu musste auch der angrenzende Kleine Tinel genutzt werden, um die Vielzahl der Gäste unterzubringen.
Die Räume sind alle leer, was der wechselhaften Geschichte gezollt ist, aber jeder Besucher bekommt ein Tablet, wo die Einrichtung virtuell dargestellt ist.
Bei der Wahl eines neuen Papstes wurde die Verbindungstür zugemauert, nachdem die stimmberechtigten Bischöfe darin versammelt waren. Erst nach "habemus papam"  wurden sie wieder "freigelassen", aber auch während der Konklave  hat es ihnen sicher an nichts gemangelt!
Inmitten der Bauten befindet sich der päpstliche Garten; hier wurden hauptsächlich Kräuter gezogen.

Vor dem Palast liegt der Place d'Horloge, ringsherum viele gut besuchte Cafés. Es ist auch das Rathaus "Hôtel de Ville" und das pompöse Opernhaus (Avignon hat mehrere "Kunsttempel") zu sehen. Hier lassen wir uns mit einem Crêpe nieder, bevor wir den Aufgang zur Pont St-Bénézet nehmen. Wir haben ein Kombi- Seniorenticket für Palast-Garten- Brücke erstanden, aber es ist auch nicht so überlaufen wie in anderen Städten..
Eine Zugbrücke ermöglichte den Übergang auf der ab dem 12. Jhdt. erbauten Brücke mit ursprünglich 22 Bögen. Im 14. Jhdt. ist  dann ein Teil von einer großen Flut zerstört worden, in späteren Jahren. immer mehr, so dass jetzt nur noch ein Stück mit 4 Bögen übrig geblieben ist. Auch ist die dem Begründer Benedikt "St.Bénézet" geweihte Kapelle erhalten geblieben.

Es war ein interessanter Tag, und die Stadt hat sehr viel zu bieten, besonders an kulturellen Veranstaltungen. 
Heute kochen wir selbst uns schaffen es vor Mitternacht ins Bett!


Innenhof des Papst Palastes


Palastgarten


Grand Tinel: Versammlungs- und Esssaal in früheren Zeiten


Privatgemach des Papstes mit schönen Wandzeichnungen (Fotos oben und unten)








Platz des Palastes (vom Zinnenturm fotografiert)


Zur Belohnung für unsere 3 stündige Palastbesichtigung gibt es Crêpes mit Butter


Papstpalast


Brücke Pont St-Bénézet (Foto oben und unten)




Sonntag, 19. Mai 2024

Radtour von Aigues-Mortes nach Avignon: 94 km,  200 hm

Ganz so früh, wie es geplant war, kommen wir nicht los, das Zusammenpacken auf dem Campingplatz dauert eben! 
Wir kommen bald auf den Radwanderweg entlang der Rhône. Der Fluss wird immer breiter, es gibt einige Yachthäfen. Uns kommen viele RadfahrerInnen mit Packtaschen entgegen, es ist eine beliebte Radwanderstrecke! Bei einer Esspause kommen wir mit einem älteren Paar aus dem State Washington ins Gespräch, die mit einem in drei  Teile zerlegbaren Tandem unterwegs sind, das sie aus den USA mitgebracht haben!
An den Flussufern, mittlerweile die kleine Rhone, später wieder ein Kanal dann die große Rhône, geht die Fahrt schnell  voran! Auf dem Fluss begegnen wir einem  „Ausflugsdampfer“ und diversen privaten Yachten und Motorbooten, am Ufer sind zahlreiche Angler.
Endlich- es sind schon über 90 km- tauchen die Mauern von Avignon vor uns auf! Die Brücke über die Rhône, und da ist sie auch: „sur le pont d‘Avignon“….

Wir beziehen unsre Unterkunft und gehen dann in die doch recht „überschaubare“  Altstadt zum Essen.  




Campingplatz petit Camargue


Abschied von  Aigues-Mortes (aus dem Internet)


"Ausflugsdampfer" auf dem Canal du Rhône a Sète




Hafen von Beaucaire


Schloß von Tarascon: der Schloßherr verläßt seine Burg :-)




Bahntrasse teilt sich über unseren Köpfen


Avignon kündigt sich an

Samstag, 18. Mai 2024

Radtour von Sète nach Aigues-Mortes: 75 km, 620 hm

Kurz nach Sète kommen wir in eine völlig fremde und veränderte Seen- Tümpel-Insellandschaft! Die Seen sind meistens mit Brackwasser gefüllt, und das sieht man auch an der Vegetation auf dem Land. 
Helmut ist ganz begeistert (René nicht minder!), als wir die ersten rosa Flamingos in der Ferne sehen. Je weiter wir fahren, desto näher kommen wir  den Vögeln.
Wir kommen durch den Ort Vic la Gardiole, wo in Volksfeststimmung ein Oldtimer-Wochenende gefeiert wird, hmm, Bratwurst? doch es gibt nur Hähnchenkeulen für 12 €! 
Bald fahren wir an der Küste entlang,  nur getrennt durch spärlich bewachsene Dünen. Bei einem Durchgang besuchen wir zum letzten Mal auf unserer Tour das Meer, und René nutzte das noch für ein Bad - gar nicht so kalt, und die Sonne wärmt hinterher! 
Ungefähr auf halber Strecke nach Avignon - wir wollten noch 20 km fahren und uns dann eine Unterkunft suchen, springt uns das riesige Gemäuer der Festung in Argues-Mortes an. Helmut kommt auf die glorreiche Idee, doch hier den Abend zu verbringen. Spontane Unterkunft: viel zu teuer, also auf den Campingplatz „Petit Camargue“. Es war die richtige Entscheidung, und auch die Nacht war angenehm, nicht so kalt wie in Barcelona!




Frühstück in der Unterkunft in Sète


Kanal Peyrade: Vierer-Ruderboot


auf der Via Rhona uns entgegenkommend: Ehepaar mit Hund im Anhänger und viel Gepäck


darauf hat Helmut schon lange gewartet: Flamingos im Gebiet zwischen Sète und Palavas-les-Flots




Giacomo, ein Fahrradpilger aus Italien, befindet sich auf dem Weg nach Santiago de Compostela


Mittagsblume am Wegesrand


Flysurfen vor le grande Motte


René beim Schwimmen


Le grande Motte: originelle Bauten


Hafen von le grande Motte


In der Ferne kündigt sich Aigues-Mortes mit seiner Festung an


Aigues-Mortes: Abendspaziergang zum Restaurant



Sonnenuntergang auf dem Weg zum Campingplatz


Freitag, 17. Mai 2024

Radtour von Narbonne nach Sète: 83 km, 290 hm

Bei schönem Wetter kommen wir los, und so soll es auch bleiben. Leider ist der Wind sehr kalt, und das auch noch von vorn! Wir kommen durch eine flache Landschaft, gesäumt von riesigen Weinstockfeldern.  
Wir befinden uns in der Provinz Languedoc, bekannt für seine vielen Pferde, ebenso die Camargue, in die wir bald kommen. Hier blüht der Tourismus,  auch wegen der Nähe zum Meer, wie man unschwer an den inflationären Vergnügungsparks erkennen kann.
Ab und zu gibt es auch Gersten- und Weizenanbau,  eine Augenweide sind die Böschungen  und nicht bebauten Areale mit Wildblumen in allen Farben, gelb, lila Disteln, weiß, und besonders der leuchtend rote Mohn; wir können uns nicht sattsehen! Bald verändert sich die Landschaft, der Weg führt uns durch Seen und Teiche mit Brackwasser und Salzwiesen, bis er in eine Dünenlandschaft parallel zum Sandstrand übergeht. Sylt lässt grüßen! Einen Durchgang nehmen wir wahr, um zum Wasser durch ganz feinen Sand zu gelangen. Das Wasser ist kalt, der Wind ebenso, und wir haben noch eine Stunde Fahrt vor uns - deshalb. nur mit den Füßen hinein!
 Diese Gegend ist touristisch geprägt, es gibt viele Vergnügungsparks und Ferienwohnungen.,es ist  aber noch nichts los! 
 In Sète kommen wir gleich zum Hafen, wo einige große  Schiffe der hiesigen Fischer liegen. Unsere Unterkunft ist in einem 400 Jahre alten Haus, aber komfortabel eingerichtet mit eigener Terrasse.  Nach einem  Gang in die Stadt zum Hafen gehen wir essen, danach gleich in unsere Unterkunft, da ein Regen angesagt ist, der aber wohl erst später kommen soll...




Abschied von Narbonne


Ortsausgang Narbonne : wenig Verkehr auf schmalen Straßen


ein Weingebiet liegt neben dem anderen (Fotos oben und unten)



Fleury: gehts jetzt nach links oder nach rechts?


Sérignan: schöne bemalte Sitzbank mit alten Herren


Sérignan: Brücke über den Fluß Orb


einige Kilometer führt unser Weg am Canal du Midi entlang


blühende Wiesen am Wegesrand


unser Quartier - nein, wir müssen noch 30 km radeln !


Fluß Herault und der EV8 Radweg führen uns zur Stadt Sète


Wir haben das Meer erreicht - leider ist der Wind sehr kalt und das Wasser sowieso


Plage Castellas:  ... zumindest zum Füßebaden reicht der Mut


Hundskamille


der EV8 führt entlang des Dünengebietes / Meeres



Sète: Fischerhafen


Häuser am Canal de Sète


unser Quartier in einem 400 Jahre alten Haus


Donnerstag, 16. Mai 2024

Ruhetag: Waschtag, Besichtigung von Narbonne: 13 km mit den Rädern und 5 km zu Fuß

Schade, wir hätten gestern Abend schon mal nachschauen sollen, wann die Übergabe des "Olympischen Feuers" in Narbonne heute stattfinden sollte, gerne wären wir früh aufgestanden, um einen Hauch von Olympiade mitzubekommen! Ausschlafen tut aber auch Not! :))

Wir können die Waschmaschine benutzen, super, nicht immer Handwäsche! 
Dann radeln wir mit nur kleiner Packtasche die paar Kilometer in die Stadt, der Himmel ist blau!
Alle Bauwerke wie die Cathédrale Saint-Just-et-Saint-Pasteur, kombiniert mit dem Rathaus und dem Bischofssitz, gebaut, erweitert und umgebaut seit 1272 bis ins 19. Jhdt., sind fast auf einem Fleck im Zentrum. Es sind gewaltige Mauern, die hoch aufragen. Im Innenhof kauert eine junge Frau aus Bronze, die sehr schön anzusehen ist mit Tätowierungen und  Piercing, also wirklich jung!.
Die Kathedrale lässt einen erstaunen mit ihrem 41 m hohen Chor und den ineinander verschachtelten gotischen Deckenbögen. Die alte Orgel ist riesig, leider wurmstichig und etwas verstimmt, für eine Restaurierung wird gesammelt. Die Seitenkapellen mit den Heiligen sind sehr unterschiedlich gestaltet,  sehenswert sind auch die großen Wandteppiche. 

Auf dem Platz vor dem Rathaus - nein, es sieht nur aus wie ein Pool-  kann man ein paar Stufen hinuntergehen und ein paar Schritte auf der  römischen VIA DOMINICA von ca. 200 AC  wandeln!

Gegenüber ist das pompöse Jugendstil- Kaufhaus AUX DAMES DE FRANCE (Lafayette lässt grüßen!)! Unbedingt ansehen- und enttäuscht aus einem Supermarkt herauskommen :(

Phantastisch ist die Markthalle aus der "Belle Epoque" anzusehen. Hier werden nicht nur Lebensmittel aller Bereiche verkauft, sondern können auch direkt genossen werden. Wie wäre es. mit einer Portion Schnecken, dazu einen trockenen Vin blanc? Bestimmt lecker, aber das zu gesalzenen Preisen (ein Stück Pizza 10 €).aar
Als wir unsre Räder losbinden, ist neben uns ein Paar, ebenfalls mit E-Bikes.  Wir kommen ein nettes Gespräch   mit Kathrin und Tom- sie haben die gleiche Tour wie wir gemacht, allerdings mit einem großen Wohnmobil. Gern hätten wir den Abend gemeinsam verbracht, aber sie waren auf dem Weg nach Hause.
Zum Schluss  unserer Besichtigung gehen wir ein Stück am Kanal "La Rubine" entlang mit mehreren Brücken, bevor wir "nach Hause" radeln, leider jetzt durch Regen. 





Narbonne: Rathaus 


Rathaus Innenhof mit Dame aus Bronze (gepierct!) und René (nicht gepierct!)


Kathedrale (Foto oben und unten)



alte Römerstrasse aus dem 2.Jh.v.Chr. (vor dem Rathaus freigelegt)


Markthalle (Fotos oben und unten)






Brunnen vor dem Rathaus mit Helmut (kurzärmelig!)

Mittwoch, 15. Mai 2024

Radtour von Perpignan nach (fast) Narbonne: 83 km, 240 hm

Einkauf und Sonstiges: + 10 km mit den Rädern

So ganz wollen wir nicht an Perpignan vorbei, berühmt ist der riesenhafte "Palast der Könige Mallorcas", den wir uns ansehen wollen. Leider - heute geschlossen und allseits bewacht. Heute ist die Stadt eine Relais-Station für die Übergabe des Olympischen Feuers auf dem Wege nach Paris. Wir umrunden den Palast, bekommen aber fast nur ewig lange recht brüchige Mauern zu sehen.
So geht es dann in Richtung Narbonne!
Wir wählen die Ostroute, durch eine Seen- und Trockenlandschft mit häufiger Verbindung zum Meer. Die Gegend ist verständlicherweise sehr beliebt bei Touristen, es gibt viele Strände, Yachthäfen und Ferienwohnungen. Wenn man nicht baden kann, hier ist eine herrliche Natur; beeindruckt sind wir von den vielseitigen Vogelstimmen und -konzerten! Herrlich anzusehen die vielfarbig blühenden wilden Blumen in allen Farben und die knorrigen Aleppo- Kiefern, die der Wind geformt hat. 
Ziemlich genervt sind wir von der ca 15 km Strecke auf Sand, Kies und Matsch. Deshalb dauert die Fahrt auch lange, wir kommen erst um 17.30 Uhr in unserer Unterkunft mit Küche an. Heute kochen wir selbst, Kartoffeln, grüne Bohnen und grünen Spargel mit einem kleinen  Hacksteak.



grüner Weg am Fluß Barcares


Mündung des Flusses ins Mittelmeer


Kunstwerk an Containern


Yachthafen von Le Bacarês



Fischer bieten in kleinen Restaurants ihre Muscheln und Garnelen an





... es geht weiter auf interessanten kleinen asphaltierten Wegen


René mit Burka 


... hier hätten wir lieber einen anderen Weg nehmen sollen (Foto oben und unten)



zig Kilometer entlang der Kanals Robine


Relaisstation des Fackellaufs um 8:55 Uhr in Narbonne (waren wir noch beim Frühstücken)



Dienstag, 14. Mai 2024

Radtour von Figueres nach Perpignan:  55 km, 400 hm

Besuch des Theater-Museums von Salvador Dali

Es regnet Katzen und Hunde - für uns ein (fast) unbekanntes Phänomen. Ideal um Salvador Dali einen Besuch abzustatten (Eintritt ab 12:45 Uhr,  schon Tage vorher gebucht)
Wir richten unsere Räder her, Gepäck wird angehängt und im Hostal Foyer untergestellt. Wir haben trotz Schirm bzw. Regencape schon nasse Füsse, als wir das Museum erreichen. Zum Glück kommen wir schon eine halbe Stunde früher hinein, und sind dankbar, das wir etwas übertrocknen können!
Beim Eintritt in die "Heiligen Hallen" sehen wir im Patio einen original alten Cadillac mit darauf thronender Figur. Das Museum - ein ehemaliges Theater-  hat Dali zu Lebzeiten zum großen Teil selbst geplant und eingerichtet, er ist hier auch beerdigt. Es besteht aus 22 ineinander übergehenden Ausstellungsräumen, in denen Skulpturen, Zeichnungen, Entwürfe, Stiche, Monumentalbilder  und Installationen zu sehen sind. Besonders gespannt sind wir natürlich auf die Originale der surrealistischen Bilder z.B. der Elefanten mit Schubladen oder Bilder mit zerfließenden Uhren, viele davon sind jedoch in anderen Museen oder in Privathänden. 
Am Anfang seiner Laufbahn hat Dali realistisch gemalt und erst später immer surrealistischer. Der Besuch hat sich für uns trotz des Extra-Tages wirklich gelohnt! 
Es regnet noch immer! Wir setzen uns in ein Restaurant, obgleich noch nicht unsre Essenzeit ist, und essen ein paar Tapas und ein kleines Menu.
Danach geht es ins Hotel,  noch die Radlklamotten umziehen, trockene Socken und dann soll es losgehen. Sollen wir wirklich... oder lieber das Zimmer absagen..., doch:
DEAL - mit dem Wettergott! Du stoppst den Regen, dafür darfst du uns kräftigen Gegenwind von vorn entgegenblasen! Grade Regenzeug angeplünnt (norddeutscher Ausdruck!), ziehen wir es wieder aus. 
Es gibt sogar noch ein paar Sonnenstrahlen, aber der Wind ist heftig. Ziemlich gerädert kommen wir in unserm Zimmerchen in Perpignan an, vorher haben wir noch eingekauft für den Abend.



Postkartenansicht des Museums






16:30 Uhr geht es auf die Radtour nach Frankreich, der Regen hört endlich auf


spanisch-französische Grenze - wir können einfach und bequem ohne Kontrolle passieren


adios España, bien venue France

Montag, 13. Mai 2024

Radtour von Girona nach Figueres:  41 km, 350 hm

Die Fahrt ist unspektakulär - überall ist grüne Vegetation, kleine Baumgruppen, die Landschaft hügelig wie in Ostholstein! Links und rechts wogen Kornfelder mit Weizen, Gerste (für das Bier?) und Hafer, auch Kartoffeln und wohl Melonenpflanzen. Hier regnet es häufiger, und es muss nicht bewässert werden. Die meisten Flussläufe führen etwas Wasser. Die längste Zeit fahren wir auf der Nationalstraße, es gibt außer Industrie am Ortsrand  und einigen Wehrbauten aus dem Mittelalter nicht viel zu sehen. Wir fahren auch Bypasswege durch Dörfer, deren Bausubstanz zu einem Teil vor langer Zeit mit Feldsteinen entstanden ist.  Figueras (kat. Figueres) ist eine lebendige Stadt mit viel alter Substanz. Die Hauptattraktion ist alles rund um Dali, aber auch imposante Bürgerhäuser aus dem 19. und 20. Jhdt., die Kirche Sant Pere, die leider geschlossen ist, eine riesige Burganlage mit Stadtmauer und verschiedene Museen sind vorhanden.
Wir freuen uns auf das Dali "Theater und Museum", welches wir beide schon einmal (René 1978? in alter Version) und Helmut 2019 gesehen haben. 
Dienstag werden wir erst nach dem Besuch des Museums gegen 16 Uhr abreisen und bis nach Perpignan (Frankreich) radeln. Der Blog wird am Mittwoch fortgesetzt.



breite Radwege auf der Nationalstraße N11


Bàscara (Fotos oben und unten) - hier haben wir eine Esspause eingelegt



Figueres: La Rambla (auch nachfolgendes Foto)




Figueres: Casa Cusi


Figueres: Kirche de San Pedro

Sonntag, 12. Mai 2024

Radtour von Maçanat de la Selva nach Girona:  27 km, 140 hm 
Stadtrundgang (5 km) und Wartung der Räder

Kaum aufgestiegen - schon da! Das war eigentlich anders geplant, aber unsre bestellten Tickets für das Dali- Museum sind nicht angekommen...:(( Nun haben wir einen Tag mehr zur Verfügung, und den verbringen wir in der schönen Stadt Girona in Katalonien. Zuerst versuchen wir, die Ursache für die oft ablaufende Kette vorn bei Renés Rad zu finden und machen eine Wartung bei beiden Rädern. 
Girona hat viel zu bieten: nicht nur die Kathedrale und andere historische Bauten wie die Stadtmauer,  sondern wir haben das Glück, die "Blumentage" mitzuerleben: Kitas und Grundschulkinder haben Stände geschmückt, die in einer Straße ausgestellt werden, viele Gebäude, Kirchen und öffentliche Plätze sind mit künstlerischen Blumenarrangements geschmückt, auch private Fenster und Gebäude haben bezaubernden Blumenschmuck! 
Wir gehen durch schmale Gassen und auf Treppen in das ehemals jüdische Viertel, deren dicht gedrängte Häuser zu einem großen Teil noch aus dem Mittelalter erhalten sind. 
Der Fluss Rio Onyar führt Wasser, schöne Brücken führen über ihn, und die bunte Häuserreihe gegenüber bietet einen wunderbaren Anblick.
Die ganze innere Stadt ist  angefüllt mit einheimischen und (spanischen)  Besuchern und Touristen, aber alle Gebäude können kostenlos besucht werden- es gibt kaum Warteschlangen.
Wir lassen uns treiben und genießen die entspannte und freudige Stimmung!
Eine Paella beschließt unseren Tag, der morgen noch einmal ruhig mit wenig Kilometern ablaufen soll.




unsere kürzeste Tagesetappe 


seltener Anblick: René ist wärmer "verpackt" als Helmut


Mohnfeld am Wegesrand


Fußgängerzone in Girona


Schulen haben sich anläßlich des Blumenfestes schöne Beiträge einfallen lassen


Fluß Onyar mit angrenzenden Häusern


Handpan Trommler neben der Festung


Blick auf die Festung und Stadt vom deutschen Garten (oben und unten)



Blumenschmuck in der Kirche


Holland Klischee mit Blumen in der Kapelle


Rathaus von Girona: heute ist Wahl des Präsidenten von Katalonien


Samstag, 11. Mai 2024

Radtour von Castelldefels über Barcelona nach Maçanat de la Selva:  102 km, 620 hm 

Als René mit der Morgendusche fertig ist, hat Helmut schon fast das ganze Zelt abgebaut. Wir treffen Peter aus Bremen, der die iberische Halbinsel anders herum umfahren will, auch mit einem E-Bike.
Wir frühstücken mit frischem Baguette, und dann geht's los - wir haben einen langen Weg vor uns!
Barcelona kommt immer näher, wir fahren zu einem großen Teil auf Radwegen, aber werden auch auf die Stadtautobahn  geleitet, wo wir uns arg unwohl fühlen. Einige Plätze wie die Metro Diagonale von gestern erkennen wir wieder, fahren durch das Universitätsviertel (zu erkennen u.a. an den vielen JoggerInnen), es ist Sonnabend!) und passieren zwei Gaudi-Häuser (Hi!) und die Kathedrale Sagrada Familia, noch einmal ein Highlight! 
Endlich raus aus der Stadt, viel auf der Nationalstrasse N 340, aber auch glücklicherweise oft auf Nebenstrecken. René hat mehrfach mit abgelaufener Kette zu tun. Nach 73 km machen wir eine längere Pause in einer kleinen Ortschaft: La Batllòria.
Mehrere Flussbetten, die wir überfahren, haben ein Rinnsal- es hat in den letzten 4 Wochen ausnahmsweise oft geregnet- und die Vegetation an beiden Seiten wird immer grüner! Es gibt sogar Kornfelder mit Gerste und Weizen!  Auf einer Nebenstrecke berühren sich die Kronen der Bäume über der Straße, wie in Ostholstein!!! Die Felder und die Vegetation dieser Gegend erinnern an das hügelige  Allgäu! Dann kommen wir an unserem gebuchten Ziel (mitten in der Pampa), keine Touristen! an. 
Puh! 102 km , war mit den Pausen gar nicht so schlimm! Wir haben ein schönes Zimmer, und morgen sind es nur noch 75 km bis Figueras...  
... aber es sollte anders kommen. Die elektronische Buchung für den Museumsbesuch in Figueres hat erst für Dienstagmittag geklappt (siehe 12.5.)




Kirche von Ballòria (hier haben wir eine Esspause eingelegt), ca.km 80


Hostalric: Wohnungen in Stadtmauer integriert


nahe Mas Altaba: bewaldetes Gebiet mit einigen Wiesen ... fast wie im Allgäu!


Maçanat de la Selva


Freitag, 10. Mai 2024

Busfahrt Castelldefels nach Barcelona und zurück:  ca 40 km gesamt
Besichtigung von Barcelona und Treffen mit Roberto: ca 10 km zu Fuß

BARCELONA-  soo eine tolle Stadt mit sooo vielen tollen Orten, die man gesehen haben muss! Leider haben wir nur einen Tag Zeit, und unser Schwerpunkt liegt bei der Kathedrale im barocken Viertel, den Gaudi Häusern und als absolutes Highlight:  der Tempel Sagrada Familia, der bald fertiggestellt sein soll - wer's glaubt :))! Wir haben ca. 20 km südlich von Barcelona gezeltet, weil die Übernachtungspreise in der Stadt unverschämt teuer sind, und wir fahren mit dem Bus 40 Minuten ins Zentrum. Auf der großen "Touristenstraße" Rambla mit Souvenir- und Essständen (früher war dies eine Blumeneinkaufsstraße für die Bewohner) geht es zu wie auf dem Oktoberfest,  Barcelona ist völlig überlaufen, und das nervt die Einheimischen total, zumal nur einige wenige von dem Massentourismus, zu dem wir uns jetzt auch zählen, profitieren!
Natürlich sind wir begeistert von den Bauwerken, die wir nur von außen ansehen. Man muss lange vorher im Internet buchen oder ewig anstehen, und die Preise sind gesalzen!
Am späten Nachmittag treffen wir uns mit Roberto, einem ehemaligen Arbeitskollegen von Helmut bei Siemens. Er führt uns auf einen Berg in ein Naherholungsgebiet (Collserola Park nahe der S-Bahn Station Tibidado), wo uns viele Radfahrer und JoggerInnen begegnen . Hier herauf fährt auch eine Zahnradbahn , doch wir gehen zu Fuß. Oben bietet sich ein herrlicher Anblick über die ganze Stadt, und wir können Roberto, der fließend deutsch spricht,  mit Fragen löchern.   Am Abend nutzen wir die letzten Fahrten von unserem Tagesticket für die Metro und Bus für die "Heimfahrt"zum Campingplatz in Castelldefels.
Lieber Roberto, nochmals vielen Dank für deine Freundschaft, investierte Zeit und Tipps !!


La Rambla mit vielen Touristen


Kathedrale im barocken Viertel


enge Gassen und Touristenspots


Regierungspalast von Katalonien


Königsplatz


Gaudi: Casa Batlló


Gaudi: La Pedrera 


Basilika de la Sagrada Familia


Aussicht auf Barcelona von halber Höhe des Mont Tibidados


Wanderparadies mit Ausblick (oben und unten)


Barcelona 


René und Roberto: Blick auf den Tempel of the "sacred heart of Jesus"






René, Roberto und Helmut


im Restaurant Mirablau



Donnerstag, 9. Mai 2024

Radtour von Tarragona nach Castelldefels:  75,8 km, 480 hm 

Am Morgen gehen wir in die alte Markthalle um zu frühstücken. Da sie aber später aufmacht, landen wir in einem Café. Die Sachen sind danach schnell gepackt und mit Hilfe des „Chefs“ und einigen lustigen Momenten kommen wir los in Richtung Barcelona!
Wir fahren viel auf der N 340 und weichen auf die Strandstraße aus, wenn möglich. Die Straßen der Orte weiter im Inneren werden von kleineren  meist  älteren Häusern gesäumt, es finden sich Geschäfte und Kleinhandwerksbetriebe. Zur Küste hin aber der gewohnte Tourismusbetrieb mit Hochhäusern, Strandcafès und Souvenirläden, viele noch geschlossen.
Wir quälen uns auf einer in den Berg gebauten und stark frequentierten Straße  bergauf. Leider gibt es hier nicht den angenehmen Fahrradstreifen, dafür oft den Hinweis, 1,50 m Abstand von den Radlern zu halten - das sollte es wenigstens auch bei uns geben! Wir suchen uns einen Campingplatz ca. 20 km vor Barcelona, der bezahlbar ist- Barcelonas Hotels nehmen Mondpreise!
Hier gehen wir an den Strand und René kommt endlich zu seinem lange geplanten Bad im 16 Grad „warmem“ Mittelmeer (er kann doch nicht erzählen, in Spanien gewesen zu sein ohne das Bad). Es war ganz angenehm, danach konnte er in der warmen Sonne trocknen. Ein Restaurantbesuch leitet den Abend ein!



Tarragona: Markthalle von außen und innen (Fotos oben und unten)



In dieser Bäckerei haben wir gefrühstückt


Batteriewechsel


Unsere bisher gefährlichste Küstenstraße ohne Seitenstreifen über eine Distanz von 20 km bis Castelldefels (Fotos oben und unten)



Das erste Bad im spanischen Mittelmeer


So kann sich René freuen, wenn er den Sprung ins kalte Nass bei 16° überlebt hat :-))





Unser Zeltplatz in der „Hundehütte“ im Ort Castelldefels


Mittwoch,  8. Mai 2024

Radtour von Deltebre nach Tarragona:  78,5 km, 440 hm 
Stadtbesichtigung


Wir genießen die Fahrt auf dem platten Land des Ebrotals  noch eine Dreiviertelstunde,
dann beginnt „der Ernst des Lebens“: auf kleinen Straßen kurven wir um viele Schlaglöcher herum, es sind enorme schweißtreibende Steigungen und Gefälle zu bewältigen. Wir sind froh, wenn wir wieder auf der Nationalstraße fahren können.  Neben den kleinen Straßen gibt es keine großen Plantagen mehr, sondern kleinere Olivenhaine und kleinen Wäldchen mit verschiedenen Bäumen.
Tarragona kündigt sich durch Industrie entlang der Straße an; wir kommen in unser Hotel PIGAL- so einen freundlichen und hilfsbereiten und lustigen Chef haben wir noch nicht erlebt! Er zeigt auf einem Plan und erzählt dazu, was wir unbedingt sehen müssten! Wir machen uns gleich auf zum Amphittheater, was im 2. Jhdt nach Christus erbaut worden ist und in denen Gladiatorenkämpfe mit Menschen und Tieren  stattgefunden haben. Später wurde auf der Arena eine Kirche erbaut, von der nur noch Ruinen übrig sind.
Sehenswert war auch die riesige Kathedrale mit diversen Seitenschiffen und vielfältigen Altären. Besonders gefallen hat uns die antike Orgel mit tollen Schnitzereien.
Im ganzen Stadtgebiet stößt man auf vielfältige Ruinen aus der römischen Zeit.
Auf einer Hauptstraße, der Rambla Nova, ist eine lebensgroßen Nachbildung aus Bronze des Weltrekordes einer menschlichen Pyramide  zu sehen, von der Christiane und Helmut schon 2017 begeistert waren.
Zum Abschluss des Tages gehen wir in den Hafen. Dort gehen wir in  ein etwas teureres Fischrestaurant essen.



Blick auf Ampolla


Blick zurück aufs Ebrodelta


... nach diesem Tunnel (Autobahnunterquerung) wurde es ernst:


15% Steigung- da geht einem die Puste (und Batterie) aus 


nach 50 km legen wir eine Esspause ein und trockner unsere durchschwitzten Hemden


Tarragona: gegen 15 Uhr erreichen wir unser neues Quartier: Manager Javi


Tarragona: Balkon und Aussicht gen Norden


römisches Amphitheater


Kathedrale


Altstadt


Plaza Fuentes (Quellen) und Rathaus (eingerüstet)


Dieses Monument erinnert an einen Wettbewerb in Tarragona, mit Menschen und Turm zu bilden



Arena


Dienstag,  7. Mai 2024 - Pausetag

Radtour von Deltebre zur Ebromündung und zurück:  29 km 

Zum Glück war nach der letzten Regennacht heute wieder Sonne angesagt! Dafür bläst ein heftiger Wind,  dieses Mal erst von hinten, so dass man fast gar nicht treten muss.
Wir fahren an den Reisfeldern, Wasserkanälen und Schleusen vorbei. An einigen Stellen gibt es üppige  Blumenbüsche, viel Oleander, Wandelröschen und einige unbekannte Blumen, die wir zu Hause im Blumentopf oder im Vorgarten gesehen haben. 

Wir beobachten viele Stelzvögel, verschiedene Vögel bevölkern die Luft, Gezwitscher an vielen Orten. Wander- und Radwege führen zu Aussichts- und Beobachtungsbauten, Flora und Fauna werden auf Tafeln gut erklärt.
Wir  passieren viele Gewässer mit Süß- oder Brackwasser., dies kann je nach Wetterlage und Jahreszeit wechseln. Hinter mit Pflanzen befestigten Dünen  kommen wir zum Meeresstrand: Mit den Füßen hinein, leider hat keiner Badezeug dabei! Das ist eine Entschuldigung,  sich nicht in das kalte Nass begeben zu müssen! Der Sand ist jedoch sehr aufgeheizt; wir legen uns eine Zeitlang hin und lassen uns von der heißen Sonne bescheinen.
Auf der Rückfahrt hat der Wind etwas gedreht und wir bekommen ihn nicht ganz von vorn.



Ebromündung vom Mirador del Zigurat


Kunst am Ebro


Wandelröschen am Dünenrand


man glaubt es nicht: Helmut mit den Füßen im Wasser


René tiefenentspannt (Fotos oben und unten)



Holzstege führen zum Strand


Aussichtsplattform


René beim Beobachten der Wasservögel


Reiher


Stelzenläufer


kleine Erfrischung im Strandrestaurant



Montag,  6. Mai 2024

Radtour von Benicarló nach Deltebre:  52 km, 110 hm 
Deltebre: Einkäufe erledigt, Wäsche gewaschen, Schneiderei aufgesucht 
(Reißverschluss einnähen lassen)

Das war ja  eine Montagnachmittag-Entspannungsfahrt, kaum aufgesessen, schon da :))
Wir fahren auf weitgehend ebener Nationalstraße mit ca. 1,80 m breitem abgetrennten Fahrradstreifen, oft gibt es Hinweise, zu Radlern 1,50m Abstand zu halten, und das tun die Spanier auch!
Viele passierte Orte haben große Yachthäfen; die Hochhäuser warten auf die Feriengäste. die meisten Restaurants haben noch geschlossen, doch Cafés und Bars sind zu jeder Tageszeit gut besucht.

Wir fahren bald auf kleinen Straßen und erreichen das Ebro-Delta, rechts das Meer, dann große Becken mit Brackwasser, links Äcker mit Feldfrüchten wie Salat. Bald gibt es große rechteckige Becken auf beiden Seiten: Wir haben das wohl einzige große Reisanbaugebiet Spaniens erreicht. Es zeigen sich verschiedene Vegetationsperioden, überschwemmte "Felder", zartes Grün und größerer Pflanzen, nur bis zur Ernte dauert es noch einige Zeit. Die Bearbeitung der Felder geschieht mit großen traktorähnlichen Maschinen, die riesige ganz schmale Räder haben. Durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem können die Felder be- und entwässert werden, Wasser stellt der Ebro genug zur Verfügung. Welch ein Unterschied zu den bisher extrem trockenen Gebieten! Das riesige Gebiet ist Heimat von bis zu 400 verschiedenen Vogelarten und vielen Insekten und Amphibien. 
Wir fahren über eine recht neue (2008-2010) gebaute 250 m lange Brücke über den Ebro - ein richtig breiter Fluss!
Am frühen Nachmittag kommen wir in Deltebre an und beziehen ein schönes Apartment. Arbeitsteilung: Helmut fährt zu einem Waschsalon, René geht einkaufen, um am Abend zu kochen. Das für 20 Uhr angekündigte Gewitter bleibt leider aus, auch wenn sich schon seit dem Nachmittag schwarze Wolken über den  Bergen zusammenbrauen. René genießt vor der Tür ein entspanntes Feriengefühl mit einem Glas Rotwein und Oliven!




Sant Carles de la Rabiat: Fischer beim Präparieren seiner Angelschnüre (Netz mit zig Haken?)


Sant Carles de la Rabiat:kleine Parzellen für Utensilien der Fischer


wir haben das Ebrodelta erreicht: viele Bewässerungsgräben im erstklassigen Zustand


El Poblenou del Delta


blühender Garten


paralleles Radeln im Ebrodelta : hier fährt nur selten ein Auto


auf dem Anhänger: Traktorungetüm für Reisfelder 


der Ebro einige Kilometer vor der Mündung- dieser Fluß durchquert mit 900 km Länge ganz Spanien


2010 fertiggestellte Ebrobrücke 


Vinaròs: riesiger Baum im Kreisverkehr


Reisfelder im Ebrodelta


René genießt den Rotwein und die milden Temperaturen


Sonntag,  5. Mai 2024

Radtour von Borriana nach Benicarló:  90 km, 390 hm 

Auch wenn es heute nicht so viel bergauf ging, die letzten Kilometer waren wir recht geschafft!
Es geht  durch viele verschieden große Orte. Anders als bei uns führen die Straßen wie in der Großstadt  durch aneinandergereihte bis zu 6 Stockwerke große Mehrfamilienhäuser, Einzelhäuser sind sehr selten, erst vereinzelt auf dem Land. In fast allen Orten sind auf den Hauptstraßen mehr oder weniger gepflegte breite Radwege (zwei Richtungen) zu benutzen, da fühlen wir uns sehr sicher! In den Orten gibt es viele kleine und an großen Kreuzungspunkten  sehr große   Kreisverkehre, fast immer mit Blumen oder Kunstobjekten in der Mitte. 
Oberhalb der Küste führt uns der Rad-/Wanderweg auf eine ehemalige Bahnstrecke, die sich durch Berge schneidet und durch Tunnel führt. Es ist Sonntag- uns begegnen sehr viele sportbegeisterte Läuferinnen und Radfahrer, Walker und "Ich-gehe-mit-dem-Hund"- Leuten!

In der kleinen Stadt Alcala de Xivert sehen wir buntes Treiben in einer Straße, das ist interessant.  An langen Tischen sitzen viele Leute verschiedenen Alters  beim Paella-Essen. Es brennen Feuer auf der Straße und Kisten voller Flaschen lassen auf einen geselligen Nachmittag schließen. Hier wird bei einem großen Fest die Beste Paella erkoren, es ist ein lustiges und fröhliches Beisammensein!

Unser Weg führt uns auch wieder durch landwirtschaftliche Gebiete mit südlichen Baumfrüchten, dabei finden wir unterschiedliche  Bewässerungssysteme interessant.
Ab und zu sehen wir zerfallene alte Hütten und Häuschen, die wohl früher als Lagerhäuser dienten.
Wo wir das Meer in der Nähe haben,  reihen sich die Hochhäuser für die Feriengäste eng aneinander. Es gibt Yachthäfen, an den Stränden sonnen sich einige Urlauber, aber kaum einer geht ins Wasser. 

Helmut und Christiane waren 2017 auf ihrer halbjährigen Radtour rund um die iberische Halbinsel für einige Tage in Benicarló - Helmut hatte sich im kalten Märzklima eine Bronchitis eingefangen. Wer Interesse hat, diese Reise nachzuerleben, kann in den Blog: 
herbertradl2017.blogspot.com 
eintauchen (nicht wundern, damals nannten wir uns beim 2. Namen "Herbert und Gabriele").



Sonntagsausflug auf den Pferden


Castelló de la Plana: vorbildlicher Radweg


Castelló de la Plana: Basilica de Nuestra Señora


El Palasiet: toller Rad und Wanderweg auf ehemaliger Bahntrasse


El Palasiet: Sonntag ist Ausflugstag für Familien und Sportler


zwischen Benicasim und Oropesa


Oropesa: längerer Tunnel für Radler


Oropesa: Kunst im Kreisverkehr


bei Torreblanca: Feigenbaum im Haus


halb vertrocknete Blüte der Aloe Maculata


Alcala de Xivert: Dorffest von der Jugend organisiert mit Prämie für beste Paella (Fotos oben u. unten)



Alcala de Xivert: Schwalbennester an Balkondecken


km 70 bis km 80: guter Radweg, parallel zu den Gleisen


 km 85: letzte Stärkung mit Schoko + Vanillecrema in Croissants 


Benicarló: wir sind am Ziel !


Samstag,  4. Mai 2024

Radtour von Almussafes - Valencia - Borriana:  79 km, 170 hm (69 km + 10 km)

Das sollte ein entspannter Tag werden! Nur eine "kurze" Strecke, und dann vielleicht noch an den Strand? Ein leckeres Frühstücksbuffet, und dann geht es los: Über kleinere Vororte durch Valencia, noch einige schöne Bauwerke unterwegs... wir treffen an einer Kreuzung Maurice, der sich nach dem Studium in Bonn einen Job in Valencia als Softwareentwickler gesucht hat und hier sein Glück machen will! Toll, dazu gehört Mut! Im Rückblick hätten wir das vor Jahrzehnten auch gern gemacht...

Wir hören plötzlich Live-Musik mit Schlag- und Blasinstrumenten, dazu tanzen junge Frauen voller Freude! Es ist ein Junggesellinnen-Abschied! Verrückt, dass es dies auch in Spanien gibt! 
Wir schauen voller Freude daran längere Zeit zu und machen einige Videos. Ein Stück weiter ist die Straße gesperrt - ein Radrennen mit 300-400 Teilnehmern!
 In den Außenbezirken gibt es wieder mehr Flächen mit Landwirtschaft, riesige Plantagen mit Südfrüchten und Granatäpfeln, aber auch z.B. Kartoffeln. Wir kommen durch ein großes naturgeschütztes Feuchtgebiet, Schilf zu beiden Seiten und offene Wasserflächen. Hier gibt es viele Vogelarten, wir treffen trotz Verbots auf einen Angler, der uns stolz seinen Fang von ??? auf dem Handy zeigt. 
Durch längere  Pausen kommen wir doch erst gegen 16:30 Uhr in unserer gebuchten Unterkunft an; leider ist niemand da und auch nicht zu erreichen! Kontakt mit booking (Telefonat mit England) kostet unendlich viel  Zeit! Nix mit Strand, aber da liegen nur ein paar Leute, aber keine(r) geht ins Wasser! Zu kalt?  So machen wir uns auf den Weg 9 km zu einem Hostel, das wir als Ersatzlösung vorbuchen möchten,  aber alle Kreditkarten funktionieren nicht??? Zum Glück können wir diese Unterkunft vor Ort buchen!




Tavernes Blanques: Junggesellinnen Abschied mit Musik + Gesang (Fotos oben + unten)



Meliana: Radrennen mit Straßensperrung


Albalat del Sorells: einsame Hauptstraße


Albalat del Sorells: Kirche


 bei Puçol: Europa Radweg E8 (Fotos oben und unten)



Burg in Sagunte, davor riesige Orangenplantagen


Sagunto Brücke: es geht ein kurzes Stück auf die N 340


Anpflanzung jungen Orangenbäume


japanische Wollmispel mit leckeren Früchten


Reservat in Samaruc mit Vögelbeobachtung





Freitag,  3. Mai 2024

Stadtbesichtigung von Valencia

Unser "Freier Tag " fängt mit einem guten Frühstücksbuffet an, dann geht's ein paar Kilometer mit dem Rad zum nächsten Bahnhof Benifaio. Ca. 20 km fahren wir bis Valencia mit der Bahn. Die freundlichen Dame am Schalter rät uns zu einer  Karte mit 10 Fahrten für nur 8€! Der Zug ist gerammelt voll- nicht auszudenken, wenn wir unsere Räder, wie ursprünglich geplant,  nach Valencia mitgenommen hätten.

Valencia - die Stadt voller Barock und Jugendstil! Überwältigend die Häuserfronten in vielen Straßen, schmiedeeiserne Balkongeländer und Stuck, jedes Gebäude in eigenem Stil, Reliefs, Fliesen und Mosaike in reizvollem Zusammenspiel.
Wir betreten den Rathausplatz, wo sich viele Touristen aus der ganzen Welt tummeln. Das Rathaus mit Säulen, die die Simse tragen, zwei Kuppeln links und rechts und einem barocken Turm in der Mitte ist schon beeindruckend! Der ganze große Platz mit dem Springbrunnen und den Geschäften und Restaurants  lässt uns einige Zeit hier verbringen. 
Dann gehen wir zur berühmten Markthalle in einem historischen  Gebäude. Auf 8000 m2 werden hier frische Nahrungsmittel aller Art angeboten: besonders der spanische Jamon-Schinken,  bis zu 5 Jahre abgelagert, Fisch und Meeresfrüchte, Gemüse und Früchte - es soll Europas größter Markt für frische Lebensmittel sein, und gern hätten wir einiges eingekauft und selbst zubereitet, René hätte da schon einige Ideen...

Danach geht es in eine der zahlreichen Kirchen und dann zur Catedral Metropolitana, ein riesiges Gotteshaus. Mit einem deutschsprachigen Audioguide kämpfen wir  uns von Kapelle zu Kapelle. Am meisten faszinieren uns alte die architektonischen Leistungen der damaligen Zeit! Besonders hervorgehoben ist auch der Heilige Kelch, aus dem Jesus und die Jünger bei dem letzten Abendmal getrunken haben sollen, dies soll wissenschaftlich bestätigt sein!:-)

Wir gehen die Calle de la Paz hinunter - ein beeindruckendes Wohngebäude neben dem anderen,
4 - 5-Stockwerke hoch, mit Erkern und Balkonen ausgestattet, mit einer Mischung aus "Jugendstil und Historismus". Der "Palacio del Marqués de dos Aguas" hat eine völlig überladene barocke Fassade - wer's mag...

Am Ende fahren wir mit der Metro zur futuristischen Stadt CAC, Stadt der Künste und Wissenschaften. Ein riesiges Ensemble verschiedener Gebäude und Elemente bringt uns zum Staunen. Es gibt ein interaktives Museum der Wissenschaft und Technik,  Botanischen Garten, Ozeanarium  (das größte Europas) und ein geschwungenes "Bauwunder" für Opern-und Konzerte, ähnlich der "schwangeren Auster", der Oper in Sydney und dem großartigen Bau Elphi.

Etwas mühsam finden wir den Weg zurück "nach Hause"- dank Helmuts Erfahrungen mit elektronischen Wegweisern landen wir kaputt aber sehr zufrieden mit dem Tag in unserem Hotel Ramada in Almussafer.


Bahnfahrt nach von Benifaio nach Valencia:  hier kann keine(r) mehr umfallen :-))


Rathausplatz mit Brunnen und Blumenbeet


Rathaus


Haupteingang der Markthalle


Markthalle mit großem Angebot (oben und unten)



schmales Haus : 1,07m !


Kathedrale


Glockenturm (bis oben 207 Stufen!)


Aussicht vom Turm auf die Stadt Valencia


Blick auf die futuristischen Gebäude des COCs


faszinierende Gebäude


COC - Stadt der Wissenschaft (und Fotos unten)





Abendessen auf der Strasse

Donnerstag,  2. Mai 2024

Radtour von Gata de Gorgos nach Almussafes: 89 km, 190 hm
Abends zum Restaurant in Almussafes: 2 x 3 km
Reparatur: 2x Kette verhakt zwischen Kettenblatt und Kettenschutz an Renés Rad 

Oh, Herr der Winde (dios de los vientos), wie gerne hätten wir DICH mit einer Opfergabe besänftigt! Wie wäre es mit einem ganzen Baguette gewesen (wir hatten noch ein altes von gestern!)  Dann hättest du DEINE Windrichtung ein kleines bisschen geändert, vielleicht von links oder besser noch von hinten! Dann hätten auch die heftigen Böen nicht so viel ausgemacht, wo wir heftig gegenlenken mussten! Die ganze Zeit von Beginn an bläst DU uns von vorne an wie gefühlte 5 - 6 % Steigung!
Mit massiver elektrischer Unterstützung  schaffen wir doch die Strecke von Gata de Gorgos bis Almussafes und landen ca. 20 km vor Valencia in einem bezahlbaren Hotel im Gewerbegebiet. 
Wir durchfahren u.a. die Orte Oliva, Gandia, Cullera, Sueca. Links von uns erhebt sich ein mittelhoher Bergzug, wir radeln durch ein breites Tal, geprägt von verschiedenen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, natürlich alle mit Bewässerung. Im Osten, wo die Küste verläuft, sehen wir die vielen Hochhäuser für den Tourismus. Die Trockenheit wird zunehmend weniger, einige Rinnsale sind zu sehen, später dann richtig gefüllte Flüsse und Wasserkanäle. Viele verschiedene Vögel sind zu hören.  Schon die ganze Tour über bewundern wir an den Häusern rote und lila Bougainvillea, Oleander und viele andere Blüten. Auch an den Feldrainen gibt es viele Blumen und Blüten, die wir zu Hause im Topf halten oder für den Garten im Frühjahr kaufen!
Es ist ein richtig anstrengender Tag, wir gehen früh schlafen (24Uhr ist für die Nachteule René früh) und freuen uns auf den morgigen "freien Tag" in Valencia!




... so kann man sein Fahrrad auch abstellen (Möbelgeschäft in Gata de Gorgos)


Hund mitten auf der Straße neben dem Wochenmarkt


Wochenmarkt in Oliva


Bierdosenzaun neben Orangenplantage (bei Piles)


Erwischt! Pestizide werden in der Orangenplantage verteilt


 Der Via verde (grüner Weg) de la Safor wird von Radfahrern gut genutzt


Gandia: Blick auf die Altstadt und ausgetrocknetem Fluß


Xeraco: hier scheint es genug Wasser zu geben


Esspause bei km 50 zwischen den Orten Tavernes de la Valldigna und Xeraco


diese junge Frau mit Rad und Anhänger hat viel Energie 


passen sie ihre Geschwindigkeit an ! (neben dem Fluß - siehe Foto unten)


Cullera mit Fluß Jucar


Cullera: Burg und Kirche auf dem Berg


wir radeln wieder einige Kilometer auf dem Europaradweg EV 8


Kreisverkehr in Sollana


Mittwoch,  1. Mai 2024

Radtour von Alicante nach Gata de Gorgos: 86,4 km, 850 hm
Reparatur: Reifenpanne an Helmuts Vorderrad behoben

Einfacher und kürzer wäre es gewesen, westlich am Gebirgszug vorbei, doch René wollte gerne am Meer entlang, vielleicht mal baden?
Die Nationalstraße hat einen ziemlich breiten Radstreifen, das geht! Die Strecke führt an vielen Touristenorten, die an die Berge geklebt sind, vorbei.
Und dann "New-York, New-York" - wie Manhattan, aber es ist nur BENIDORM! Es gibt  viele Leute, die sich in diesen Touristenburgen wohlfühlen, hier hat man/frau das volle Urlaubspaket! Riesige Hochhäuser, eines neben dem anderen, und die Gaststätten an der Uferpromenade sind voll, hauptsächlich hört man spanisch, englisch, deutsch, niederländisch... 
Nach einer längeren Mittagspause, wo wir engagiertem Beach-Volleyball zuschauen, wobei René gerne mitgemacht hätte...fängt es an zu regnen, also die Vollverkleidung! Mal mehr, mal weniger oder gar nicht, das ist blöd!
Wenn auch die Küstenlandshaft durch die enge massive und hohe Bebauung uns abschreckt, sind die Orte  und Siedlungen im Hinterland sehr hübsch  anzusehen!
Das mit dem Baden hat sich auch erledigt, kein Mensch im Wasser,  und das nicht wegen der Haie :).
Wir kommen nach einer ewig langen starken  Steigung auf die N-332 zurück und am Nachmittag im Hotel in Gata de Gorgos an. Hier bleiben wir nur eine  Nacht, es gibt aber auch nichts Interessantes zu sehen!




Nationalstrasse 332 bietet viel Platz für Radfahrer


Blick zurück auf Alicante


Torre de Illeta in El Campello


 Häuserfront in La Vila Joiosa am Fluß Amadorio 


Benidormer Strand: Esspause eingelegt und den Beachvolleyballern zugeschaut


es fängt an zu regnen: René und Helmut mit "Verkleidung"


Benidorm: René und sein Spinnacker auf dem Radweg an der Promenade


Benidorm: Taubenbrunnen (Fuente de las Palomas)


zum Todschwitzen...


René entledigt sich seiner Regenkleidung, Helmut freut sich über die warme Jacke


Blick auf Baladra-Punta Estrella:  
René kämpft sich die 9% Steigung zur Nationalstrasse hoch


Dienstag, 30. April 2024

Radtour von Murcia nach Alicante: 81 km, 230 hm
Alicante Stadtbesichtigung: 10 km mit unseren E-Bikes

Das Rad runterschleppen aus dem 3. Stock war schnell gemacht! Die Wegstrecke ist meistens asphaltiert und viel auf Landstraßen. Wir haben mit dem Wetter Glück,  es ist kalt am Morgen und es weht heftiger Gegenwind, aber wir bekommen nur ein paar Tropfen ab, obgleich sogar Gewitter angesagt war.  Wir bewegen uns hauptsächlich in einem breiten Tal, links und rechts  die schon bekannten Baumplantagen,  Zitronen dicht an dicht an den Bäumen, wir können den Erntearbeitern zusehen: mit der Hand in einen Eimer, dann in Kisten. Fotografieren dürfen wir keine Personen. Schön anzusehen die riesigen rotblühenden Granatapfelanpflanzungen. Hier geht es zunehmend feuchter zu, in den ausgetrockneten Flussbetten ist manchmal ein kleines Rinnsal zu sehen, selten gibt es Getreidefelder, es wird etwas Heu gemacht, wir sehen  Kartoffeln und ein riesiges Feld mit Petersilie. Alles wird natürlich bewässert, die Regensituation und die niedrigen Temperaturen sind nicht normal!
Wir treffen an einem Bahnübergang die junge Irina aus St. Gallen in der Schweiz, die ähnlich bepackt wie wir mit dem Fahrrad unterwegs ist (ohne Elektro) und entgegen unserer
 Route über  Portugal nach Hause fährt- dazu hat sie bis Juli Zeit!

In Alicante beziehen wir ein luxuriöses Apartment, leider haben wir nicht so viel Zeit für die Stadtbesichtigung. Neben zwei großen Kirchen ist ein schönes Rathaus anzusehen, das Castillo hoch oben schaffen wir nicht mehr. Interessant die Hafenpromenade   "Esplanade".  Der Bodenbelag ist den Wellen des Meeres nachempfunden - sind das jetzt Wellen oder eine optische Täuschung? Hier ist richtig was los, live Musik, Karussells, Souvenirstände usw. Im Hafen  (unser erster Kontakt mit dem Meer seit Almuñecar ) große Jachten, kleinere Segelschiffe und Motorboote, und ein TUI-Schjff.
Wir  besuchen einen Park mit verschiedenen riesigen Ficus-Bäumen. Auf dem Rückweg begegnen wir einer Jazzband, die mit ihrer Musik einige Leute zum ausgelassenen Tanzen  animiert. Das tun wir nicht mehr, auch das Bayernpiel gegen Real hören wir nur auf BR 24.
Anmerkung zum Krankenhausbesuch: René geht es wieder gut mit seiner verletzten Hand!




Stadtbesichtigung Hospital (Verbandserneuerung), Kathedrale, Rathaus, Esplanade d´Espanya


toller Radweg EV8 parallel zum Fluß Segura


Zitronenernte in Alquerías


katastrophale Radwege im Städtchen Beniel


Irina aus St. Gallen radelt uns entgegen und möchte mit ihrem Rad nach Portugal



Naturpark El Fondo mit blühender Limonium Insigne 


Elche: Brücke über den Fluß Vinalopo (Radweg in der Mitte der Fahrbahnen!) 


Alicante: Rathaus


Alicante Esplanade: Bodenfliesen- den Wellen des Meeres nachempfunden


Yachthafen von Alicante


Alicante: Promenade


Alicante Esplanade: riesiger Ficus Macrophylla im Park Canalejas


Jazz Musikgruppe mit spontanen Tanzpaaren


Alicante: in dieser Stadt gibt es exzellente Radwege


Alicante: Theater


Wir verlassen Andalusien


Montag 29. April 2024

Radtour von Lorca nach Murcia: 68,5 km, 140 hm


Im Vergleich zum Samstag ist es heute ein Katzensprung, zumal kaum Höhe zu bewältigen ist! Der Nachteil: Wir fahren auf einer relativ großen Straße, wo auch viel LKW- Verkehr herrscht. Meistens fahren wir dann rechts ran oder suchen eine Bucht auf, die Fahrer wechseln aber fast immer auf die Gegenspur. Wo möglich, nehmen wir Parallelstrecken, die oft schlecht sind, aber hier sehen wir, wie hiesige Landwirtschaft funktioniert. Die Großbetriebe haben große Wasserreservoire angelegt, von denen aus ein riesiges Schlauchsystem die einzelnen Bäume,  hier hauptsächlich Oliven, Mandeln, Zitronen (sie hängen dicht an dicht), Orangen und Wein versorgt. Die niedrigen Pflanzen wie Brokkoli, Artischocken, Zwiebeln werden durch Lochschläuche mit Wasser versorgt. Zum ersten Mal sehen wir die Artischockenpflanzen und fragen uns, was das wohl für kleine Bäume mit kleinen roten Blüten sind? Granatapfelbäume! 
Wir kommen mit den einheimischen "Chefs" am Wegrand in ein kurzes Gespräch und können den farbigen Erntehelfern (auch zwei Frauen dabei) bei der Artischockenernte zusehen.
Wir hatten ja befürchtet, durch den Regen fahren zu müssen, für die Region gut, aber... wir bekommen lediglich ein paar Spritzer ab,  erst in Murcia fängt es richtig an zu regnen. Wir haben ein großes Apartment in einem sehr gepflegten Haus (Hier sind noch ein paar Betten frei, also bitte kommen!) 
Die Fahrräder dürfen nicht im großen Treppenflur stehen, wir müssen sie in den 3. Stock tragen! :((
 War die Fahrt durch die Außenbezirke von altem "DDR-Charme" (bröckelnde Fassaden, grau in grau) gekennzeichnet, so zeigt die Innenstadt  mit tollen Gebäuden und vielen Blumen Arrangements ein wunderschönes Gesicht: die riesige Kathedrale, die leider z.T. renoviert wird und geschlossen war, was angesichts des  mittlerweile stärkeren Regens und Renés  nicht mitgenommener Regenkleidung doppelt blöd ist, also erstmal Kaffee und Tee im Außenrestaurant plus eine gebackene Tapas- Garnele. Der Regen hört jetzt auf und wir suchen das im Reiseführer beschriebene Casino auf.
Restlos begeistert von diesem Gebäude, das ab  Mitte des 19. Jhdts. mit vielfältigen prunkvollen Räumen erbaut worden ist für die "oberen Herren" mit Ballsaal, Salon, Casino, Billardsaal usw., halten wir uns eine lange Zeit darin auf. Für heutige  Mitglieder stehen noch einige Räume mehr offen, auch werden hier Meisterschaften  im Billard ausgespielt. 
Wir laufen noch ein wenig durch die Innenstadt auf der Suche nach unseren Rädern, die aber schnell gefunden sind!




Abschied vom Hotel Felix und der netten Managerin


einige Kilometer hängen wir uns mit 35 km/h an diese Rennradler


Komoot zeigt Landwirtschaftswege, die an Feldern und Viehherden vorbeiführen


René mit einer geklauten Zwiebel- ob jemand sie vermissen wird?


Artischockenernte


Esspause bei Los Ventorrillos (wir freuen uns über die Bank am schönen Radweg)


... dieser Radweg war nur eine kurze Freude, er ist nur 2 km lang


blühende Granatapfelbäume


Murcia: Kathedrale


Casinoeingang - wir müssen unsere Urlaubskasse aufbessern


Casino: Wandverzierung


Casino: englische Bibliothek


Casino: Congresillo


Casino: schmucke Männer im Innenflur


Casino: Deckengemälde im Damenraum


Blumenschmuck am Plaza Santo Domingo


Casa Consistorial (Rathaus)

Samstag, 27. April 2024

Radtour von Tijola nach Lorca: 100 km, 500 hm
und
Sonntag, 28. April 2024
Pausetag in Lorca: Waschtag, Verbandwechsel (René), Check-up unserer Räder, Besuch bei Ibrahima, Blogpflege.
 
Sooo hatten wir uns das nicht vorgestellt: 
93 km trauen wir uns zu, trotz der verletzten Hand, auf gut befahrbarer Strecke.
Leider müssen wir die Erfahrung machen, dass der Weg uns zu einem großen Teil über "Ramblas" - ausgetrocknete Flussbetten - und Feldwege führt, mit tiefen Spurrillen, hervorstehenden großen Steinen und  Kies- und Sandkuhlen. Wir müssen sehr vorsichtig fahren, kleinere Stücke schieben, was natürlich die gesamte Geschwindigkeit erheblich reduziert und kaum Blicke in die tolle Landschaft zulässt. Es gibt aber auch den "Via Verde" auf der alten Eisenbahntrasse, der ist ganz ordentlich. Uns begleiten überwiegend riesige Zitronenplantagen. Jeglicher Ackerbau muss hier sparsam bewässert werden mit kleinen Schläuchen (Tropfenbewässerung). Hier treffen wir auf John, einem Engländer mit E-Mountainbike, der sich im informativen Gespräch (er lebt seit 17 Jahren hier) zum "Comfort-Break" abmeldet und sich am Rand erleichtert. Er kennt sich gut aus in der Gegend und führt uns mehrere Kilometer über "Ramblas" auf den richtigen Weg. 
Die Berge links und rechts bestehen jetzt nicht mehr aus hauptsächlich Lehm und weichem Material, sondern aus verschiedenem metallhaltigen Gestein. Wir kommen an zwei Marmorfabriken vorbei, am Wegrand liegen viele Marmorblöcke. Dies führt in einigen Orten zu Reichtum, wie schöne Häuser und Skulpturen verschiedener internationaler Künstler an der Straße vermuten lassen. 
Helmut sucht immer wieder neue Routen aus, die besser befahrbar sind, aber zu Umwegen führen. 
Bei einer längeren Pause futtern wir alle unser Vorräte auf, schön, mal nicht den Sattel zu spüren!
 Frage: kommen wir heute über 100 km? Nein!!! In Lorca in dem Hotel "Felix" steht der Tacho 
auf 99,8 km! Den Abend beschließen wir in einem Restaurant. 

Der Sonntag ist als Ruhetag geplant: Den Verband wechseln lassen (immer noch kostenfrei!), Helmut geht derweil in einen Waschsalon (für die Wäsche, nicht für sich!), am Nachmittag besuchen wir einen ehemaligen betreuten Flüchtling von Helmut, Ibrahima aus Senegal, der in Spanien auf einer Plantage fest angestellt arbeitet. Ibrahima kann viele Fragen beantworten, zu seiner Familie, der Arbeit, dem Aufenthaltsstatus und allgemein zu der Situation in Spanien. Er bewohnt eine ziemlich "abgewrackte " Wohnung, deren Zustand der Vermieter zu verantworten hat. Mit 5 Afrikanern zahlt jeder 130 € im Monat!
Toll ist der Blick von seiner  Hochterrasse auf die nahe Kirche und den Berg mit der mittelalterlichen Burganlage. Mit ihm und seinem Freund Babu wollen wir die im Plan beschriebene alte Klosteranlage mit Multimedia-Show zur Geschichte der Region ansehen, doch leider geschlossen. Auch die angekündigte  Panorama-Bahn zur Burg ist nicht auffindbar. Wir machen uns auf den halbstündigen Aufstieg zu Fuß, um oben zu erfahren, dass es jetzt um 16.20 keinen Einlass mehr gibt. Hocherfreut, die Burg nicht besichtigen zu müssen, machen wir uns wieder auf den Abstieg :((.

Nachtrag:  Nach der Ambulanz regnet es! Nicht so doll, aber es reicht, um auf der Rückfahrt zum Hotel nass zu werden! Den ganzen Tag tröpfelt es, aber leider  immer noch viel zu wenig für die Region! Es ist der erste Regen in diesem Jahr...




alter Wasserbehälter für die Dampfloks


Blick vom grünen Weg auf Purchena


Marmorblöcke säumen den Via Verde (Steinbrüche bei Olula del Rio?)


Aquädukt bei Huitar Mayor


Marmorskulpturen in Fines (Foto oben und unten)



Zylinderputzer am Via Verde (auch für Nasen und Ohren passend)



Graffiti bei Cantoria: "ich gehe dorthin, wo mich meine Flügel hintragen"


ehemalige Bahnhöfe in Cantoria (oben) und Almanzo (unten)



John aus England (79) lebt schon 17 Jahre in Spanien-
er gab uns viele Tipps


Rambla (Flussbett) - mühsames Radeln (Foto oben und unten)



Nationalstrasse im sehr trockenen Gebiet Huércal Overa


Esspause im Schatten einer Brücke (Via Verde) nach 60 km


wir erreichen Lorca gegen 19 Uhr


René, Ibrahima und Helmut


Kloster de la Merced


Ibrahima und "seine" Stadt Lorca (Foto oben und unten)



Castillo de Lorca und René, Ibrahima und Babu (Foto oben und unten)



Freitag, 26. April 2024

Radtour von Baza nach Tijola: 44 km, 390 hm


Zum Glück können wir trotz der Verletzung von René unsere Tour fortsetzen. 
Wir dürfen das Apartment in Tijola mit einem Tag Verspätung beziehen. Nach kurzer Strecke auf Asphalt finden wir uns auf einem "Feldweg" mit tiefen Reifenspuren und Dellen wieder. Es ist aber nicht so schlimm wie gestern, kein loser Sand oder Kies. So kommen wir gut voran, wenn auch sehr langsam. Links und rechts sind große Plantagen, hauptsächlich Mandel- und Olivenbäume, Weinreben und - zum ersten Mal gesehen- Pistazien.
Die Landschaft ist zum großen Teil hügelig und eben, verändert sich aber zusehends. Wir überqueren einige ausgetrocknete Flussläufe, denen man ansieht, dass hier bei Regen große Wassermengen durchfließen, die die Landschaft prägen. Nach einigen Kilometern auf Asphalt können wir auch auf der Nationalstraße mit Radstreifen fahren. Hier möchten wir erwähnen, dass die spanischen Autofahrer zu den Radfahrern sehr rücksichtsvoll sind: lieber bremsen sie ab, als zu nahe zu überholen. Besonders die LKWs wechseln auf die gegnerische Fahrspur, so dass wir uns sehr sicher fühlen können.
Wir stehen vor der Entscheidung, weiter die Asphaltstraße oder den ausgewiesenen "Via Verde" Weg zu wählen. Zum Glück haben wir uns für diesen Sandweg entschieden, der auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke für den Eisenerztransport verläuft. Die zeitweiligen Wassermassen haben die weichen Sedimente zu riesigen Schluchten und steil abfallenden Hängen einmalig geformt, so dass wir immer wieder staunend stehen bleiben. Wir freuen uns, dass der grüne Weg eine sehr gute Radfahrerqualität hat. In unserer Richtung ging es teilweise ohne zu treten talwärts.
In Tijola finden wir eine freundliche Aufnahme in einem schönen Apartment vor. Hier kochen wir eine Fertig-Paella und René trinkt sein Feierabendbier.



wir haben gelernt: René zieht auch seine Handschuhe an!


die ersten Kilometer waren mühsam mit etlichen Querrillen und Unebenheiten


Schmetterling auf Blüte - eingefangen mit der Zoom Kamera


Mandelbäume mit Solarpumpenbewässerung


Feldarbeiter beim Unkrautjäten (Anpflanzung Pistazienbäumchen): Foto oben und unten



Via verde: der grüne Weg war gut zu befahren



Rennradfahrer kommen uns entgegen


einige Kilometer auf gut zu befahrender Nationalstraße 


bizarre Landschaft - früher wurde hier Eisenerz abgebaut



der Radweg "Via verde" verläuft über die Brücke



Informationstafel, dass der grüne Weg früher eine Bahnstrecke war


René auf der Brücke


Rathaus von Tijola - gleich daneben statten wir der Ambulanz einen Besuch ab...


... neuer Verband und ein Eis zur Belohnung!




Donnerstag, 25. April 2024

Radtour von Guadix nach Baza: 53 km, 630 hm
Nach dem Sturz von René noch weitere 7 km bis zum Hotel

Der Tag beginnt sehr früh und startet mit einem gutem Frühstück in unserem schönen Apartment.
Wir schaffen es, um 9 Uhr loszukommen, denn wir haben heute circa 95 km vor uns. Wir sind guten Mutes, können aber nicht auf der Asphaltstraße weiterfahren, da sie zur Autobahn führt. Wir müssen also einen Nebenweg nehmen, auf dem so viel Kies und Sand liegt, dass wir unsere Räder zwei Kilometer schieben müssen. Wir treffen zwei französische Paare auf Rädern, die unsere Tortur teilen. Endlich können wir wieder radeln, allerdings auf einer ganz schlechten Sandpiste. Wie froh sind wir, als der Belag endlich wieder Asphalt ist, doch das ist von kurzer Dauer. Häufig wechseln sich Sand- und Asphaltpiste ab. Die Stimmung sinkt, zumal die Route parallel zur Autobahn führt. Trotzdem freut es uns, schon um 13:00 Uhr 50 km zurückgelegt zu haben. Kurz vor dem Ort Bazo schmeißt es René an einem steilen Hang dann doch, zum Glück nur mit langsamer Geschwindigkeit. Trotzdem schlittert er etwas mit Hand und Knie über den Kies. Wir schieben die Räder bis zum Ortsrand.. Im Hospital wird die aufgescheuerte Hand gereinigt und verarztet. Wir beschließen die Tagestour abzubrechen. Morgen soll es aber wieder weitergehen, René geht es wieder gut.



Die Sonne hat viel Kraft, der Wind ist aber eiskalt


Mindestens die Hälfte unserer heutigen Tour radeln wir auf Kiesweg


An dieser Viehtränke haben wir eine Mittagspause eingelegt



Der Ort Baza ist fast erreicht, nur noch den Kiesweg herunterfahren ….


… hier hat’s René geschmissen



Mittwoch, 24. April 2024

Radtour von Granada nach Guadix : 56 km, 930 hm
Stadtbesichtigung: 4,5 km mit den Rädern

Da dachten wir, außer mit der Höhe gibt es kaum etwas zu berichten! Und nun sind wir froh, dass wir den doch recht beschwerlichen Weg über die tolle Stadt Granada und nun weiter Richtung Almeria genommen haben.

Komoot führt uns auf kleinen Straßen abseits der Autostraße durch kleine Dörfer, die an den Hängen "kleben". Wir müssen z.B. in Quéntar enorme Steigungen bewältigen, da ist Schieben angesagt! Endlich erreichen wir die Autostraße - der Vorteil: die  windet sich weniger steil  in die Höhe. Links sind die steilen Felswände, in die die Straße eingeschnitten ist, rechts sind schroff abfallende bewaldete und bewachsene Hänge. Hier scheint es etwas mehr zu regnen als an der Südküste, außerdem wird die Gegend mit dem Schmelzwasser aus der Sierra Nevada versorgt. 
Wir kommen an einem großen Stausee vorbei, der als Trinkwasserreservoir auch für Granada dient. Es werden große Investitionen getätigt, um das "agua blanca" zu gewinnen.
Wir erreichen den Gipfel der Strecke auf 1300 m. Es war leichter als gedacht, auch wenn wir ganz schön ins Schwitzen gekommen sind und René komplett seine Oberteile wechseln musste.

Es geht jetzt meistens bergab und wir müssen oft  bremsen, viel schneller als 40 wollen wir nicht fahren! Die Gegend verändert sich, aus Fels zur Linken wird ein Lehm-Sand-Stein Gemisch. Die Straße verläuft oft zwischen den Bergen, in der Ferne sind  natürliche und vom Menschen gemachte Steilhänge in leuchtendem Orange zu sehen. Je näher wir unserem Zielort Guadix (war Asterix mal hier?) kommen, desto häufiger sehen wir in den Bergen Höhlen, die als Stall, Garage oder um die Stadt herum zu Wohnungen ausgebaut sind. Wir fahren zu einem Aussichtspunkt und besichtigen eine komplett in den  Berg gegrabene  eingerichtete Wohnung. Voll klimatisiert, das Jahr hindurch immer 20 Grad!
Helmut fühlt sich an Matmata (Tunesien) erinnert, wo ebenfalls Höhlenwohnungen existieren.
Die Landschaft um Guadix ist so einmalig, dass sie für viele Filme, z.B. Indianer Jones, als Kulisse gedient hat.
Guadix hat auch als großen Anziehungspunkt  u. a. eine riesige Kirche, erbaut im 15. bis 18. Jhdt. mit langen Pausen. Daraus erklärt sich eine Mischung unterschiedlichster Baustile:gotisch,  Renaissance, Barock,  neoklassisch. Leider hat diese Kirche nur bis 18 Uhr auf, morgen ab 11Uhr, da sind wir aber schon wieder unterwegs! Wir schauen uns noch einige der mittelalterlichen Plätze an, kaufen dann ein, denn heute können wir in unserem Appartement selbst kochen.




die Stadtquerung von Quéntar war kräfteraubend und nicht notwendig



Blick auf Quéntar vom Berghang


Waldgebiet zwischen Quéntar und Stausee


Embalse de Quéntar: Stausee und Trinkwasserquelle für Granada



auf dieser Strecke waren viele Rennradler anzutreffen


Pilgerweg (Mozárabe de Santiago) kreuzt Radweg



Berg-Haus Kombination: Ankündigung der Höhlenwohnungen von Guadix


Guadix: Kathedrale


Guadix: Alcazaba


Guadix: Mirador und Höhlenwohnung


Rundumsicht vom Mirador (Foto und folgende...)




Höhlenwohnung von innen


Guadix: Platz "los Corregidores" mit Rathaus


Unser Apartment: abends gibt es eine leckere Suppe und Tomatensalat


Dienstag, 23. April 2024

Stadtbesichtigung: ca. 6 km zu Fuß und einige Kilometer mit dem Touristenzug 

Was für ein Tag! Man braucht bestimmt eine Woche oder mehr, um alles von diesem wahnsinnig umfangreichen  Kulturangebot anzusehen!
Wir haben ein Hop On - Hop Off Ticket gekauft, dieser Minizug auf Rädern fährt eine feste Route durch die Stadt und hält an interessanten Punkten.  So kommen wir zum Kloster La Cartuja, einem ehemaligen Karthäuserkloster: Na ja, im Kreuzgang furchtbare Gemälde von Hinrichtungen der Mönche durch die Mauren, dann auf der anderen Seite die Kirchengebäude, die ab 1514 errichtet worden sind - und da sind wir  vor Erstaunen  wie erstarrt: So einen Prunk hatten wir weder erwartet  noch (René) jemals gesehen: Die Altäre, teilweise frei im Raum, vergoldet,  massige Säulen aus figürlichen Ornamenten,  spanisch-barocke Elemente, wohin man schaut.  Hinter einem freistehenden Altar eröffnet sich ein weiteres auch völlig überladenes Kirchengewölbe, in anderem Stil, aber genau so ehrerbietend! (Renes Eindruck) Und so gibt es noch einige andere Seitenschiffe, die einen zum Erstaunen bringen! 
Wir fahren (nein, laufen, die Bahn ist voll!) zur Arena de Toros.  Auf dem Weg treffen wir eine junge Frau aus Deutschland, die in Granada studiert, und haben ein informative Gespräche. An der Arena haben wir Glück und können durch eine offen stehende Tür in die Zuschauerränge  steigen.
Danach geht es mit der Bahn zur Kathedrale, die man wirklich gesehen haben muss! Haupt- und Seitenschiffe, von denen es mehrere gibt, werden von gewaltigen Säulen gestützt, bestimmt 2m Durchmesser. auch hier gibt es diverse vergoldete Seiten- und Marienaltäre.  Auch dieses riesige Kirchengebäude lässt einen erstaunen! 
Wir haben jetzt so viel gesehen, mehr kann man an einem Tag nicht aufnehmen!

Wir suchen uns einen Platz in einem ruhigen Restaurant und freuen uns auf den Abend:
Wie gestern besuchen wir ein Konzert in dem Kulturhaus. Auch dieses Mal gehen wir mit dem tollen Gefühl "nach Hause" ins Hotel, alles heute richtig gemacht zu haben! (… auch wenn wir die Innenräume der Alhambra nicht anschauen konnten!)


Palast Carlos V: Museum der schönen Künste


Alcazaba


Mirador de San Cristobal:
 Blick auf die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada. Im Vordergrund die Alhambra


Blick vom Mirador auf die Stadt Granada


Enge Gassen in der Medina



Kloster la Cartuja


Kircheninnenräume, 
die sich in der Pracht zu überbieten versuchen
(Foto oben und unten)



Stierkampfarena, heute auch als Konzertstätte genutzt


Treppe, die zu den verschiedenen Ebenen der Arena führt


Ticketschalter der Arena: 
Sitzplätze im Schatten sind teurer


Touristenzug „hop on/ hop off“


Kathedrale von innen


Granadas Hauptkirche: die Kathedrale



Der Abend klingt aus mit der Gruppe 
„Carmen Quesada Jazz Quartet“

Montag, 22. April 2024 

Radtour von Dúrcal nach Granada: 30 km, 220 hm
Stadtbesichtigung: ca. 8 km zu Fuß

Das war ja ein Katzensprung! Schon um 14 Uhr sind wir in unserem Traumziel GRANADA im Hotel Carlos V und können gleich einchecken. Es gibt einen Lift für das Gepäck und die Fahrräder werden sicher in der Tiefgarage geparkt. Wir haben ein schönes Zimmer, angemessen zum Ruf der Stadt! 
Leider- das mussten wir schon vor 14 Tagen festzustellen- gibt es keine Eintrittskarten für die Alhambra, erst wieder Ende Mai! Sehr schade, besonders für Helmut, der vor ein paar Jahren schon einmal keine Karten bekommen hat. Also ein Tipp: erst das Ticket buchen und dann das Hotel!

Wir bewundern trotzdem die vielen Schönheiten der Stadt! Erst geht es hinauf zur Alhambra,  auch von außen ist das Gemäuer der einzelnen Bauwerke bewundernswert! Auf dem Weg nach unten bestaunen wir verschiedene Gebäude und Kirchen, die teilweise vor Jahrhunderten errichtet worden sind. In den Straßen fügen sich neue Gebäude architektonisch harmonisch in die alte Substanz ein. Wir lassen uns entspannt mit den Menschenströmen treiben und genießen Gebäck und Eis! Wir haben mittlerweile beneidenswerte 21 Grad!  (Und bemitleiden euch zu Hause mit Frost und Schnee!)
Durch Zufall (Helmut fragt immer ganz genau!) sind wir auf ein Konzert am Abend  Soul - Funk - Jazz gestoßen. Vorher ein kleines Menü in einem der zahlreichen Touristen- Restaurants, und dann zur Konzertkasse! 5 Minuten zu spät, alle Karten schon weg     :((        Doch der junge Mann von der Kasse kommt zu uns nach draußen, wir sollen warten, und ein paar Minuten später bringt er uns zwei Karten - kostenlos! Es ist ein kommunales Kulturkonzert mit einer 9 köpfigen Band- es hat sich gelohnt! 



Schöne Radwege in der Nähe von Granada


Belohnung in der Croissanteria „Weiße Taube“


In diesem Geschäft hat Christiane sich 2017 ein schönes Kleid gekauft– leider im Hotel damals liegen lassen


Mauern und Türme der Alhambra (Foto oben und unten)



Flüsschen Darro an der Alhambra Mauer


Blick auf die Alhambra von unserem Restaurant


Musikgruppe Jaguardiente


Wieder einmal haben wir Glück mit unserem Quartier


Sonntag, 21. April 2024

Radtour von Almuñécar nach Dúrcal: 50 km, 1100 hm

Olà, das war ein schwerer Start! Auf kleinen Straßen mit bestimmt 10% oder mehr Steigung die ersten 100 Höhenmeter, da mussten wir teilweise schieben! Doch es war die richtige Entscheidung! 
Die Sierra Nevada in der Ferne mit Schnee auf den Gipfeln, und wir erschließen uns eine bizarre Landschaft! Eine lange Strecke können wir auf der Nationalstraße fahren, da ist die Steigung nicht ganz so steil. bei kleinen Pausen können wir unsere Oberschenkel besänftigen!
Es ist eine bergige Landschaft, und die Straßen sind in die Berge eingeschnitten. Oft sehen wir riesige Autobahnbrücken,  unsere mit dem Rad befahrbare Straße windet sich langsam die Berge hoch. Häufig rasen Motorradfahrer an uns vorbei  oder kommen uns entgegen, aber es ist nur wenig Autoverkehr. Wir kommen an großen Gewächshäusern  für hauptsächlich  Tomaten vorbei, viele  hübsche Orangen- und Zitronenbäume, Avocados, Mandeln, Aprikosen, Oliven stehen an den Straßen. 
Wir überqueren einige Flussläufe, die meisten ausgetrocknet oder allenfalls ein dünnes Rinnsal! 
Gewaltig ein großer Staudamm, der das Schmelzwasser aus den Bergen regulieren soll - aber der Stausee dahinter ist nur halb voll - wie soll das im Sommer werden?
Gut für uns - wir haben Rückenwind! am frühen nachmittag sind wir schon an unserem Zielort Dùrcal ca 25 km vor Granada. Wir haben ein schönes Appartement und können selbst kochen.
Morgen wollen wir schon mittags in Granada ankommen und  haben dann dort 1,5 Tage! 



unsere heutige Tour


Abschied vom Hostel in Velilla, Vorort von Almuñécar


Blick zurück auf Almuñécar


Salobreña


Klettergebiet zwischen Salobreña und Vélez de Benaudalla (Fotos oben und unten)



Autobahn kreuzt "unsere" Nationalstraße



aufgestauter Fluß Izbor


Esspause in den Bergen (Fotos oben und unten)




... nur noch 6 km bis nach Dúrcal


Stadtbrunnen am Zielort Dúrcal


Samstag, 20. April 2024

Radtour von Malaga nach Almuñécar: 83 km, 590 hm

Wir haben in Malaga in unserer Unterkunft einen sehr netten Mann aus Südafrika kennen gelernt und mit ihm einige interessante Gespräche geführt. Helmut heute Morgen noch etwas länger, deswegen sind wir etwas später losgekommen . Wir haben sehr unterschiedliche Straßenverhältnisse, gerne auf den grün gekennzeichneten Radwegen, kurze Strecken am Strand, viel auch auf der Nationalstraße auf dem abgetrennten Radstreifen, der aber auch nicht allzu üppig ist. Die Landschaft wird  immer zerklüfteter, wo die Natur sich selbst überlassen ist und eine Blütenpracht von rot über lila gelb und weiß entfaltet. Es gibt die typischen Bettenburgen mit zehnstöckigen Wohnkomplexen und über 200 Wohnungen, aber auch sehr gefällige Siedlungen. Wir haben einige heftige Steigungen zu bewältigen und es geht auch lange bergab, so dass wir unsere Geschwindigkeit bremsen müssen. Besonders gefällt uns die  kleine Stadt Nerja. Auch hier gibt es massenhaft Wohnungen für die Touristen, der Ort ist aber hübsch anzusehen. Es gibt hier den sogenannten Europa Balkon, von dem aus man einen herrlichen Blick auf das Meer und den Küstenstreifen hat. War es am Anfang der heutigen Tour kühl, so kommt man in der Sonne ganz schön ins schwitzen. Nach der letzten Etappe sind wir froh, in unserem Hostel in Almuñécar, der Partnerstadt von Fürstenfeldbruck, angekommen zu sein!





Etliche Rennradfahrer kommen uns entgegen


Hier werden Sardinen am Holzkohlenfeuer zubereitet


Nerja, Fußgängerzone


Nerja, Europa Balkon (Internetfoto)


Almuñécar


Freitag, 19. April 2024

Malaga Besichtigung : 
7 km Stadtrundgang zu den Burgen Alcazaba und Gibralfaro - 
anschließend Besuch des Picasso Museums

Na ja, früh ist was anderes....frisches Brot vom Bäcker (hmmm) und Müsli und Obst, da kommt man nicht so früh los!
So war der Plan:  von unserm Quartier zu Fuß  zur riesigen Burg Alcazaba mit den 3! Festungsmauern:  
Eine ist gegen uns gerichtet, und das war die riesige Schlange an der Kasse - also nur von außen anschauen und die 500 m zur Burg Gibralfaro hochsteigen. Der tolle Ausblick von oben entschädigt uns 
dafür, dass auch hier die Schlange lang ist. Wir schauen auf das tolle Rathaus, den Hafen, die Stierkampfarena, die Kathedrale und Vieles mehr...In vielen Straßen der Altstadt bestaunen wir die Architektur der alten Wohnhäuser oder des Hospitals!
Auf den Straßen, in den Cafés und vielen Läden und Restaurants "ist richtig was  los"!

Auch viele spanische Touristen haben sich Málaga ausgesucht, wie wir auch am Picasso-Museum feststellen. Trotz Termin müssen wir draußen auf Aufruf warten, drinnen noch einmal  bei der Security!
Mit knapp einer halben Stunde Verspätung dürfen wir dann endlich hinein :
Drinnen werden wir vor "seinem" Maleratelier fotografiert. Dann geht es nach Themen und Bereichen geordnet zu den Ausstellungsräumen. Hier zeigt sich, dass Picasso auch ein sehr guter realistischer Maler war und seine Entwicklung zu den bekannten Stilen sich erst langsam vollzogen hat. Es sind viele Plastiken  und Keramiken zu sehen, die meisten Bilder nicht so bekannt. 
Wir sind froh, wenigstens hier Tickets bekommen zu haben!

Danach sind wir allerdings so müde, dass wir keine großen Aktionen mehr planen und uns bei einem 
Baguette ´mit Jamon :)) und einer Kuchenpastete niederlassen und uns dann auf den Heimweg machen.
Wir haben eine Küche zur Verfügung und kochen eine leckere Gemüsesuppe.





Postkartenansicht der Alcazaba Burg


Touristenstrom zur Burg Gibralfaro


Blick auf das Rathaus von Malaga


Malaga Stadtansicht von der Burg


Neustadt um alte Stierkampfarena


Küstenstreifen in Richtung Marbella


Picassomuseum (Postkartenansicht)


Innenhof des Museums


René und Helmut im "Atelier" von Picasso


1923 - sitzende Olga 


1951 - Frauenkopf


1923 - Mutterschaft


1971 - sitzende Figur


Plaza de Constitucion


Kathedrale von Malaga


wir sind nicht die einzigen Touristen in der Fußgängerzone :-))


Donnerstag, 18. April 2024

Radtour von Marbella nach Malaga : 69 km, 580 hm

Heute ist es eine schwere Tour! Hatten wir gestern noch die gut befahrbaren Streifen an der Nationalstraße gelobt, so ist es heute das Gegenteil!   Der Streifen ist nur noch ganz schmal, außerdem voller "Hubbel" - die meisten Autofahrer wechseln auf die linke Spur, wenn sie uns überholen, auch die LKWs - aber  trotzdem sehen wir zu, dass wir abseits dieser Straße einen Weg finden (Helmut und Komoot sei Dank!).
Die Schwimmnudel als Abstandhalter,  die René gestern verloren, hatte, kaufen wir neu (nur 2€).      So führen uns die Straßen durch viele Siedlungen - teils Touristenburgen mit vielen hohen Wohnkomplexen, teils Orte mit richtig schönen großen Häusern aus der sehr gehobenen Preisklasse. Dazu gepflegte Golfplätze und Parks. Wir haben aber den Eindruck, dass fast jede Grünfläche mit Wohnanlagen für Eigentumswohnungen zugebaut wird. 
Auf Nachfrage erhalten wir die Auskunft, dass nur ca. 20% in spanischer Hand sind, die anderen 80% in internationaler europäischer Hand, besonders Engländer, Niederländer...
Es ist immer nett, mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen, die fast immer sehr zugänglich sind.   
Auf einer kleinen Straße hupt es penetrant hinter uns - ist der blöd, nachher kann er uns doch überholen...nix blöd, René hat seine gelbe dickere Jacke vom Gepäckträger verloren. Zum Glück  war nur ein Auto drübergerollt, und nun wird sie richtig "festgetüdelt". 
Durch die kleinen Straßen müssen wir natürlich viele Umwege fahren und etliche zusätzliche   Höhenmeter hinter uns  bringen - das kostet Zeit,  sind aber nur rund 9 km mehr!  Dafür sehen wir viel mehr. 
Es sind schon einige Touristen da, auch einige Sonnenliegen belegt, aber ins Wasser geht kaum jemand! Die Sonne trägt aber schon bei einigen  Menschen zu einer roten Hautfarbe  bei! 
Viele Afrikaner versuchen,  mit Brillen, Armbanduhren, Tüchern, z.B. Lous-Vitton-Taschen   etwas Geld zu verdienen. Es sind aber zu viele, und alle haben die gleichen Artikel., das ergibt kein gutes Geschäft!
Zwischendurch  machen wir eine längere Pause und futtern alle unsere Vorräte wie Käse, Brot, Wurst und Äpfel auf. Dann geht  es mit neuen Kräften weiter, kurz vor Malaga durch ein grün bewachsenes Naturschutzgebiet mit dem Fluss Rio Viejo.
Nun kommen wir in Malaga an. Es gibt zweispurige Radwege, die auch von vielen  E-Rollern und Skaterinnen benutzt werden. Unser Ziel liegt in der Innenstadt, die Räder müssen wir   (zum Glück  nicht draußen) in den 1. Stock tragen. Es ist eine freundliche Aufnahme, in dem empfohlenen Restaurant essen wir eine herrlich zubereitete Dorade! Das war's...



Abschied von Don Alfredo und der Burg (Fotos oben und unten)



einige Kilometer rattern wir über Holzstege an der Küste


... dann wird es ernst: eine kurze Strecke auf dieser Nationalstrasse reicht uns!


... wir ziehen Umwege durch Bergregionen der Nationalstrasse vor...


 Komoot Navi hat alle Wege parat!


... nach 35 km legen wir am Strand eine Brotzeit ein


danach wechseln sich gute Radwege und verkehrsarme Strassen ab
(Fotos oben und unten)



Strand bei Torremolinos


Touristeninfo mit Gemäldeausstellung (und sauberer Toilette)



10 km vor unserem Ziel überqueren wir eine lange Holzbrücke im Nationalpark



Rio Viejo im Nationalpark



Mittwoch, 17. April 2024

Radtour von La Línea de la Concepcion nach Marbella: 77 km, 530 hm

Punta Europa (Spitze Europas) - so wird für die Region geworben. Viele neu gebaute Wohnungen stehen zum Verkauf - wir schauen in unsere Geldbörsen, ob es reicht...

Heute ist unsere erste größere Radtour! Die Beine werden trotz E-Bike besonders bei den Steigungen ganz schön gefordert, auch der Hintern ist so lange Strecken noch nicht gewohnt, deshalb machen wir einige Pausen. Einen großen Teil der Strecke fahren wir auf einem schmalen durch eine weiße Linie abgetrennten Randstreifen auf der Nationalstraße. Wir fühlen uns recht sicher - die SpanierInnen halten meistens den Sicherheitsabstand ein, viel besser als zu Hause!    

Die Küste ist zum großen Teil mit Ferien-Wohnanlagen bebaut, allerdings zum Glück in sehr unterschiedlichen Stilen.  Sonnenliegen stehen bereit und sind auch häufig schon belegt. Ins Wasser trauen sich aber nur wenige Gäste wegen der kühlen Temperatur.
Von vergangenen kriegerischen Auseinandersetzungen  zeugen noch vereinzelte Burgen und Verteidigungstürme.

Es gibt Regionen, die nur bewachten Zugang haben: Hier gibt es Golf- und Yachtclubs und andere "englische" Sportarten, eigene Yachthäfen und mondäne Villen und pompöse Wohnanlagen.
Man sieht in vielen Orten auch an den Geschäften, dass in diesen fast alles in englischer Hand ist.

Nicht so in der kleinen Stadt Estepona! Sie ist  berühmt durch ihren reichlichen  Blumenschmuck  in  den    Straßen und den vielen Blumentöpfen an den Häusern. Die Straßen mit den schönen Gebäuden und den Blumen begeistern uns!  Gut, dass wir uns die Zeit genommen haben für einen Rundgang!
Ca. 20 km vor unserem Ziel Mabella wird die Straße zur Schnellstraße; die können wir vermeiden, indem wir die fast durchgehende Strandpromenade und einige kleine Straßen nutzen. Dadurch fahren wir manchen Umweg und sind langsam, aber das ist uns die Sicherheit wert!

In Marbella finden wir schnell unser Hotel, das Zimmer ist sehr schön! Und dann der Fahrstuhl! Endlich müssen wir unser ca. 50 kg Gepäck nicht hochschleppen!

In der Altstadt finden wir viele Restaurants, wir bekommen dort einen leckeren Tomatensalat  mit riesigen Scheiben! Und dann unser Wunschessen: Paella mit Meeresfrüchten! Es kam aber nicht wie erwartet ein großer gelber Berg Reis mit den Beilagen, sondern eine glühheiße  Pfanne mit flachem braunen Reis - sehr lecker! 
Und jetzt ist es schon wieder 1 Uhr nachts....


unsere heutige Tagesetappe


Wäschedeko im Hotel


sicheres Radeln auf der Nationalstraße


Yachthafen von Duquesa


Castillo de la Duquesa 


blühende Promenade 


Belohnung: Eispause in Estepona


… das Haus meiner Oma in Estepona


blumengeschmückte Altstadt von Estepona



Kunstturnen beim Losradeln


Estepona


… nicht immer war der Küstenstreifen so menschenleer


An der Küste bläst ein kalter Gegenwind


Um 19 Uhr erreichen wir unser Hotel „Don Alfredo“ in Marbella 


Blick vom Hotel auf die Burg

Dienstag, 16. April 2024

Radtour um Gibraltar und Wanderung auf den Gipfel des Felsens 
Radtour 16 km , 280 hm; Wanderung 5 km, 280 hm

Zum Glück haben wir doch unsere Fahrräder genommen und sind nicht die 23 km zu Fuß gegangen oder z.T. mit dem Bus gefahren. 
Nach der Passkontrolle (Schengen ist wohl nur z.T. angekommen) empfing uns die britische  "Kolonie". Die Preise sind hier deutlich höher, nur der Sprit ist billig, Benzin 1.33€!
Wir quälen uns die Serpentinen mit deutlicher Steigung hoch, die Schenkel brennen, aber - geschafft bis auf halbe Höhe! Den  restlichen Weg zu Fuß, da waren  schon einige Pausen nötig! Bei 29 Grad und strahlendem Sonnenschein waren die zwei Wasserflaschen für jeden bitter notwendig!
Der Weg führt uns nach einem saftigen Eintrittspreis zu den verschiedenen Stationen britischer Militärgeschichte: die ersten Militärbasen 1704 und dann das Tunnelsystem, das zur Verteidigung gegen die deutschen Angriffe im WK II geschaffen worden war. Bis zu 16.000 Soldaten standen hier bereit! 
Uns interessiert das alles nicht sonderlich, aber die Ausblicke auf das Meer, die Stadt Gibraltar, die leider im Dunst verschwindende afrikanische Küste sind grandios! Wir hätten auch die Seilbahn
oder ein Taxi nehmen können, aber das ist ja zu einfach, und wir sind stolz, es geschafft zu haben! Oben sind wir natürlich den berühmten Affen begegnet, die von den Menschen kaum Notiz nehmen, erst wenn Bananen auftauchen. 

Für den Rückweg bergab hat Helmut dann noch einen anderen Weg aufgetan: Viele schmale Treppen, und dann einen Pfad durch dichten Pflanzenbewuchs und felsige Abstiege.
Unten angekommen gab es dann kühles Wasser und ein Eis! 
Danach erkunden wir den Rest von Gibraltar mit dem Rad - es gibt eine Einbahnstraße um die Halbinsel, die auch durch zwei recht lange alte Tunnel führt.  
Zum Glück hat René Badehose und Handtuch dabei (Helmut leider nicht) - so kann er im gut besuchten Strandbad  das erste kurze Bad im doch recht kalten Meer nehmen. 
Dann geht es in unsere Unterkunft zurück, und nach   kleiner Ruhezeit auf die Suche nach einem Restaurant, was gar nicht so einfach ist. Viel Außengastronomie, aber die Leute haben nur Getränke  und ein paar Tapas vor sich.  Wir finden ein argentinisches Restaurant.  Dabei läuft das Fußballspiel Barcelona  - Paris! Großer Jubel ertönt, wenn  Paris Tore erzielt, das können wir nicht verstehen! Es stellt sich heraus, dass die meisten Fans von Madrid waren und sie Barca nichts gönnen!  Auf dem Heimweg begegnen wir mehrfach dem lautstarken Jubel der Madridfans!

Den Tag gestern tragen wir morgen nach, es ist schon nach Mitternacht! 


 

Radtour um Gibraltar


Wanderung


Stadt Gibraltar




Blick von der Festung auf die Stadt


Seilbahn - ohne uns!


Berberaffe oben auf dem Gipfel


Restaurant auf der oberen Seilbahnstation


Abstieg teilweise über die Treppe


Wanderweg durch die üppige Vegetation


 Besuch des Strandbads


René nimmt ein Bad im kalten Meer


Wasserfall


Auf der Rückseite des Felsens stehen einige Hochhäuser


Blick auf Gibraltar bei der Rückfahrt nach Spanien



Montag, 15. April 2024

Fähre von Tanger nach Tarifa (Spanien) 
Radtour von Tarifa nach La Línea de la Concepcion: 56 km , 610 hm

Wir sind schon lange vor der Abfahrtszeit im Hafengebiet - zum Glück, denn wir müssen erst lange suchen, bis wir zu unserem Ableger mit der Schnell- Katamaran- Fähre kommen! Wir tauschen uns  mit  einigen  Miteisenden in interessanten Gespräche aus. 
Als es endlich losgeht, sind wir schon in weniger als einer Stunde in Tarifa und machen uns gleich auf den Weg nach La Linea..., wo Helmut  ein Zimmer vorgebucht hat.  
An Bord treffen wir auf eine junge Familie aus Kanada, die fünf Monate! mit ihren Kindern zwischen 4 und 11 mit Rädern und einem Anhänger für die Kleine in Europa unterwegs sind! 

 Die Höhenmeter machen uns schon zu schaffen, doch daran müssen wir uns gewöhnen, es stehen uns noch einige bevor! Wir wollen durch Algeciras fahren und nicht einen großen Umweg fahren; doch war dies gar nicht einfach, alle Brücken über Wasserarme sind für Fahrräder gesperrt, und endlich überqueren wir (verbotenerweise?) Bahngleise, die uns die Weiterfahrt ermöglichen. 

In Gibraltar hätten wir den mehrfachen Preis bezahlen müssen! Am nächsten Tag geht's dann auf Gibraltatr's Rock... 






Kanadisch-französische Familie mit drei Kindern (mit Genehmigung der Familie dürfen wir das Bild veröffentlichen)


Ankunft in Tarifa 


Cafeteria El Mirador de Estrecho


Blick auf Marokko über die Straße von Gibraltar



Auf der Nationalstraße N340 gibt es einen breiten Streifen zum Radeln


Algeciras hat im Hafenbereich gute Radwege


Naturschutzgebiet nahe des Flusses - es gibt wenige Brücken zum Überqueren




Blick auf den Hafen von Gibraltar,  
5 km vor unserer Unterkunft in la Linea de Conception



Sonntag, 14. April 2024


Letzer Tag in Marrakesch - Besuch des Gartens Secret - Flug nach Tanger (20 Uhr)

Der letzte Tag - wir freuen uns auf Tanger, wo es weniger hektisch,  mit weniger Gedränge zugeht. 
Zum Glück erwischen wir das letzte Tuk-Tuk, allerdings für Selbstfahrer! René hat volles  Vertrauen in Helmuts Fahrkünste, nach 12 Stunden zur Halbzeit Fahrerwechsel!.......

Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben, besucht René das Freibad, welches zu der bewachten Wohnanlage gehört.   Für Helmut liegen vom Vermieter Badeshorts und Handtuch bereit, was er aber aufgrund von Verdauungsproblemen  nicht nutzen kann. Es unterscheidet sich hinsichtlich der Badebekleidung nicht von einem europäischen Bad!  
Wir planen vorher den Besuch des berühmten  Jardin Majorelle und machen uns am frühen Nachmittag durch die Medina auf denWeg. Wir lernen Ecken kennen, die eher für die Einheimischen sind, viele Handwerksbetriebe.
Leider ist keine Eintrittskarte für den Gartenbesuch mehr zu erhalten, wir hätten am Tag vorher buchen müssen! 
Jetzt landet unsere 60km/h schnelle Fähre in Tarifa / Südspanien. Wir melden uns später nochmals. Hasta la proxima!!!



Spiegel einstellen und los geht die Reise nach Tanger mit dem Tuktuk


Rene sitzt hinten in der Kiste- nach 12 Stunden Fahrerwechsel


Möbelschreiner in der Altstadt


Taxistand mit Stadtmauer Türmen


Lederwarenverkauf im Souk


Pavillon mit Brunnen im Jardin Secret







Schönes Eingangsportal in der Medina


22:30 Uhr erreichen wir unser Hostel in Tanger. 
Rene schläft im Hochbett



Samstag, 13. April 2024

Ballonfahrt, Friseur und Medinaspaziergang

Welch ein Spaß, eine Ballonfahrt mitmachen zu können. Weniger spaßig ist das frühe Aufstehen, um den Sonnenaufgang noch mitbekommen zu können. Um 4:40 Uhr steht der Abholservice vor unserem Quartier und auf gehts zum Startplatz 30 km östlich von Marrakesch.
Wir fuhren querfeldein auf Holperstraßen zu einem großen Zelt. Dort gab es Kaffee oder Tee und Gebäck- von Ballons war noch nichts zu sehen. Doch dann kam Bewegung in die Sache: Die Ballonbahnen wurden ausgerollt, ein Gebläse pumpte die Hüllen auf.
Dann kamen die Brenner zum Einsatz, und unser Ballon richtete sich auf. 12 Leute kletterten in den Korb, der  an  einem Auto befestigt worden war. Dann ging es etwas holperig über den Boden, bis wir uns fast unbemerkt erhoben. Die Stille wurde nur vom sporadischen Rauschen des Brenners unterbrochen. Herrlich der Sonnenaufgang im Osten (wo auch sonst?) , , unter uns das ausgedörrte Land mit Lehmhäusern, ab und zu ein paar Schafe, in der Ferne das Atlas- Gebirge. 
Es war eine sehr entspannte Ballonfahrt, wohl keine/r hatte Flugangst. Viel zu schnell war die luftige Stunde vorbei. Wir hatten ca. 600 Höhenmeter erreicht, höher wäre es wegen des Windes sehr schaukelig geworden!

Die Landung war unspektakulär, wir mussten in die Hocke gehen und uns an Griffen halten, falls der Korb gekippt wäre. Durch eine Öffnung in der Kappe wurde die heiße Luft abgelassen, damit die Hülle sich schnell legen konnte.

Danach wurden wir zu einem Berber Frühstück eingeladen: Tee, Brotfladen, Marmelade und Honig, Oliven und harte Eier.

Dann brachte uns unser Ralleyfahrer (Regeln sind nur Empfehlungen!) wieder nach "Hause", wo wir noch eine Stunde Schlaf nachgeholt haben.  

René hatte schon zu Hause den Wunsch geäußert, in Marokko zum Coiffeur zu gehen.  Bisher hatten die Friseure geschlossen, aber heute sollte es sein, auch wenn Helmut Renés  Karajan-Frisur gut fand!  Der  Schnitt war nicht so viel anders wie zu Hause, nur sehr viel gründlicher ! Die Haarwäsche mit Kopfmassage, nicht nur 10 Sekunden wie zu Hause! Wir einigten uns auf eine halbe Fingerlänge, den Bart ganz kurz! Mit Kamm und Schere, Ecken, Konturen  und Bart mit dem Rasiermesser!  
Das Ergebnis war so gut, dass auch Helmut sich der Prozedur unterzog, und das gerade einmal für 7€!

Den Rast des Tages haben wir uns unbekannte Ecken der Medina  mit vielen Werkstätten angesehen - da sprechende Bilder für sich!



30 km östlich von Marrakesch: Frühstück um 5:30 Uhr
für Ballonfahrer


Der Ballon ist abflugfertig





Zwölf Touristen und ein Pilot im Ballonkorb



Die schöne Haarpracht ist weg



Jetzt geht’s René an die Gurgel


Plastikflaschen Sammler auf dem Moped


Hier sind die Esel "zu Hause"

und René hat wieder einen neuen Hut, den anderen hat er verloren

Mit diesem Rad möchten wir nicht nach Deutschland radeln


Verzierte Eingangsportale (siehe Fotos, oben und unten)



Mobile Tankstelle und Werkstatt für Mopeds


Katzenversorger René




Freitag, 12. April 2024

Marrakesch: Besuch des Platzes Jemaa el Fna (Platz der Geköpften)

Das liest sich/  hört sich furchtbar an! Dabei ist diese Todesstrafe noch im einigen Ländern vorhanden, wird aber nur noch in Saudi-Arabien praktiziert! 
Heute ist es der berühmteste Platz in Marokko, gehört zum immateriellen Kulturerbe.
Es ist eine Ansammlung der verschiedensten Genres: Gaukler wie Tänzer, Artisten, Musiker, Schlangenbeschwörer etc., Händler mit kunsthandwerklichen Produkten aus Leder, Textil,   Keramik (wunderschöne Teller und Schüsseln passen nicht mehr ins Radgepäck) , Gewürze und Tees, Naturheilmittel und Vieles mehr! Viele Frauen lassen sich Henna-Tatoos  auf die Hände und Arme malen.
Wir schauen uns das bunte Treiben von einer Restaurant - Terrasse bei einem Getränk an.  
Kaum hat René Schlangenbeschwörer fotografiert, hat er auch schon eine Schlange um den Hals!
Das ist nicht wirklich schlimm, außer für den Geldbeutel! Bei jedem Foto und Video wird man zur Kasse gebeten, oft sehr unverschämt!
Auch wenn wir Hunger haben, so lassen wir uns nicht von den preiswerten Angeboten der Garküchen verführen. Gerne hätte René von dem Nationalgericht "kleine Schnecken im Sud"probiert - sie scheinen zu schmecken, jedenfalls probehalber einer Touristin!
Da wir aber am nächsten Tag ein tolles Programm haben, wollen wir uns nicht dem Risiko einer Darminfektion aussetzen!!!

So essen wir denn in einem der zahlreichen Restaurants auf dem Heimweg eine glühend heiße "Tajine" mit Huhn und Gemüse.



Enge Gassen in der Medina, mit vielen Menschen und Mopeds


Teekannen, Lampen und Teller vom Metallhandwerk


Früher Platz der Geköpften – heute mit Darbietungen ein Magnet für alle Touristen und Einheimische


Kaum 5 Minuten auf dem Platz, schon hat René eine Schlange um den Hals


Obststand


Pflegeprodukte en masse


Henna Tattoostand ohne Kundschaft


Flaschenangeln


Nüsse, Datteln und Feigenstand


Wir verlassen den berühmten Platz und treten 
den Heimweg ins Quartier an
(Foto vom ARTE Marrakesch Film)




Donnerstag, 11. April 2024

Marrakesch: Besuch der Paläste Bahia und Badiá

Es ist doch schön, ein ordentliches Frühstück serviert zu bekommen, mit Pfannkuchen, Veggie-Frikadelle und Bratei etc.! So gestärkt machen wir uns auf den Weg in die Medina, zu Fuß...
guck mal, da steht ein Tuk-Tuk, den Spaß gönnen wir uns, bei der Hitze laufen wir noch lange genug!
Helmut verhandelt den Preis, 50 Dirham. Doch da stehen zwei Polizisten auf Motorrädern, der Fahrer wird kontrolliert wegen ???, doch auch wir müssen unsere Ausweise zeigen, die notiert werden. Nach drei Anläufen, zu Fuß unsere Tour fortzusetzen, werden wir "entlassen".
Den wunderschönen Palast Bahia finden wir ohne Probleme, durch Gassen mit verschiedensten Verkaufsständen, interessant sind die Gewürz- und Kräuterläden! Entgegen unserer Befürchtung geben sich die Verkäufer der Stände mit einem klaren "No" zufrieden und belästigen uns nicht, wie man so oft hört.  Ganz interessant ist der Holzschnitzer, der Ornamente in Holzbalken schnitzt (Bild!) und den wir fotografieren durften.
Der Palast zeigt sich zu Recht als Touristenmagnet! Wir bestaunen die  vielseitigen Ornamente in. den einzelnen Räumen, die kleinteilig  geschnitzten und bemalten Deckengewölbe. Es gibt einen kleinen"Riad" (Innenhof) als Garten und einen großen als Platz mit kunstvollen Säulen. Hunderte von Arbeitern und Künstlern haben an diesem Bauwerk vom Ende des 19. Jhdts. gearbeitet. Gleichzeitig zeigt sich hier die Macht und der Reichtum der Sultane - wie bei uns in Europa! In diesem Palast sind auch Teile des Films "Laurence von Arabien" und andere gedreht worden.
Vor dem Eingang warten zweispännige Kutschen  auf Touristen.  

Es geht nach kurzer Pause weiter zu dem  z.T. restaurierten Badia-Palast. 

Von diesem Palast stehen nur noch die Grundfesten, zum großen Teil restauriert. Auf dem riesigen Gelände gibt es drei große Wasserbecken (50m?), eines mit niedrigem Wasserstand. Das ist wohl der Grund, weshalb sich auf den noch stehenden Mauern mehrere besetzte Storchennester befinden mit ca. fünf Störchen, aber nur ein Paar. Hoffentlich gibt es für alle genug zu fressen!  
Der Palast ist im 16.Jhdt. erbaut worden und zum großen Teil mit Zuckerexporten bezahlt worden. Allerdings stand der Palast nur rund 100 Jahre und wurde dann von einem Aleviten-Sultan geplündert für seinen eigenen Palast. Es gibt kleine Videos von der Restaurierung, leider nur in arabischer Sprache, aber trotzdem interessant. Mittlerweile machen  uns die Hitze und die langen Fußmärsche zu schaffen! Deshalb geht es mit einem Dacia-  Taxi zurück "nach Hause". Wir decken uns mit Wasser ein - so viel trinken wir sonst nie!
Wir ruhen uns aus und schreiben an diesem Blog.
Für die Restaurants im Viertel sind wir um 21 Uhr zu spät, so kaufen wir Brot und Käse und  lassen uns auf der  Dachterrasse nieder. Hier treffen wir  eine junge Dänin aus Arhus , deren Freund mit Magenproblemen im Zimmer geblieben ist, und tauschen uns über unsere Erlebnisse aus. Sie bringt uns dann auf eine ausgefallene Idee...doch dazu später mehr!





Aussicht von der Terrasse unserer Unterkunft in Marrakesch


Zugang zu unserem Quartier am Rand der Altstadt


Handwerker im Souk


Enge Gassen in der Medina


Pferdekutschen für die Touristen in der Nähe des Palastes Bahia


Eingang des Palastes Bahia


Im Palast waren wir nicht die einzigen Touristen…


Es gibt viele Verzierungen aus Stuck und Zedernholzschnitzereien zu bewundern 
(Fotos oben und unten)



Schattenplätze sind bei 36 Grad sehr beliebt 



Innenhof mit Brunnen



René sieht nur so kaputt aus – er ist es aber nicht! 
Dieser Platz unten links in der Ecke ist für den Sonnenkönig bestimmt
(fürs Foto musste er sich dort platzieren)



es geht weiter zum nächsten Palast ... durch den Souk der Gewürze



So hat früher der Palast Badia ausgesehen (Foto von einem Gemälde)


Eingangsbereich des Palastes Badia 
im halbrestaurierten Zustand




Mittwoch, 10. April 2024

Reisetag: Flug von Tanger nach Marrakesch

Wieder ein Frühstück auf der Dachterrasse, der bestellte Taxifahrer holt uns und eine Mitbewohnerin  und unser Mini-Gepäck überpünktlich ab. Der Flughafen ist sehr übersichtlich, der Flug ziemlich ruhig trotz starker Winde. Es gibt auch beim Auschecken noch einmal eine Pass- und Sicherheitskontrolle, vielleicht will jemand eine nicht entdeckte Bombe ins Land schmuggeln?  Ein Taxi müssen wir am Automaten vorbuchen und bezahlen.

Das Zimmer entspricht nicht ganz der Buchung, aber okay! Nach einer Pause (Helmut duscht, wir sind mitten im Hochsommer gelandet mit 35 Grad) machen wir uns auf den Weg zur Medina (Altstadt). Waren die Moped-  und Rollerfahrer in Tanger schon heftig unterwegs (auch in den kleinen Gassen, auch trotz Verbots!), so ist es in Marrakesch noch extremer! Nach einer unschönen  Erfahrung mit einem nicht gewünschten jungen Guide (dank Helmuts Konsequenz wurden wir ihn los) zogen wir durch die schmalen Straßen und Gassen.  Wie in Tanger gibt es viele kleine Läden, aber wir werden nicht zum Kaufen ainimiert.  Wir sehen viele teilweise eingestürzte und abgestützte Bauwerke als Folge des jüngsten großen Bebens. Nach einem erfrischenden leckeren Orangensaft finden wir ein Restaurant hoch oben im 3.? Stock jenseits von Lärm und Abgasen, dafür mit einem schönen Sonnenuntergang.

 


Frühstück auf der Dachterrasse des Hostels in Tanger (oben und unten)



Unser Flieger nach Marrakesch


Teil der 9 km langen Stadtmauer von Marrakesch


In dieser Stadt gibt es dreisprachige Hinweisschilder . In der Mitte die Berbersprache Amazigh


Altstadt mit Moschee


Blick auf die Medina von Marrakesch


Sonnenuntergang


Restaurant Dachterrasse in der Medina von Marrakesch


Was essen wir heute?


Dienstag, 9. April 2024

Radtour zum Leuchtturm von Cap Spartel: 30 km, 670 hm

Das war doch eine gute Idee! Nach einem kleinen Frühstück auf der sonnigen Dachterrasse (Kaffee und Tee stehen kostenlos bereit!) müssen wir wieder umziehen, da wir ungeplant einen Tag länger in Tanger bleiben - kein Problem, doch es sind nur noch zwei Plätze im 4Bett-Zimmer frei (Jugendherberge lässt grüßen!), leider werden wir davon nicht jünger!

Wir beschließen, an der Küste Richtung  Westen und Atlantik zum Cap Spartel  mit dem berühmten Leuchtturm zu fahren, ca.15 km. Wir schieben uns durch die Altstadt und radeln vorsichtig durch die Außenbezirke, dann auf einer kleinen Straße, die links und rechts von hohen Mauern begrenzt  wird. Alle paar 100m ist ein Wachhäuschen mit einem Soldaten. Gegen wen halten die hier Wache?  Überhaupt begegnen wir vielen polizeilichen Sttraßenkontrollen.     

 Wir   fahren ein Stück zurück, auf die normale gute Landstraße. Es geht ewig bergab, wir müssen viel bremsen. Am Ziel erwartet uns ein großer gepflegter Freizeitpark, natürlich kann man wieder Andenken und  Nippes kaufen.  Wir steigen auf den Leuchtturm, oben empfängt uns nicht nur ein starker Wind, sondern auch ein grandioser Ausblick auf die Küste und das nicht weit entfernte Europa.

Unten im Gebäude gibt es eine geschichtliche und technische Ausstellung (Schlacht bei Trafalgar).

Nach einem Thé al Mente geht es wieder zur Stadt, bergauf, bergauf, bergauf und danach wieder bergab...

Den Abend beschließen wir in unserem "Stammrestaurant", natürlich wieder ein Ramadan-Menu, und beobachten das geschäftige Treiben zum Beginn des Zuckerfestes mit Luftballons und Landesflagge.


Marktstände in der Altstadt von Tanger (oben und unten)



Blick über die Steilküste auf Europa



Blühende Ginsterbüsche


UNESCO Weltkulturerbe Leuchtturm Cup Spartel




Treppenaufgang innerhalb des Leuchtturms





Rücktour: Blick auf die Stadt Tanger

Montag, 8.April 2024

Tanger Stadtrundgang


Da wir einen Tag später angekommen sind, dafür länger bleiben, mussten wir umziehen.
Am Tag vorher hatte "ein Freund des Hauses" mit Beziehung zum Bahnpersonal uns abgeraten, am Bahnhof Tickets nach Marrakesch zu kaufen, unendliche Schlangen am Schalter! Er würde uns Tickets besorgen! 
Den   Tag machten wir zu Fuß Besichtigungen, Moscheen,  
eine jüdische Synagoge mit einer Ausstellung von alten Fotos (Winston Churchill, Onassis, die Callas etc.), eine englische Kirche im maurischen Stil mit einer interessanten Führung, viele alte Häuser und Bauwerke.  Wir bewundern viele alte Türen, die mehr oder weniger gepflegt sind. Wir sehen  viele  Katzen; die meisten sind zutraulich, viele haben Junge. Sie werden oft gefüttert mit Trockenfutter, hauptsächlich jedoch mit den abgenagten Knochen  vom vergangenen Festmahl. 
Wieder im Hostel, wir wollen es uns mit einem Buch auf der Dachterrasse gemütlich machen, kommt der Manager mit der Nachricht: Alle Züge nach Marrakesch ausgebucht, auch kein Platz in einem Bus, auch nicht + - 1 Tag! Daran hätten wir denken können! Der Grund ist die Urlaubssaison nach dem Ramadan! Also gleich nach Europa mit den Rädern?  Doch es gibt ja noch einen Flieger! Hier buchen wir Plätze bei Ryan Air. Also haben wir morgen noch einen Tag hier in Tanger und Zeit, die Region mit dem Rad zu erkunden ! Der Hinflug ist für den 10.4. und der Rückflug abends für den 14.4. gebucht - Glück gehabt!


Parkanlage neben der Medina



da fehlen doch 2 Kugeln! Helmut kauft beim Bäcker Rumkugeln ohne Rum!


St. Andrew Kirche mit Pflanzenvielfalt auf dem Friedhof





Maurischer Baustil in der Kirche: hier fanden früher gemischte Gottesdienste statt


in der Botanik sind die Grabsteine nicht leicht zu finden


Museum Fondation Lorin - eine ehemalige Synagoge



Sonntag, 7.April 2024

Radtour: Ksar es-Seghir - Tanger Medina (Bayt Alice Hostel) 40 km, 630 hm

Zum ersten Mal mit dem vollen Gepäck länger unterwegs! Komplett wiegt jedes Fahrrad knapp 50 kg, auch mit Unterstützung durch den E-Motor muss man da ganz schön treten!
Wir fahren an der Küste des Mittelmeeres entlang  nach Westen, bei einer kleinen Pause zum Frühstücken macht sich  René auf den Weg nach unten - das Wasser hat schon 16 Grad!, an der Luft ca. 21, es gibt einen ordentlichen Wellengang. Die Strecke ist sehr hügelig, wir sind an manchen Stellen froh, oben angekommen zu sein, dafür saust es sich schnell bergab.
Schon kündigt sich Tanger-City durch weiße Hochhausareale an. Wir können in der breiten  Fußgängerzone am Meer entlang fahren  auf Betonplatten, wir vermuten eine riesige unterirdische Parkanlage, gläserne Fahrstuhlkästen deuten darauf hin.  
Bei dem "Palast der Künste und Kultur" sind wir begeistert von dem schönen Gebäude; dahinter branden große Wellen an die Felsenküste. 
Jetzt geht es wieder mit den Autos auf die Straße, die meisten halten guten Abstand, so dass wir uns sicher fühlen.  Bald kommen wir in die Medina, die Altstadt mit unendlich vielen verwinkelten Gassen. Hier müssen wir schieben, und Helmut findet schließlich in dem Labyrinth unsere Unterkunft. Unsere größte Sorge bis dahin: Wo lassen wir unsere Räder und das meiste Gepäck, schließlich haben wir entgegen unserer ursprünglichen Planung vor, mit der Bahn nach Marrakesch zu fahren statt mit dem Rad nach Casablanca.
Super! Unser überaus hilfsbereiter  Manager der Unterkunft bietet uns Platz für die Stahlrösser im Eingangsbereich, und das auch für die ca. fünf Tage, die wir unterwegs sind. Besser hätten wir es gar nicht treffen können!  Gepäck ins Zimmer bringen, und dann geht es in die Kasbah mit ihren vielseitigen Geschäften: Schuhe und Lederwaren, einheimische Kaftane und westliche Kleidung, Unterhosen von Calvin Klein, Unterhosen von xxx, Gold- und Silberschmuck, Abteilungen mit Fleischständen, Gemüse und Obst, Geschirr und Keramik usw. - wie früher auf dem Hamburger Fischmarkt. Dazwischen Cafés und Restaurants, wir nehmen einen Thé a la Menthe  (Pfefferminztee mit frischen Blättern und süß) zu uns - lecker!  Interessant, den verschiedenen Berufen wie Schneider, Schuster oder Bäcker, Tischler  bei der Arbeit auf oft sehr alten Maschinen zuzusehen!
Noch interessanter: wie  finden wir den Weg "nach Hause"?
Auch das klappt mit Helmuts Erfahrung mit Google maps und maps me !
Nach einer Ruhepause kommt dann der Hunger, und wir stürzen uns wieder ins Getümmel auf der Suche nach einem Restaurant, doch das  ist recht schnell gefunden. Mit Ausblick auf das Treiben unten aus dem Fenster (es wird langsam dunkel, die Muslime dürfen endlich essen und trinken) bestellen wir das "Ramadan Menu" : Als Auftakt ein hartes Ei, süßes  Gebäck und Datteln, dann eine Suppe mit Kichererbsen, eine  Tajine mit Fleisch nach Wahl, Fruchtsaft (den wollte René gar nicht in Marokko trinken, weil...), Brot, Wasser und zum Abschluss eine Creme Brulee. Das  alles zu einem moderaten Preis! 
Das war doch ein erlebnisreicher Tag!, und wir konnten gut schlafen, auch wenn es wegen der zwei Stunden Zeitverschiebung noch früh war!






Frühstückspause nach 18 km - Rapsdotter blüht oberhalb des Strandes Oued Aleane


die Küstenstrasse bietet schöne Ausblicke


Tonwaren am Straßenrand


Fleißige Frauen beseitigen den Müll am Straßenrand


Forêt Sidi Mnar


die Großstadt kündigt sich an (oben und unten)



Tanger: Palast der Künste und Kultur


Parkanlage vor dem Palast der Künste


Kollege auf dem Rad OHNE Motor!


... noch sehen die Beiden frisch aus! Blick auf Alt-Tanger 


... in der Medina müssen wir die Räder schieben


Im Labyrinth der Medina: unser Quartier Bayt Alice Hostel


Reception des Hostels



Aussicht von der Dachterrasse des Hostels




Altstadt Tanger: Süßigkeiten in der Kasbah


Schreiner bei der Arbeit


Gemüsestand in der Kasbah


Geschäfte in der Kasbah




Friseur bei der Arbeit


gepflegte Häuser in der Medina


Blick in eine Moschee




Gang an der Stadtmauer


Abendessen im Restaurant "Le Bistrot"



Backstube in der Kasbah


Katzenparadies in der Medina


Marktverkauf am Abend


Spaziergang in der Altstadt: gute Orientierung ist notwendig!

Samstag, 6. April

Schiffsreise Barcelona – Tanger

Mit dieser angenehmen Schiffsreise haben wir nicht gerechnet! In einigen Stunden werden wir Marokko erreichen, ohne Seekrankheit, dafür mit gutem Essen, freundlichem Personal und geräumiger Kabine. 

Wir sind uns nicht sicher, ob wir heute mit unseren Rädern die Innenstadt von Tanger noch erreichen, da der Hafen 45 km von der Stadt entfernt liegt. Eventuell buchen wir ein Quartier in der Nähe der Anlegestelle.

Wir können auch nicht einschätzen, wie lange die Grenzformalitäten dauern werden. Wir lassen uns überraschen . Auch müssen wir prüfen, ob der Internetempfang in Nordafrika aktiviert werden kann, wie wir es geplant haben.

Nachtrag am Abend: 

Wir sind pünktlich im internationalen Hafen von Tanger (Tanger Med) gelandet. Dort haben wir uns gleich eine Unterkunft besorgt und im benachbarten Restaurant eine leckere Tajin gegessen.

Besonders bemerkenswert ist, dass man sich den Einreisestempel für Marokko bereits auf dem Schiff holen konnte. Dadurch konnte jedes Fahrzeug und jeder Passagier schnell nach dem Anlegen die Fähre verlassen.


unsere Fähre, die uns von Genua nach Tanger gebracht hat


wir verlassen den Hafen von Genua mit 2 stündiger Verspätung (15 Uhr)



... und landen am nächsten Vormittag in Barcelona



... es gibt sogar einen Katzenraum auf dem Schiff !


... irgendwie vertreibt man sich die Zeit mit Blödsinn bei einer 55 stündigen Schiffsreise


Abschied von Barcelona 


Alle Gepäckstücke befinden sich vor dem Fahrstuhl auf Deck8 des Schiffes. 
Jetzt müssen wir nur noch die Räder im Laderaum wiederfinden.


Ankunft in Afrika; René sortiert noch seine Packtaschen


Unsere erste Nacht in Marokko : Unterkunft in Ksar-es-Seghir


Blick von der Terrasse auf den internationalen Hafen Tanger Med


Die letzten Tage kaum etwas getan ... und doch hungrig:
Tajingericht im Restaurant


Donnerstag, 4. April und Freitag, 5. April

Schiffsreise Genua - Barcelona 

Heute müssen wir früh hoch! Um 9 Uhr, 4 Stunden vor Abfahrt, sollen wir da sein! Kein Problem, 8 Uhr geht es los, es sollen 20 Minuten Weg sein. Ist doch ganz schön kompliziert, die Fähre zu finden!

So sind wir erst kurz vor 10 an der Fähre, aber null Problemo, jetzt geht alles gaaanz langsam. Wir treffen den Radreisenden Alois, der hilfreich ist und viele Tipps parat hat. Wäre schön ihn wieder auf dem Riesenschiff zu treffen. Wir helfen einer älteren (wie wir) Italienerin mit ihrem Gepäck, die sich in Barcelona  an den Augen operieren lässt, ein sehr netter Kontakt.

Und nun sollten wir um 13 Uhr los, es ist nach 15 Uhr... hoffentlich kommen wir in Tanger nicht allzu spät an.  Die Ankunft soll am 6. April um 18:30 Uhr sein - es erwartet uns eine 55 stündige Reise mit dem Schiff.



Die Tour beginnt - Abreise um 8 Uhr


Bahnhof in Verona



Kolosseum in Verona


Verona: Rathaus 


Fluß Etsch - mit viel Schlamm aufgrund der letzten Regenfälle


Blick von der Terrasse des Castel San Pietro


Verona: auf der steinernen Brücke


Verona: Blick aufs Castel San Pietro


Verona: Altstadtgewühl nahe der steinernen Brücke





Verona: Obstkauf vor der Zugreise nach Genua


Genua: San Lorenzo


 Hafen von Genua: 
mit diesem Schiff wäre eine Reise nach Tanger nicht so komfortabel



Genua:
Fahrstuhl zum Check-in im Hafenbereich


Auf geht's! Unsere Fähre Excellent


Kabine auf der Fähre - welch ein Luxus!



...auch dieses Auto mit den vielen Rädern hat einen Platz im Schiff gefunden


Mittwoch, 3. April

Zugreise Verona - Tortona - Genua

Erste Station Mailand - wie gern hätten wir uns die imposante Stadt angeschaut! Im nächsten Zug nach Tortona, kennt ja jeder, nur wir nicht, und dann 

16:15 Uhr Ankunft in Genua. Erstmal unser gebuchtes Zimmer aufsuchen und Gepäck abladen, dann einige Stunden nutzen, um uns die Stadt anzuschauen. Beim Radeln durch die Altstadt geht uns das Herz auf - sooo viele tolle alte Gebäude, z.T im Jugendstil !

Doch: Wo ist unser gebuchtes Zimmer im "Palazzo San Giorgio"?  Die Straße, endlich gefunden -stimmt, die Nummer auch, doch wie kommen wir in unser Zimmer??? Helmut setzt  seine ganze Erfahrung ein: Anrufe, Emails, Kontakt zu Booking.com -wir investieren mindestens 2 Stunden und müssen dann eine neue Unterkunft buchen in einem zu uns passenden Jugendhostel ohne Handtücher (zubuchbar), aber wir haben ja selbst welche dabei ... 

Leider haben wir dann nicht mehr genug Zeit, um uns die hübsche Stadt anzusehen. Vielleicht ein anderes Mal. Großes Glück haben wir, dass wir die Räder in einer Garage einschließen können!


Rückblick über die letzten Tage

Jephee, wir haben es geschafft: Seit 11 Uhr haben wir eine geräumige Kabine an Bord der Fähre von Genua nach Marokko! Der Weg dahin war nicht einfach. Schon die Bahnfahrt von Hamburg nach München hat für René seine Tücken: 

Etliche Male erhält René den Hinweis, dass seine im Februar gebuchte Bahnfahrt so nicht stattfinden kann . Dreimal war er im Reisezentrum am Hauptbahnhof in Hamburg, um das zu klären, dann hat es doch geklappt: Ein ganzes Abteil  für sein Fahrrad im Ersatzzug.

Am 2. April ging es dann von München mit dem Zug nach Verona, wo man sich mit den schweren Rädern und Gepäck die Waggonstufen hochquälen muß. Eine spannende Frage geht uns durch den Kopf: bekommen wir in Verona am nächsten Tag einen Zug nach Genua? Wir konnten nichts vorbuchen.

Jaaa, drei Regionalzüge, also 2x umsteigen!  Aber erstmal das schöne Verona anschauen, die Innenstadt mit den hübschen Gebäuden und Palästen, einen tollen Überblick über Stadt und Fluß Etsch vom Castel San Pietro! Froh waren wir über die elektrische Unterstützung beim Erklimmen der Höhe mit unseren Rädern! Am Abend die erste Pizza in der Altstadt beim Sonnenuntergang.  



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