Frankreich-/Schweiz-/Deutschlandkarte mit Radroute (zur Vergrößerung aufs Bild klicken)
Am Samstag fahren wir zu unseren Freunden Angelika und Muhsin nach Riehen bei Basel in die Schweiz.
Sie sind am Tag vorher aus der Türkei gekommen. In Lörrach treffen wir uns vorher mit Angelika in einem Café. Am Abend ist Fußball angesagt, Dortmund - Real (Finale Champions League).
Am Sonntag gibt es ein schönes Frühstück, und dann satteln wir die Drahtesel. Es regnet nur ganz leicht, danach wird es trocken.
Nach ca. 25 km, bei einer kleinen Fotopause, kippt Renés Rad um, und der Bremsgriff für die Vorderradbremse bricht ab, so ein Mist! Am Sonntag hat kein Geschäft auf, und nur mit einer Bremse ist es zu gefährlich! So überlegen wir, eine Unterkunft zu suchen und am nächsten Tag die Bremse - sofern Ersatzteile erhältlich - zu reparieren. Alternativ entscheiden wir uns, auch angesichts der furchtbaren Wetterlage in Süddeutschland, die Bahn nach Fürstenfeldbruck zu nehmen. Das ist gar nicht so leicht, durch die Überschwemmungen und den Starkregen fahren die Bahnen nur unregelmäßig und mit Verspätungen. Viele Verbindungen wurden storniert. Unsere Bahnroute: Bad Säckingen - Tiengen (Hochrhein)- Friedrichshafen - Lindau - Geltendorf - Fürstenfeldbruck! 5x einsteigen mit den schweren Rädern, unsicher, kommen die überhaupt mit? Wir haben Glück, es gibt sehr hilfsbereite Leute!
Um kurz vor 22 Uhr kommen wir in Bruck an, und Helmuts Frau Christiane erfreut uns mit einem warmen Essen und einem Glas Wein!
Es ist schade, dass unsere Tour nun so blöd zu Ende geht, aber wir freuen uns, dass wir nach genau 2 Monaten wieder heil angekommen sind!
...und ein wenig stolz und dankbar natürlich, dass unsere Räder uns 2982 km zuverlässig und mit wenig Pannen getragen haben!
Dann, mit abgebrochenem Bremshebel an Renes Rad, entscheiden wir uns für die Möglichkeit, sicher und trocken mit dem Zug nach Hause zu kommen :-))
... wir haben gut Lachen! Mit Glück haben wir Züge nach Fürstenfeldbruck bekommen!
Montag 29. April 2024
Radtour von Lorca nach Murcia: 68,5 km, 140 hm
Im Vergleich zum Samstag ist es heute ein Katzensprung, zumal kaum Höhe zu bewältigen ist! Der Nachteil: Wir fahren auf einer relativ großen Straße, wo auch viel LKW- Verkehr herrscht. Meistens fahren wir dann rechts ran oder suchen eine Bucht auf, die Fahrer wechseln aber fast immer auf die Gegenspur. Wo möglich, nehmen wir Parallelstrecken, die oft schlecht sind, aber hier sehen wir, wie hiesige Landwirtschaft funktioniert. Die Großbetriebe haben große Wasserreservoire angelegt, von denen aus ein riesiges Schlauchsystem die einzelnen Bäume, hier hauptsächlich Oliven, Mandeln, Zitronen (sie hängen dicht an dicht), Orangen und Wein versorgt. Die niedrigen Pflanzen wie Brokkoli, Artischocken, Zwiebeln werden durch Lochschläuche mit Wasser versorgt. Zum ersten Mal sehen wir die Artischockenpflanzen und fragen uns, was das wohl für kleine Bäume mit kleinen roten Blüten sind? Granatapfelbäume!
Wir kommen mit den einheimischen "Chefs" am Wegrand in ein kurzes Gespräch und können den farbigen Erntehelfern (auch zwei Frauen dabei) bei der Artischockenernte zusehen.
Wir hatten ja befürchtet, durch den Regen fahren zu müssen, für die Region gut, aber... wir bekommen lediglich ein paar Spritzer ab, erst in Murcia fängt es richtig an zu regnen. Wir haben ein großes Apartment in einem sehr gepflegten Haus (Hier sind noch ein paar Betten frei, also bitte kommen!)
Die Fahrräder dürfen nicht im großen Treppenflur stehen, wir müssen sie in den 3. Stock tragen! :((
War die Fahrt durch die Außenbezirke von altem "DDR-Charme" (bröckelnde Fassaden, grau in grau) gekennzeichnet, so zeigt die Innenstadt mit tollen Gebäuden und vielen Blumen Arrangements ein wunderschönes Gesicht: die riesige Kathedrale, die leider z.T. renoviert wird und geschlossen war, was angesichts des mittlerweile stärkeren Regens und Renés nicht mitgenommener Regenkleidung doppelt blöd ist, also erstmal Kaffee und Tee im Außenrestaurant plus eine gebackene Tapas- Garnele. Der Regen hört jetzt auf und wir suchen das im Reiseführer beschriebene Casino auf.
Restlos begeistert von diesem Gebäude, das ab Mitte des 19. Jhdts. mit vielfältigen prunkvollen Räumen erbaut worden ist für die "oberen Herren" mit Ballsaal, Salon, Casino, Billardsaal usw., halten wir uns eine lange Zeit darin auf. Für heutige Mitglieder stehen noch einige Räume mehr offen, auch werden hier Meisterschaften im Billard ausgespielt.
Wir laufen noch ein wenig durch die Innenstadt auf der Suche nach unseren Rädern, die aber schnell gefunden sind!
Abschied vom Hotel Felix und der netten Managerin
einige Kilometer hängen wir uns mit 35 km/h an diese Rennradler
Komoot zeigt Landwirtschaftswege, die an Feldern und Viehherden vorbeiführen
René mit einer geklauten Zwiebel- ob jemand sie vermissen wird?
Artischockenernte
Esspause bei Los Ventorrillos (wir freuen uns über die Bank am schönen Radweg)
... dieser Radweg war nur eine kurze Freude, er ist nur 2 km lang
blühende Granatapfelbäume
Murcia: Kathedrale
Casinoeingang - wir müssen unsere Urlaubskasse aufbessern
Casino: Wandverzierung
Casino: englische Bibliothek
Casino: Congresillo
Casino: schmucke Männer im Innenflur
Casino: Deckengemälde im Damenraum
Blumenschmuck am Plaza Santo Domingo
Casa Consistorial (Rathaus)
Samstag, 27. April 2024
Radtour von Tijola nach Lorca: 100 km, 500 hm
und
Sonntag, 28. April 2024
Pausetag in Lorca: Waschtag, Verbandwechsel (René), Check-up unserer Räder, Besuch bei Ibrahima, Blogpflege.
Sooo hatten wir uns das nicht vorgestellt:
93 km trauen wir uns zu, trotz der verletzten Hand, auf gut befahrbarer Strecke.
Leider müssen wir die Erfahrung machen, dass der Weg uns zu einem großen Teil über "Ramblas" - ausgetrocknete Flussbetten - und Feldwege führt, mit tiefen Spurrillen, hervorstehenden großen Steinen und Kies- und Sandkuhlen. Wir müssen sehr vorsichtig fahren, kleinere Stücke schieben, was natürlich die gesamte Geschwindigkeit erheblich reduziert und kaum Blicke in die tolle Landschaft zulässt. Es gibt aber auch den "Via Verde" auf der alten Eisenbahntrasse, der ist ganz ordentlich. Uns begleiten überwiegend riesige Zitronenplantagen. Jeglicher Ackerbau muss hier sparsam bewässert werden mit kleinen Schläuchen (Tropfenbewässerung). Hier treffen wir auf John, einem Engländer mit E-Mountainbike, der sich im informativen Gespräch (er lebt seit 17 Jahren hier) zum "Comfort-Break" abmeldet und sich am Rand erleichtert. Er kennt sich gut aus in der Gegend und führt uns mehrere Kilometer über "Ramblas" auf den richtigen Weg.
Die Berge links und rechts bestehen jetzt nicht mehr aus hauptsächlich Lehm und weichem Material, sondern aus verschiedenem metallhaltigen Gestein. Wir kommen an zwei Marmorfabriken vorbei, am Wegrand liegen viele Marmorblöcke. Dies führt in einigen Orten zu Reichtum, wie schöne Häuser und Skulpturen verschiedener internationaler Künstler an der Straße vermuten lassen.
Helmut sucht immer wieder neue Routen aus, die besser befahrbar sind, aber zu Umwegen führen.
Bei einer längeren Pause futtern wir alle unser Vorräte auf, schön, mal nicht den Sattel zu spüren!
Frage: kommen wir heute über 100 km? Nein!!! In Lorca in dem Hotel "Felix" steht der Tacho
auf 99,8 km! Den Abend beschließen wir in einem Restaurant.
Der Sonntag ist als Ruhetag geplant: Den Verband wechseln lassen (immer noch kostenfrei!), Helmut geht derweil in einen Waschsalon (für die Wäsche, nicht für sich!), am Nachmittag besuchen wir einen ehemaligen betreuten Flüchtling von Helmut, Ibrahima aus Senegal, der in Spanien auf einer Plantage fest angestellt arbeitet. Ibrahima kann viele Fragen beantworten, zu seiner Familie, der Arbeit, dem Aufenthaltsstatus und allgemein zu der Situation in Spanien. Er bewohnt eine ziemlich "abgewrackte " Wohnung, deren Zustand der Vermieter zu verantworten hat. Mit 5 Afrikanern zahlt jeder 130 € im Monat!
Toll ist der Blick von seiner Hochterrasse auf die nahe Kirche und den Berg mit der mittelalterlichen Burganlage. Mit ihm und seinem Freund Babu wollen wir die im Plan beschriebene alte Klosteranlage mit Multimedia-Show zur Geschichte der Region ansehen, doch leider geschlossen. Auch die angekündigte Panorama-Bahn zur Burg ist nicht auffindbar. Wir machen uns auf den halbstündigen Aufstieg zu Fuß, um oben zu erfahren, dass es jetzt um 16.20 keinen Einlass mehr gibt. Hocherfreut, die Burg nicht besichtigen zu müssen, machen wir uns wieder auf den Abstieg :((.
Nachtrag: Nach der Ambulanz regnet es! Nicht so doll, aber es reicht, um auf der Rückfahrt zum Hotel nass zu werden! Den ganzen Tag tröpfelt es, aber leider immer noch viel zu wenig für die Region! Es ist der erste Regen in diesem Jahr...

alter Wasserbehälter für die Dampfloks
Blick vom grünen Weg auf Purchena
Marmorblöcke säumen den Via Verde (Steinbrüche bei Olula del Rio?)
Aquädukt bei Huitar Mayor
Marmorskulpturen in Fines (Foto oben und unten)
Zylinderputzer am Via Verde (auch für Nasen und Ohren passend)
Graffiti bei Cantoria: "ich gehe dorthin, wo mich meine Flügel hintragen"
ehemalige Bahnhöfe in Cantoria (oben) und Almanzo (unten)
John aus England (79) lebt schon 17 Jahre in Spanien-
er gab uns viele Tipps
Rambla (Flussbett) - mühsames Radeln (Foto oben und unten)
Nationalstrasse im sehr trockenen Gebiet Huércal Overa
Esspause im Schatten einer Brücke (Via Verde) nach 60 km
wir erreichen Lorca gegen 19 Uhr
René, Ibrahima und Helmut
Kloster de la Merced
Ibrahima und "seine" Stadt Lorca (Foto oben und unten)
Castillo de Lorca und René, Ibrahima und Babu (Foto oben und unten)
Freitag, 26. April 2024
Radtour von Baza nach Tijola: 44 km, 390 hm
Zum Glück können wir trotz der Verletzung von René unsere Tour fortsetzen.
Wir dürfen das Apartment in Tijola mit einem Tag Verspätung beziehen. Nach kurzer Strecke auf Asphalt finden wir uns auf einem "Feldweg" mit tiefen Reifenspuren und Dellen wieder. Es ist aber nicht so schlimm wie gestern, kein loser Sand oder Kies. So kommen wir gut voran, wenn auch sehr langsam. Links und rechts sind große Plantagen, hauptsächlich Mandel- und Olivenbäume, Weinreben und - zum ersten Mal gesehen- Pistazien.
Die Landschaft ist zum großen Teil hügelig und eben, verändert sich aber zusehends. Wir überqueren einige ausgetrocknete Flussläufe, denen man ansieht, dass hier bei Regen große Wassermengen durchfließen, die die Landschaft prägen. Nach einigen Kilometern auf Asphalt können wir auch auf der Nationalstraße mit Radstreifen fahren. Hier möchten wir erwähnen, dass die spanischen Autofahrer zu den Radfahrern sehr rücksichtsvoll sind: lieber bremsen sie ab, als zu nahe zu überholen. Besonders die LKWs wechseln auf die gegnerische Fahrspur, so dass wir uns sehr sicher fühlen können.
Wir stehen vor der Entscheidung, weiter die Asphaltstraße oder den ausgewiesenen "Via Verde" Weg zu wählen. Zum Glück haben wir uns für diesen Sandweg entschieden, der auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke für den Eisenerztransport verläuft. Die zeitweiligen Wassermassen haben die weichen Sedimente zu riesigen Schluchten und steil abfallenden Hängen einmalig geformt, so dass wir immer wieder staunend stehen bleiben. Wir freuen uns, dass der grüne Weg eine sehr gute Radfahrerqualität hat. In unserer Richtung ging es teilweise ohne zu treten talwärts.
In Tijola finden wir eine freundliche Aufnahme in einem schönen Apartment vor. Hier kochen wir eine Fertig-Paella und René trinkt sein Feierabendbier.
wir haben gelernt: René zieht auch seine Handschuhe an!
die ersten Kilometer waren mühsam mit etlichen Querrillen und Unebenheiten
Schmetterling auf Blüte - eingefangen mit der Zoom Kamera
Mandelbäume mit Solarpumpenbewässerung
Feldarbeiter beim Unkrautjäten (Anpflanzung Pistazienbäumchen): Foto oben und unten
Via verde: der grüne Weg war gut zu befahren
Rennradfahrer kommen uns entgegen
einige Kilometer auf gut zu befahrender Nationalstraße
bizarre Landschaft - früher wurde hier Eisenerz abgebaut
der Radweg "Via verde" verläuft über die Brücke
Informationstafel, dass der grüne Weg früher eine Bahnstrecke war
René auf der Brücke
Rathaus von Tijola - gleich daneben statten wir der Ambulanz einen Besuch ab...
... neuer Verband und ein Eis zur Belohnung!
Donnerstag, 25. April 2024
Radtour von Guadix nach Baza: 53 km, 630 hm
Nach dem Sturz von René noch weitere 7 km bis zum Hotel
Der Tag beginnt sehr früh und startet mit einem gutem Frühstück in unserem schönen Apartment.
Wir schaffen es, um 9 Uhr loszukommen, denn wir haben heute circa 95 km vor uns. Wir sind guten Mutes, können aber nicht auf der Asphaltstraße weiterfahren, da sie zur Autobahn führt. Wir müssen also einen Nebenweg nehmen, auf dem so viel Kies und Sand liegt, dass wir unsere Räder zwei Kilometer schieben müssen. Wir treffen zwei französische Paare auf Rädern, die unsere Tortur teilen. Endlich können wir wieder radeln, allerdings auf einer ganz schlechten Sandpiste. Wie froh sind wir, als der Belag endlich wieder Asphalt ist, doch das ist von kurzer Dauer. Häufig wechseln sich Sand- und Asphaltpiste ab. Die Stimmung sinkt, zumal die Route parallel zur Autobahn führt. Trotzdem freut es uns, schon um 13:00 Uhr 50 km zurückgelegt zu haben. Kurz vor dem Ort Bazo schmeißt es René an einem steilen Hang dann doch, zum Glück nur mit langsamer Geschwindigkeit. Trotzdem schlittert er etwas mit Hand und Knie über den Kies. Wir schieben die Räder bis zum Ortsrand.. Im Hospital wird die aufgescheuerte Hand gereinigt und verarztet. Wir beschließen die Tagestour abzubrechen. Morgen soll es aber wieder weitergehen, René geht es wieder gut.
Die Sonne hat viel Kraft, der Wind ist aber eiskalt
Mindestens die Hälfte unserer heutigen Tour radeln wir auf Kiesweg
An dieser Viehtränke haben wir eine Mittagspause eingelegt
Der Ort Baza ist fast erreicht, nur noch den Kiesweg herunterfahren ….
… hier hat’s René geschmissen
Mittwoch, 24. April 2024
Radtour von Granada nach Guadix : 56 km, 930 hm
Stadtbesichtigung: 4,5 km mit den Rädern
Da dachten wir, außer mit der Höhe gibt es kaum etwas zu berichten! Und nun sind wir froh, dass wir den doch recht beschwerlichen Weg über die tolle Stadt Granada und nun weiter Richtung Almeria genommen haben.
Komoot führt uns auf kleinen Straßen abseits der Autostraße durch kleine Dörfer, die an den Hängen "kleben". Wir müssen z.B. in Quéntar enorme Steigungen bewältigen, da ist Schieben angesagt! Endlich erreichen wir die Autostraße - der Vorteil: die windet sich weniger steil in die Höhe. Links sind die steilen Felswände, in die die Straße eingeschnitten ist, rechts sind schroff abfallende bewaldete und bewachsene Hänge. Hier scheint es etwas mehr zu regnen als an der Südküste, außerdem wird die Gegend mit dem Schmelzwasser aus der Sierra Nevada versorgt.
Wir kommen an einem großen Stausee vorbei, der als Trinkwasserreservoir auch für Granada dient. Es werden große Investitionen getätigt, um das "agua blanca" zu gewinnen.
Wir erreichen den Gipfel der Strecke auf 1300 m. Es war leichter als gedacht, auch wenn wir ganz schön ins Schwitzen gekommen sind und René komplett seine Oberteile wechseln musste.
Es geht jetzt meistens bergab und wir müssen oft bremsen, viel schneller als 40 wollen wir nicht fahren! Die Gegend verändert sich, aus Fels zur Linken wird ein Lehm-Sand-Stein Gemisch. Die Straße verläuft oft zwischen den Bergen, in der Ferne sind natürliche und vom Menschen gemachte Steilhänge in leuchtendem Orange zu sehen. Je näher wir unserem Zielort Guadix (war Asterix mal hier?) kommen, desto häufiger sehen wir in den Bergen Höhlen, die als Stall, Garage oder um die Stadt herum zu Wohnungen ausgebaut sind. Wir fahren zu einem Aussichtspunkt und besichtigen eine komplett in den Berg gegrabene eingerichtete Wohnung. Voll klimatisiert, das Jahr hindurch immer 20 Grad!
Helmut fühlt sich an Matmata (Tunesien) erinnert, wo ebenfalls Höhlenwohnungen existieren.
Die Landschaft um Guadix ist so einmalig, dass sie für viele Filme, z.B. Indianer Jones, als Kulisse gedient hat.
Guadix hat auch als großen Anziehungspunkt u. a. eine riesige Kirche, erbaut im 15. bis 18. Jhdt. mit langen Pausen. Daraus erklärt sich eine Mischung unterschiedlichster Baustile:gotisch, Renaissance, Barock, neoklassisch. Leider hat diese Kirche nur bis 18 Uhr auf, morgen ab 11Uhr, da sind wir aber schon wieder unterwegs! Wir schauen uns noch einige der mittelalterlichen Plätze an, kaufen dann ein, denn heute können wir in unserem Appartement selbst kochen.

die Stadtquerung von Quéntar war kräfteraubend und nicht notwendig
Blick auf Quéntar vom Berghang
Waldgebiet zwischen Quéntar und Stausee
Embalse de Quéntar: Stausee und Trinkwasserquelle für Granada
auf dieser Strecke waren viele Rennradler anzutreffen
Pilgerweg (Mozárabe de Santiago) kreuzt Radweg
Berg-Haus Kombination: Ankündigung der Höhlenwohnungen von Guadix
Guadix: Kathedrale
Guadix: Alcazaba
Guadix: Mirador und Höhlenwohnung
Rundumsicht vom Mirador (Foto und folgende...)
Höhlenwohnung von innen
Guadix: Platz "los Corregidores" mit Rathaus
Unser Apartment: abends gibt es eine leckere Suppe und Tomatensalat
Dienstag, 23. April 2024
Stadtbesichtigung: ca. 6 km zu Fuß und einige Kilometer mit dem Touristenzug
Was für ein Tag! Man braucht bestimmt eine Woche oder mehr, um alles von diesem wahnsinnig umfangreichen Kulturangebot anzusehen!
Wir haben ein Hop On - Hop Off Ticket gekauft, dieser Minizug auf Rädern fährt eine feste Route durch die Stadt und hält an interessanten Punkten. So kommen wir zum Kloster La Cartuja, einem ehemaligen Karthäuserkloster: Na ja, im Kreuzgang furchtbare Gemälde von Hinrichtungen der Mönche durch die Mauren, dann auf der anderen Seite die Kirchengebäude, die ab 1514 errichtet worden sind - und da sind wir vor Erstaunen wie erstarrt: So einen Prunk hatten wir weder erwartet noch (René) jemals gesehen: Die Altäre, teilweise frei im Raum, vergoldet, massige Säulen aus figürlichen Ornamenten, spanisch-barocke Elemente, wohin man schaut. Hinter einem freistehenden Altar eröffnet sich ein weiteres auch völlig überladenes Kirchengewölbe, in anderem Stil, aber genau so ehrerbietend! (Renes Eindruck) Und so gibt es noch einige andere Seitenschiffe, die einen zum Erstaunen bringen!
Wir fahren (nein, laufen, die Bahn ist voll!) zur Arena de Toros. Auf dem Weg treffen wir eine junge Frau aus Deutschland, die in Granada studiert, und haben ein informative Gespräche. An der Arena haben wir Glück und können durch eine offen stehende Tür in die Zuschauerränge steigen.
Danach geht es mit der Bahn zur Kathedrale, die man wirklich gesehen haben muss! Haupt- und Seitenschiffe, von denen es mehrere gibt, werden von gewaltigen Säulen gestützt, bestimmt 2m Durchmesser. auch hier gibt es diverse vergoldete Seiten- und Marienaltäre. Auch dieses riesige Kirchengebäude lässt einen erstaunen!
Wir haben jetzt so viel gesehen, mehr kann man an einem Tag nicht aufnehmen!
Wir suchen uns einen Platz in einem ruhigen Restaurant und freuen uns auf den Abend:
Wie gestern besuchen wir ein Konzert in dem Kulturhaus. Auch dieses Mal gehen wir mit dem tollen Gefühl "nach Hause" ins Hotel, alles heute richtig gemacht zu haben! (… auch wenn wir die Innenräume der Alhambra nicht anschauen konnten!)
Palast Carlos V: Museum der schönen Künste
Alcazaba
Mirador de San Cristobal:
Blick auf die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada. Im Vordergrund die Alhambra
Blick vom Mirador auf die Stadt Granada
Enge Gassen in der Medina
Kloster la Cartuja
Kircheninnenräume,
die sich in der Pracht zu überbieten versuchen
(Foto oben und unten)
Stierkampfarena, heute auch als Konzertstätte genutzt
Treppe, die zu den verschiedenen Ebenen der Arena führt
Ticketschalter der Arena:
Sitzplätze im Schatten sind teurer
Touristenzug „hop on/ hop off“
Kathedrale von innen
Granadas Hauptkirche: die Kathedrale
Der Abend klingt aus mit der Gruppe
„Carmen Quesada Jazz Quartet“
Montag, 22. April 2024
Radtour von Dúrcal nach Granada: 30 km, 220 hm
Stadtbesichtigung: ca. 8 km zu Fuß
Das war ja ein Katzensprung! Schon um 14 Uhr sind wir in unserem Traumziel GRANADA im Hotel Carlos V und können gleich einchecken. Es gibt einen Lift für das Gepäck und die Fahrräder werden sicher in der Tiefgarage geparkt. Wir haben ein schönes Zimmer, angemessen zum Ruf der Stadt!
Leider- das mussten wir schon vor 14 Tagen festzustellen- gibt es keine Eintrittskarten für die Alhambra, erst wieder Ende Mai! Sehr schade, besonders für Helmut, der vor ein paar Jahren schon einmal keine Karten bekommen hat. Also ein Tipp: erst das Ticket buchen und dann das Hotel!
Wir bewundern trotzdem die vielen Schönheiten der Stadt! Erst geht es hinauf zur Alhambra, auch von außen ist das Gemäuer der einzelnen Bauwerke bewundernswert! Auf dem Weg nach unten bestaunen wir verschiedene Gebäude und Kirchen, die teilweise vor Jahrhunderten errichtet worden sind. In den Straßen fügen sich neue Gebäude architektonisch harmonisch in die alte Substanz ein. Wir lassen uns entspannt mit den Menschenströmen treiben und genießen Gebäck und Eis! Wir haben mittlerweile beneidenswerte 21 Grad! (Und bemitleiden euch zu Hause mit Frost und Schnee!)
Durch Zufall (Helmut fragt immer ganz genau!) sind wir auf ein Konzert am Abend Soul - Funk - Jazz gestoßen. Vorher ein kleines Menü in einem der zahlreichen Touristen- Restaurants, und dann zur Konzertkasse! 5 Minuten zu spät, alle Karten schon weg :(( Doch der junge Mann von der Kasse kommt zu uns nach draußen, wir sollen warten, und ein paar Minuten später bringt er uns zwei Karten - kostenlos! Es ist ein kommunales Kulturkonzert mit einer 9 köpfigen Band- es hat sich gelohnt!
Schöne Radwege in der Nähe von Granada
Belohnung in der Croissanteria „Weiße Taube“
In diesem Geschäft hat Christiane sich 2017 ein schönes Kleid gekauft– leider im Hotel damals liegen lassen
Mauern und Türme der Alhambra (Foto oben und unten)
Flüsschen Darro an der Alhambra Mauer
Blick auf die Alhambra von unserem Restaurant
Musikgruppe Jaguardiente
Wieder einmal haben wir Glück mit unserem Quartier
Sonntag, 21. April 2024
Radtour von Almuñécar nach Dúrcal: 50 km, 1100 hm
Olà, das war ein schwerer Start! Auf kleinen Straßen mit bestimmt 10% oder mehr Steigung die ersten 100 Höhenmeter, da mussten wir teilweise schieben! Doch es war die richtige Entscheidung!
Die Sierra Nevada in der Ferne mit Schnee auf den Gipfeln, und wir erschließen uns eine bizarre Landschaft! Eine lange Strecke können wir auf der Nationalstraße fahren, da ist die Steigung nicht ganz so steil. bei kleinen Pausen können wir unsere Oberschenkel besänftigen!
Es ist eine bergige Landschaft, und die Straßen sind in die Berge eingeschnitten. Oft sehen wir riesige Autobahnbrücken, unsere mit dem Rad befahrbare Straße windet sich langsam die Berge hoch. Häufig rasen Motorradfahrer an uns vorbei oder kommen uns entgegen, aber es ist nur wenig Autoverkehr. Wir kommen an großen Gewächshäusern für hauptsächlich Tomaten vorbei, viele hübsche Orangen- und Zitronenbäume, Avocados, Mandeln, Aprikosen, Oliven stehen an den Straßen.
Wir überqueren einige Flussläufe, die meisten ausgetrocknet oder allenfalls ein dünnes Rinnsal!
Gewaltig ein großer Staudamm, der das Schmelzwasser aus den Bergen regulieren soll - aber der Stausee dahinter ist nur halb voll - wie soll das im Sommer werden?
Gut für uns - wir haben Rückenwind! am frühen nachmittag sind wir schon an unserem Zielort Dùrcal ca 25 km vor Granada. Wir haben ein schönes Appartement und können selbst kochen.
Morgen wollen wir schon mittags in Granada ankommen und haben dann dort 1,5 Tage!
unsere heutige Tour
Abschied vom Hostel in Velilla, Vorort von Almuñécar
Blick zurück auf Almuñécar
Salobreña
Klettergebiet zwischen Salobreña und Vélez de Benaudalla (Fotos oben und unten)
Autobahn kreuzt "unsere" Nationalstraße
aufgestauter Fluß Izbor
Esspause in den Bergen (Fotos oben und unten)
... nur noch 6 km bis nach Dúrcal
Stadtbrunnen am Zielort Dúrcal
Samstag, 20. April 2024
Radtour von Malaga nach Almuñécar: 83 km, 590 hm
Wir haben in Malaga in unserer Unterkunft einen sehr netten Mann aus Südafrika kennen gelernt und mit ihm einige interessante Gespräche geführt. Helmut heute Morgen noch etwas länger, deswegen sind wir etwas später losgekommen . Wir haben sehr unterschiedliche Straßenverhältnisse, gerne auf den grün gekennzeichneten Radwegen, kurze Strecken am Strand, viel auch auf der Nationalstraße auf dem abgetrennten Radstreifen, der aber auch nicht allzu üppig ist. Die Landschaft wird immer zerklüfteter, wo die Natur sich selbst überlassen ist und eine Blütenpracht von rot über lila gelb und weiß entfaltet. Es gibt die typischen Bettenburgen mit zehnstöckigen Wohnkomplexen und über 200 Wohnungen, aber auch sehr gefällige Siedlungen. Wir haben einige heftige Steigungen zu bewältigen und es geht auch lange bergab, so dass wir unsere Geschwindigkeit bremsen müssen. Besonders gefällt uns die kleine Stadt Nerja. Auch hier gibt es massenhaft Wohnungen für die Touristen, der Ort ist aber hübsch anzusehen. Es gibt hier den sogenannten Europa Balkon, von dem aus man einen herrlichen Blick auf das Meer und den Küstenstreifen hat. War es am Anfang der heutigen Tour kühl, so kommt man in der Sonne ganz schön ins schwitzen. Nach der letzten Etappe sind wir froh, in unserem Hostel in Almuñécar, der Partnerstadt von Fürstenfeldbruck, angekommen zu sein!



Etliche Rennradfahrer kommen uns entgegen
Hier werden Sardinen am Holzkohlenfeuer zubereitet
Nerja, Fußgängerzone
Nerja, Europa Balkon (Internetfoto)
Freitag, 19. April 2024
Malaga Besichtigung :
7 km Stadtrundgang zu den Burgen Alcazaba und Gibralfaro -
anschließend Besuch des Picasso Museums
Na ja, früh ist was anderes....frisches Brot vom Bäcker (hmmm) und Müsli und Obst, da kommt man nicht so früh los!
So war der Plan: von unserm Quartier zu Fuß zur riesigen Burg Alcazaba mit den 3! Festungsmauern:
Eine ist gegen uns gerichtet, und das war die riesige Schlange an der Kasse - also nur von außen anschauen und die 500 m zur Burg Gibralfaro hochsteigen. Der tolle Ausblick von oben entschädigt uns
dafür, dass auch hier die Schlange lang ist. Wir schauen auf das tolle Rathaus, den Hafen, die Stierkampfarena, die Kathedrale und Vieles mehr...In vielen Straßen der Altstadt bestaunen wir die Architektur der alten Wohnhäuser oder des Hospitals!
Auf den Straßen, in den Cafés und vielen Läden und Restaurants "ist richtig was los"!
Auch viele spanische Touristen haben sich Málaga ausgesucht, wie wir auch am Picasso-Museum feststellen. Trotz Termin müssen wir draußen auf Aufruf warten, drinnen noch einmal bei der Security!
Mit knapp einer halben Stunde Verspätung dürfen wir dann endlich hinein :
Drinnen werden wir vor "seinem" Maleratelier fotografiert. Dann geht es nach Themen und Bereichen geordnet zu den Ausstellungsräumen. Hier zeigt sich, dass Picasso auch ein sehr guter realistischer Maler war und seine Entwicklung zu den bekannten Stilen sich erst langsam vollzogen hat. Es sind viele Plastiken und Keramiken zu sehen, die meisten Bilder nicht so bekannt.
Wir sind froh, wenigstens hier Tickets bekommen zu haben!
Danach sind wir allerdings so müde, dass wir keine großen Aktionen mehr planen und uns bei einem
Baguette ´mit Jamon :)) und einer Kuchenpastete niederlassen und uns dann auf den Heimweg machen.
Wir haben eine Küche zur Verfügung und kochen eine leckere Gemüsesuppe.
Postkartenansicht der Alcazaba Burg
Touristenstrom zur Burg Gibralfaro
Blick auf das Rathaus von Malaga
Malaga Stadtansicht von der Burg
Neustadt um alte Stierkampfarena
Küstenstreifen in Richtung Marbella
Picassomuseum (Postkartenansicht)
Innenhof des Museums
René und Helmut im "Atelier" von Picasso
1923 - sitzende Olga
1951 - Frauenkopf
1923 - Mutterschaft
1971 - sitzende Figur
Plaza de Constitucion
Kathedrale von Malaga
wir sind nicht die einzigen Touristen in der Fußgängerzone :-))
Donnerstag, 18. April 2024
Radtour von Marbella nach Malaga : 69 km, 580 hm
Heute ist es eine schwere Tour! Hatten wir gestern noch die gut befahrbaren Streifen an der Nationalstraße gelobt, so ist es heute das Gegenteil! Der Streifen ist nur noch ganz schmal, außerdem voller "Hubbel" - die meisten Autofahrer wechseln auf die linke Spur, wenn sie uns überholen, auch die LKWs - aber trotzdem sehen wir zu, dass wir abseits dieser Straße einen Weg finden (Helmut und Komoot sei Dank!).
Die Schwimmnudel als Abstandhalter, die René gestern verloren, hatte, kaufen wir neu (nur 2€). So führen uns die Straßen durch viele Siedlungen - teils Touristenburgen mit vielen hohen Wohnkomplexen, teils Orte mit richtig schönen großen Häusern aus der sehr gehobenen Preisklasse. Dazu gepflegte Golfplätze und Parks. Wir haben aber den Eindruck, dass fast jede Grünfläche mit Wohnanlagen für Eigentumswohnungen zugebaut wird.
Auf Nachfrage erhalten wir die Auskunft, dass nur ca. 20% in spanischer Hand sind, die anderen 80% in internationaler europäischer Hand, besonders Engländer, Niederländer...
Es ist immer nett, mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen, die fast immer sehr zugänglich sind.
Auf einer kleinen Straße hupt es penetrant hinter uns - ist der blöd, nachher kann er uns doch überholen...nix blöd, René hat seine gelbe dickere Jacke vom Gepäckträger verloren. Zum Glück war nur ein Auto drübergerollt, und nun wird sie richtig "festgetüdelt".
Durch die kleinen Straßen müssen wir natürlich viele Umwege fahren und etliche zusätzliche Höhenmeter hinter uns bringen - das kostet Zeit, sind aber nur rund 9 km mehr! Dafür sehen wir viel mehr.
Es sind schon einige Touristen da, auch einige Sonnenliegen belegt, aber ins Wasser geht kaum jemand! Die Sonne trägt aber schon bei einigen Menschen zu einer roten Hautfarbe bei!
Viele Afrikaner versuchen, mit Brillen, Armbanduhren, Tüchern, z.B. Lous-Vitton-Taschen etwas Geld zu verdienen. Es sind aber zu viele, und alle haben die gleichen Artikel., das ergibt kein gutes Geschäft!
Zwischendurch machen wir eine längere Pause und futtern alle unsere Vorräte wie Käse, Brot, Wurst und Äpfel auf. Dann geht es mit neuen Kräften weiter, kurz vor Malaga durch ein grün bewachsenes Naturschutzgebiet mit dem Fluss Rio Viejo.
Nun kommen wir in Malaga an. Es gibt zweispurige Radwege, die auch von vielen E-Rollern und Skaterinnen benutzt werden. Unser Ziel liegt in der Innenstadt, die Räder müssen wir (zum Glück nicht draußen) in den 1. Stock tragen. Es ist eine freundliche Aufnahme, in dem empfohlenen Restaurant essen wir eine herrlich zubereitete Dorade! Das war's...
Abschied von Don Alfredo und der Burg (Fotos oben und unten)
einige Kilometer rattern wir über Holzstege an der Küste
... dann wird es ernst: eine kurze Strecke auf dieser Nationalstrasse reicht uns!
... wir ziehen Umwege durch Bergregionen der Nationalstrasse vor...
Komoot Navi hat alle Wege parat!
... nach 35 km legen wir am Strand eine Brotzeit ein
danach wechseln sich gute Radwege und verkehrsarme Strassen ab
(Fotos oben und unten)
Strand bei Torremolinos
Touristeninfo mit Gemäldeausstellung (und sauberer Toilette)
10 km vor unserem Ziel überqueren wir eine lange Holzbrücke im Nationalpark
Rio Viejo im Nationalpark
Mittwoch, 17. April 2024
Radtour von La Línea de la Concepcion nach Marbella: 77 km, 530 hm
Punta Europa (Spitze Europas) - so wird für die Region geworben. Viele neu gebaute Wohnungen stehen zum Verkauf - wir schauen in unsere Geldbörsen, ob es reicht...
Heute ist unsere erste größere Radtour! Die Beine werden trotz E-Bike besonders bei den Steigungen ganz schön gefordert, auch der Hintern ist so lange Strecken noch nicht gewohnt, deshalb machen wir einige Pausen. Einen großen Teil der Strecke fahren wir auf einem schmalen durch eine weiße Linie abgetrennten Randstreifen auf der Nationalstraße. Wir fühlen uns recht sicher - die SpanierInnen halten meistens den Sicherheitsabstand ein, viel besser als zu Hause!
Die Küste ist zum großen Teil mit Ferien-Wohnanlagen bebaut, allerdings zum Glück in sehr unterschiedlichen Stilen. Sonnenliegen stehen bereit und sind auch häufig schon belegt. Ins Wasser trauen sich aber nur wenige Gäste wegen der kühlen Temperatur.
Von vergangenen kriegerischen Auseinandersetzungen zeugen noch vereinzelte Burgen und Verteidigungstürme.
Es gibt Regionen, die nur bewachten Zugang haben: Hier gibt es Golf- und Yachtclubs und andere "englische" Sportarten, eigene Yachthäfen und mondäne Villen und pompöse Wohnanlagen.
Man sieht in vielen Orten auch an den Geschäften, dass in diesen fast alles in englischer Hand ist.
Nicht so in der kleinen Stadt Estepona! Sie ist berühmt durch ihren reichlichen Blumenschmuck in den Straßen und den vielen Blumentöpfen an den Häusern. Die Straßen mit den schönen Gebäuden und den Blumen begeistern uns! Gut, dass wir uns die Zeit genommen haben für einen Rundgang!
Ca. 20 km vor unserem Ziel Mabella wird die Straße zur Schnellstraße; die können wir vermeiden, indem wir die fast durchgehende Strandpromenade und einige kleine Straßen nutzen. Dadurch fahren wir manchen Umweg und sind langsam, aber das ist uns die Sicherheit wert!
In Marbella finden wir schnell unser Hotel, das Zimmer ist sehr schön! Und dann der Fahrstuhl! Endlich müssen wir unser ca. 50 kg Gepäck nicht hochschleppen!
In der Altstadt finden wir viele Restaurants, wir bekommen dort einen leckeren Tomatensalat mit riesigen Scheiben! Und dann unser Wunschessen: Paella mit Meeresfrüchten! Es kam aber nicht wie erwartet ein großer gelber Berg Reis mit den Beilagen, sondern eine glühheiße Pfanne mit flachem braunen Reis - sehr lecker!
Und jetzt ist es schon wieder 1 Uhr nachts....
unsere heutige Tagesetappe
Wäschedeko im Hotel
sicheres Radeln auf der Nationalstraße
Yachthafen von Duquesa
Castillo de la Duquesa
blühende Promenade
Belohnung: Eispause in Estepona
… das Haus meiner Oma in Estepona
blumengeschmückte Altstadt von Estepona
Kunstturnen beim Losradeln
Estepona
… nicht immer war der Küstenstreifen so menschenleer
An der Küste bläst ein kalter Gegenwind
Um 19 Uhr erreichen wir unser Hotel „Don Alfredo“ in Marbella
Blick vom Hotel auf die Burg
Dienstag, 16. April 2024
Radtour um Gibraltar und Wanderung auf den Gipfel des Felsens
Radtour 16 km , 280 hm; Wanderung 5 km, 280 hm
Zum Glück haben wir doch unsere Fahrräder genommen und sind nicht die 23 km zu Fuß gegangen oder z.T. mit dem Bus gefahren.
Nach der Passkontrolle (Schengen ist wohl nur z.T. angekommen) empfing uns die britische "Kolonie". Die Preise sind hier deutlich höher, nur der Sprit ist billig, Benzin 1.33€!
Wir quälen uns die Serpentinen mit deutlicher Steigung hoch, die Schenkel brennen, aber - geschafft bis auf halbe Höhe! Den restlichen Weg zu Fuß, da waren schon einige Pausen nötig! Bei 29 Grad und strahlendem Sonnenschein waren die zwei Wasserflaschen für jeden bitter notwendig!
Der Weg führt uns nach einem saftigen Eintrittspreis zu den verschiedenen Stationen britischer Militärgeschichte: die ersten Militärbasen 1704 und dann das Tunnelsystem, das zur Verteidigung gegen die deutschen Angriffe im WK II geschaffen worden war. Bis zu 16.000 Soldaten standen hier bereit!
Uns interessiert das alles nicht sonderlich, aber die Ausblicke auf das Meer, die Stadt Gibraltar, die leider im Dunst verschwindende afrikanische Küste sind grandios! Wir hätten auch die Seilbahn
oder ein Taxi nehmen können, aber das ist ja zu einfach, und wir sind stolz, es geschafft zu haben! Oben sind wir natürlich den berühmten Affen begegnet, die von den Menschen kaum Notiz nehmen, erst wenn Bananen auftauchen.
Für den Rückweg bergab hat Helmut dann noch einen anderen Weg aufgetan: Viele schmale Treppen, und dann einen Pfad durch dichten Pflanzenbewuchs und felsige Abstiege.
Unten angekommen gab es dann kühles Wasser und ein Eis!
Danach erkunden wir den Rest von Gibraltar mit dem Rad - es gibt eine Einbahnstraße um die Halbinsel, die auch durch zwei recht lange alte Tunnel führt.
Zum Glück hat René Badehose und Handtuch dabei (Helmut leider nicht) - so kann er im gut besuchten Strandbad das erste kurze Bad im doch recht kalten Meer nehmen.
Dann geht es in unsere Unterkunft zurück, und nach kleiner Ruhezeit auf die Suche nach einem Restaurant, was gar nicht so einfach ist. Viel Außengastronomie, aber die Leute haben nur Getränke und ein paar Tapas vor sich. Wir finden ein argentinisches Restaurant. Dabei läuft das Fußballspiel Barcelona - Paris! Großer Jubel ertönt, wenn Paris Tore erzielt, das können wir nicht verstehen! Es stellt sich heraus, dass die meisten Fans von Madrid waren und sie Barca nichts gönnen! Auf dem Heimweg begegnen wir mehrfach dem lautstarken Jubel der Madridfans!
Den Tag gestern tragen wir morgen nach, es ist schon nach Mitternacht!
Radtour um Gibraltar
Wanderung
Stadt Gibraltar
Blick von der Festung auf die Stadt
Seilbahn - ohne uns!
Berberaffe oben auf dem Gipfel
Restaurant auf der oberen Seilbahnstation
Abstieg teilweise über die Treppe
Wanderweg durch die üppige Vegetation
Besuch des Strandbads
René nimmt ein Bad im kalten Meer
Wasserfall
Auf der Rückseite des Felsens stehen einige Hochhäuser
Blick auf Gibraltar bei der Rückfahrt nach Spanien
Montag, 15. April 2024
Fähre von Tanger nach Tarifa (Spanien)
Radtour von Tarifa nach La Línea de la Concepcion: 56 km , 610 hm
Wir sind schon lange vor der Abfahrtszeit im Hafengebiet - zum Glück, denn wir müssen erst lange suchen, bis wir zu unserem Ableger mit der Schnell- Katamaran- Fähre kommen! Wir tauschen uns mit einigen Miteisenden in interessanten Gespräche aus.
Als es endlich losgeht, sind wir schon in weniger als einer Stunde in Tarifa und machen uns gleich auf den Weg nach La Linea..., wo Helmut ein Zimmer vorgebucht hat.
An Bord treffen wir auf eine junge Familie aus Kanada, die fünf Monate! mit ihren Kindern zwischen 4 und 11 mit Rädern und einem Anhänger für die Kleine in Europa unterwegs sind!
Die Höhenmeter machen uns schon zu schaffen, doch daran müssen wir uns gewöhnen, es stehen uns noch einige bevor! Wir wollen durch Algeciras fahren und nicht einen großen Umweg fahren; doch war dies gar nicht einfach, alle Brücken über Wasserarme sind für Fahrräder gesperrt, und endlich überqueren wir (verbotenerweise?) Bahngleise, die uns die Weiterfahrt ermöglichen.
In Gibraltar hätten wir den mehrfachen Preis bezahlen müssen! Am nächsten Tag geht's dann auf Gibraltatr's Rock...
Kanadisch-französische Familie mit drei Kindern (mit Genehmigung der Familie dürfen wir das Bild veröffentlichen)
Ankunft in Tarifa
Cafeteria El Mirador de Estrecho
Blick auf Marokko über die Straße von Gibraltar
Auf der Nationalstraße N340 gibt es einen breiten Streifen zum Radeln
Algeciras hat im Hafenbereich gute Radwege
Naturschutzgebiet nahe des Flusses - es gibt wenige Brücken zum Überqueren
Blick auf den Hafen von Gibraltar,
5 km vor unserer Unterkunft in la Linea de Conception
Sonntag, 14. April 2024
Letzer Tag in Marrakesch - Besuch des Gartens Secret - Flug nach Tanger (20 Uhr)
Der letzte Tag - wir freuen uns auf Tanger, wo es weniger hektisch, mit weniger Gedränge zugeht.
Zum Glück erwischen wir das letzte Tuk-Tuk, allerdings für Selbstfahrer! René hat volles Vertrauen in Helmuts Fahrkünste, nach 12 Stunden zur Halbzeit Fahrerwechsel!.......
Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben, besucht René das Freibad, welches zu der bewachten Wohnanlage gehört. Für Helmut liegen vom Vermieter Badeshorts und Handtuch bereit, was er aber aufgrund von Verdauungsproblemen nicht nutzen kann. Es unterscheidet sich hinsichtlich der Badebekleidung nicht von einem europäischen Bad!
Wir planen vorher den Besuch des berühmten Jardin Majorelle und machen uns am frühen Nachmittag durch die Medina auf denWeg. Wir lernen Ecken kennen, die eher für die Einheimischen sind, viele Handwerksbetriebe.
Leider ist keine Eintrittskarte für den Gartenbesuch mehr zu erhalten, wir hätten am Tag vorher buchen müssen!
Jetzt landet unsere 60km/h schnelle Fähre in Tarifa / Südspanien. Wir melden uns später nochmals. Hasta la proxima!!!
Spiegel einstellen und los geht die Reise nach Tanger mit dem Tuktuk
Rene sitzt hinten in der Kiste- nach 12 Stunden Fahrerwechsel
Möbelschreiner in der Altstadt
Taxistand mit Stadtmauer Türmen
Lederwarenverkauf im Souk
Pavillon mit Brunnen im Jardin Secret
Schönes Eingangsportal in der Medina
22:30 Uhr erreichen wir unser Hostel in Tanger.
Rene schläft im Hochbett
Samstag, 13. April 2024
Ballonfahrt, Friseur und Medinaspaziergang
Welch ein Spaß, eine Ballonfahrt mitmachen zu können. Weniger spaßig ist das frühe Aufstehen, um den Sonnenaufgang noch mitbekommen zu können. Um 4:40 Uhr steht der Abholservice vor unserem Quartier und auf gehts zum Startplatz 30 km östlich von Marrakesch.
Wir fuhren querfeldein auf Holperstraßen zu einem großen Zelt. Dort gab es Kaffee oder Tee und Gebäck- von Ballons war noch nichts zu sehen. Doch dann kam Bewegung in die Sache: Die Ballonbahnen wurden ausgerollt, ein Gebläse pumpte die Hüllen auf.
Dann kamen die Brenner zum Einsatz, und unser Ballon richtete sich auf. 12 Leute kletterten in den Korb, der an einem Auto befestigt worden war. Dann ging es etwas holperig über den Boden, bis wir uns fast unbemerkt erhoben. Die Stille wurde nur vom sporadischen Rauschen des Brenners unterbrochen. Herrlich der Sonnenaufgang im Osten (wo auch sonst?) , , unter uns das ausgedörrte Land mit Lehmhäusern, ab und zu ein paar Schafe, in der Ferne das Atlas- Gebirge.
Es war eine sehr entspannte Ballonfahrt, wohl keine/r hatte Flugangst. Viel zu schnell war die luftige Stunde vorbei. Wir hatten ca. 600 Höhenmeter erreicht, höher wäre es wegen des Windes sehr schaukelig geworden!
Die Landung war unspektakulär, wir mussten in die Hocke gehen und uns an Griffen halten, falls der Korb gekippt wäre. Durch eine Öffnung in der Kappe wurde die heiße Luft abgelassen, damit die Hülle sich schnell legen konnte.
Danach wurden wir zu einem Berber Frühstück eingeladen: Tee, Brotfladen, Marmelade und Honig, Oliven und harte Eier.
Dann brachte uns unser Ralleyfahrer (Regeln sind nur Empfehlungen!) wieder nach "Hause", wo wir noch eine Stunde Schlaf nachgeholt haben.
René hatte schon zu Hause den Wunsch geäußert, in Marokko zum Coiffeur zu gehen. Bisher hatten die Friseure geschlossen, aber heute sollte es sein, auch wenn Helmut Renés Karajan-Frisur gut fand! Der Schnitt war nicht so viel anders wie zu Hause, nur sehr viel gründlicher ! Die Haarwäsche mit Kopfmassage, nicht nur 10 Sekunden wie zu Hause! Wir einigten uns auf eine halbe Fingerlänge, den Bart ganz kurz! Mit Kamm und Schere, Ecken, Konturen und Bart mit dem Rasiermesser!
Das Ergebnis war so gut, dass auch Helmut sich der Prozedur unterzog, und das gerade einmal für 7€!
Den Rast des Tages haben wir uns unbekannte Ecken der Medina mit vielen Werkstätten angesehen - da sprechende Bilder für sich!
30 km östlich von Marrakesch: Frühstück um 5:30 Uhr
für Ballonfahrer
Der Ballon ist abflugfertig
Zwölf Touristen und ein Pilot im Ballonkorb
Die schöne Haarpracht ist weg
Jetzt geht’s René an die Gurgel
Plastikflaschen Sammler auf dem Moped
Hier sind die Esel "zu Hause"
und René hat wieder einen neuen Hut, den anderen hat er verloren
Mit diesem Rad möchten wir nicht nach Deutschland radeln
Verzierte Eingangsportale (siehe Fotos, oben und unten)
Mobile Tankstelle und Werkstatt für Mopeds
Katzenversorger René
Freitag, 12. April 2024
Marrakesch: Besuch des Platzes Jemaa el Fna (Platz der Geköpften)
Das liest sich/ hört sich furchtbar an! Dabei ist diese Todesstrafe noch im einigen Ländern vorhanden, wird aber nur noch in Saudi-Arabien praktiziert!
Heute ist es der berühmteste Platz in Marokko, gehört zum immateriellen Kulturerbe.
Es ist eine Ansammlung der verschiedensten Genres: Gaukler wie Tänzer, Artisten, Musiker, Schlangenbeschwörer etc., Händler mit kunsthandwerklichen Produkten aus Leder, Textil, Keramik (wunderschöne Teller und Schüsseln passen nicht mehr ins Radgepäck) , Gewürze und Tees, Naturheilmittel und Vieles mehr! Viele Frauen lassen sich Henna-Tatoos auf die Hände und Arme malen.
Wir schauen uns das bunte Treiben von einer Restaurant - Terrasse bei einem Getränk an.
Kaum hat René Schlangenbeschwörer fotografiert, hat er auch schon eine Schlange um den Hals!
Das ist nicht wirklich schlimm, außer für den Geldbeutel! Bei jedem Foto und Video wird man zur Kasse gebeten, oft sehr unverschämt!
Auch wenn wir Hunger haben, so lassen wir uns nicht von den preiswerten Angeboten der Garküchen verführen. Gerne hätte René von dem Nationalgericht "kleine Schnecken im Sud"probiert - sie scheinen zu schmecken, jedenfalls probehalber einer Touristin!
Da wir aber am nächsten Tag ein tolles Programm haben, wollen wir uns nicht dem Risiko einer Darminfektion aussetzen!!!
So essen wir denn in einem der zahlreichen Restaurants auf dem Heimweg eine glühend heiße "Tajine" mit Huhn und Gemüse.
Enge Gassen in der Medina, mit vielen Menschen und Mopeds
Teekannen, Lampen und Teller vom Metallhandwerk
Früher Platz der Geköpften – heute mit Darbietungen ein Magnet für alle Touristen und Einheimische
Kaum 5 Minuten auf dem Platz, schon hat René eine Schlange um den Hals
Obststand
Pflegeprodukte en masse
Henna Tattoostand ohne Kundschaft
Flaschenangeln
Nüsse, Datteln und Feigenstand
Wir verlassen den berühmten Platz und treten
den Heimweg ins Quartier an
(Foto vom ARTE Marrakesch Film)
Donnerstag, 11. April 2024
Marrakesch: Besuch der Paläste Bahia und Badiá
Es ist doch schön, ein ordentliches Frühstück serviert zu bekommen, mit Pfannkuchen, Veggie-Frikadelle und Bratei etc.! So gestärkt machen wir uns auf den Weg in die Medina, zu Fuß...
guck mal, da steht ein Tuk-Tuk, den Spaß gönnen wir uns, bei der Hitze laufen wir noch lange genug!
Helmut verhandelt den Preis, 50 Dirham. Doch da stehen zwei Polizisten auf Motorrädern, der Fahrer wird kontrolliert wegen ???, doch auch wir müssen unsere Ausweise zeigen, die notiert werden. Nach drei Anläufen, zu Fuß unsere Tour fortzusetzen, werden wir "entlassen".
Den wunderschönen Palast Bahia finden wir ohne Probleme, durch Gassen mit verschiedensten Verkaufsständen, interessant sind die Gewürz- und Kräuterläden! Entgegen unserer Befürchtung geben sich die Verkäufer der Stände mit einem klaren "No" zufrieden und belästigen uns nicht, wie man so oft hört. Ganz interessant ist der Holzschnitzer, der Ornamente in Holzbalken schnitzt (Bild!) und den wir fotografieren durften.
Der Palast zeigt sich zu Recht als Touristenmagnet! Wir bestaunen die vielseitigen Ornamente in. den einzelnen Räumen, die kleinteilig geschnitzten und bemalten Deckengewölbe. Es gibt einen kleinen"Riad" (Innenhof) als Garten und einen großen als Platz mit kunstvollen Säulen. Hunderte von Arbeitern und Künstlern haben an diesem Bauwerk vom Ende des 19. Jhdts. gearbeitet. Gleichzeitig zeigt sich hier die Macht und der Reichtum der Sultane - wie bei uns in Europa! In diesem Palast sind auch Teile des Films "Laurence von Arabien" und andere gedreht worden.
Vor dem Eingang warten zweispännige Kutschen auf Touristen.
Es geht nach kurzer Pause weiter zu dem z.T. restaurierten Badia-Palast.
Von diesem Palast stehen nur noch die Grundfesten, zum großen Teil restauriert. Auf dem riesigen Gelände gibt es drei große Wasserbecken (50m?), eines mit niedrigem Wasserstand. Das ist wohl der Grund, weshalb sich auf den noch stehenden Mauern mehrere besetzte Storchennester befinden mit ca. fünf Störchen, aber nur ein Paar. Hoffentlich gibt es für alle genug zu fressen!
Der Palast ist im 16.Jhdt. erbaut worden und zum großen Teil mit Zuckerexporten bezahlt worden. Allerdings stand der Palast nur rund 100 Jahre und wurde dann von einem Aleviten-Sultan geplündert für seinen eigenen Palast. Es gibt kleine Videos von der Restaurierung, leider nur in arabischer Sprache, aber trotzdem interessant. Mittlerweile machen uns die Hitze und die langen Fußmärsche zu schaffen! Deshalb geht es mit einem Dacia- Taxi zurück "nach Hause". Wir decken uns mit Wasser ein - so viel trinken wir sonst nie!
Wir ruhen uns aus und schreiben an diesem Blog.
Für die Restaurants im Viertel sind wir um 21 Uhr zu spät, so kaufen wir Brot und Käse und lassen uns auf der Dachterrasse nieder. Hier treffen wir eine junge Dänin aus Arhus , deren Freund mit Magenproblemen im Zimmer geblieben ist, und tauschen uns über unsere Erlebnisse aus. Sie bringt uns dann auf eine ausgefallene Idee...doch dazu später mehr!
es geht weiter zum nächsten Palast ... durch den Souk der Gewürze
Wieder ein Frühstück auf der Dachterrasse, der bestellte Taxifahrer holt uns und eine Mitbewohnerin und unser Mini-Gepäck überpünktlich ab. Der Flughafen ist sehr übersichtlich, der Flug ziemlich ruhig trotz starker Winde. Es gibt auch beim Auschecken noch einmal eine Pass- und Sicherheitskontrolle, vielleicht will jemand eine nicht entdeckte Bombe ins Land schmuggeln? Ein Taxi müssen wir am Automaten vorbuchen und bezahlen.
Das Zimmer entspricht nicht ganz der Buchung, aber okay! Nach einer Pause (Helmut duscht, wir sind mitten im Hochsommer gelandet mit 35 Grad) machen wir uns auf den Weg zur Medina (Altstadt). Waren die Moped- und Rollerfahrer in Tanger schon heftig unterwegs (auch in den kleinen Gassen, auch trotz Verbots!), so ist es in Marrakesch noch extremer! Nach einer unschönen Erfahrung mit einem nicht gewünschten jungen Guide (dank Helmuts Konsequenz wurden wir ihn los) zogen wir durch die schmalen Straßen und Gassen. Wie in Tanger gibt es viele kleine Läden, aber wir werden nicht zum Kaufen ainimiert. Wir sehen viele teilweise eingestürzte und abgestützte Bauwerke als Folge des jüngsten großen Bebens. Nach einem erfrischenden leckeren Orangensaft finden wir ein Restaurant hoch oben im 3.? Stock jenseits von Lärm und Abgasen, dafür mit einem schönen Sonnenuntergang.
In dieser Stadt gibt es dreisprachige Hinweisschilder . In der Mitte die Berbersprache Amazigh
Das war doch eine gute Idee! Nach einem kleinen Frühstück auf der sonnigen Dachterrasse (Kaffee und Tee stehen kostenlos bereit!) müssen wir wieder umziehen, da wir ungeplant einen Tag länger in Tanger bleiben - kein Problem, doch es sind nur noch zwei Plätze im 4Bett-Zimmer frei (Jugendherberge lässt grüßen!), leider werden wir davon nicht jünger!
Wir beschließen, an der Küste Richtung Westen und Atlantik zum Cap Spartel mit dem berühmten Leuchtturm zu fahren, ca.15 km. Wir schieben uns durch die Altstadt und radeln vorsichtig durch die Außenbezirke, dann auf einer kleinen Straße, die links und rechts von hohen Mauern begrenzt wird. Alle paar 100m ist ein Wachhäuschen mit einem Soldaten. Gegen wen halten die hier Wache? Überhaupt begegnen wir vielen polizeilichen Sttraßenkontrollen.
Wir fahren ein Stück zurück, auf die normale gute Landstraße. Es geht ewig bergab, wir müssen viel bremsen. Am Ziel erwartet uns ein großer gepflegter Freizeitpark, natürlich kann man wieder Andenken und Nippes kaufen. Wir steigen auf den Leuchtturm, oben empfängt uns nicht nur ein starker Wind, sondern auch ein grandioser Ausblick auf die Küste und das nicht weit entfernte Europa.
Unten im Gebäude gibt es eine geschichtliche und technische Ausstellung (Schlacht bei Trafalgar).
Nach einem Thé al Mente geht es wieder zur Stadt, bergauf, bergauf, bergauf und danach wieder bergab...
Den Abend beschließen wir in unserem "Stammrestaurant", natürlich wieder ein Ramadan-Menu, und beobachten das geschäftige Treiben zum Beginn des Zuckerfestes mit Luftballons und Landesflagge.
Da wir einen Tag später angekommen sind, dafür länger bleiben, mussten wir umziehen.
Am Tag vorher hatte "ein Freund des Hauses" mit Beziehung zum Bahnpersonal uns abgeraten, am Bahnhof Tickets nach Marrakesch zu kaufen, unendliche Schlangen am Schalter! Er würde uns Tickets besorgen!
Den Tag machten wir zu Fuß Besichtigungen, Moscheen,
eine jüdische Synagoge mit einer Ausstellung von alten Fotos (Winston Churchill, Onassis, die Callas etc.), eine englische Kirche im maurischen Stil mit einer interessanten Führung, viele alte Häuser und Bauwerke. Wir bewundern viele alte Türen, die mehr oder weniger gepflegt sind. Wir sehen viele Katzen; die meisten sind zutraulich, viele haben Junge. Sie werden oft gefüttert mit Trockenfutter, hauptsächlich jedoch mit den abgenagten Knochen vom vergangenen Festmahl.
Wieder im Hostel, wir wollen es uns mit einem Buch auf der Dachterrasse gemütlich machen, kommt der Manager mit der Nachricht: Alle Züge nach Marrakesch ausgebucht, auch kein Platz in einem Bus, auch nicht + - 1 Tag! Daran hätten wir denken können! Der Grund ist die Urlaubssaison nach dem Ramadan! Also gleich nach Europa mit den Rädern? Doch es gibt ja noch einen Flieger! Hier buchen wir Plätze bei Ryan Air. Also haben wir morgen noch einen Tag hier in Tanger und Zeit, die Region mit dem Rad zu erkunden ! Der Hinflug ist für den 10.4. und der Rückflug abends für den 14.4. gebucht - Glück gehabt!
St. Andrew Kirche mit Pflanzenvielfalt auf dem Friedhof
Maurischer Baustil in der Kirche: hier fanden früher gemischte Gottesdienste statt
Zum ersten Mal mit dem vollen Gepäck länger unterwegs! Komplett wiegt jedes Fahrrad knapp 50 kg, auch mit Unterstützung durch den E-Motor muss man da ganz schön treten!
Wir fahren an der Küste des Mittelmeeres entlang nach Westen, bei einer kleinen Pause zum Frühstücken macht sich René auf den Weg nach unten - das Wasser hat schon 16 Grad!, an der Luft ca. 21, es gibt einen ordentlichen Wellengang. Die Strecke ist sehr hügelig, wir sind an manchen Stellen froh, oben angekommen zu sein, dafür saust es sich schnell bergab.
Schon kündigt sich Tanger-City durch weiße Hochhausareale an. Wir können in der breiten Fußgängerzone am Meer entlang fahren auf Betonplatten, wir vermuten eine riesige unterirdische Parkanlage, gläserne Fahrstuhlkästen deuten darauf hin.
Bei dem "Palast der Künste und Kultur" sind wir begeistert von dem schönen Gebäude; dahinter branden große Wellen an die Felsenküste.
Jetzt geht es wieder mit den Autos auf die Straße, die meisten halten guten Abstand, so dass wir uns sicher fühlen. Bald kommen wir in die Medina, die Altstadt mit unendlich vielen verwinkelten Gassen. Hier müssen wir schieben, und Helmut findet schließlich in dem Labyrinth unsere Unterkunft. Unsere größte Sorge bis dahin: Wo lassen wir unsere Räder und das meiste Gepäck, schließlich haben wir entgegen unserer ursprünglichen Planung vor, mit der Bahn nach Marrakesch zu fahren statt mit dem Rad nach Casablanca.
Super! Unser überaus hilfsbereiter Manager der Unterkunft bietet uns Platz für die Stahlrösser im Eingangsbereich, und das auch für die ca. fünf Tage, die wir unterwegs sind. Besser hätten wir es gar nicht treffen können! Gepäck ins Zimmer bringen, und dann geht es in die Kasbah mit ihren vielseitigen Geschäften: Schuhe und Lederwaren, einheimische Kaftane und westliche Kleidung, Unterhosen von Calvin Klein, Unterhosen von xxx, Gold- und Silberschmuck, Abteilungen mit Fleischständen, Gemüse und Obst, Geschirr und Keramik usw. - wie früher auf dem Hamburger Fischmarkt. Dazwischen Cafés und Restaurants, wir nehmen einen Thé a la Menthe (Pfefferminztee mit frischen Blättern und süß) zu uns - lecker! Interessant, den verschiedenen Berufen wie Schneider, Schuster oder Bäcker, Tischler bei der Arbeit auf oft sehr alten Maschinen zuzusehen!
Noch interessanter: wie finden wir den Weg "nach Hause"?
Auch das klappt mit Helmuts Erfahrung mit Google maps und maps me !
Nach einer Ruhepause kommt dann der Hunger, und wir stürzen uns wieder ins Getümmel auf der Suche nach einem Restaurant, doch das ist recht schnell gefunden. Mit Ausblick auf das Treiben unten aus dem Fenster (es wird langsam dunkel, die Muslime dürfen endlich essen und trinken) bestellen wir das "Ramadan Menu" : Als Auftakt ein hartes Ei, süßes Gebäck und Datteln, dann eine Suppe mit Kichererbsen, eine Tajine mit Fleisch nach Wahl, Fruchtsaft (den wollte René gar nicht in Marokko trinken, weil...), Brot, Wasser und zum Abschluss eine Creme Brulee. Das alles zu einem moderaten Preis!
Das war doch ein erlebnisreicher Tag!, und wir konnten gut schlafen, auch wenn es wegen der zwei Stunden Zeitverschiebung noch früh war!
... noch sehen die Beiden frisch aus! Blick auf Alt-Tanger
... in der Medina müssen wir die Räder schieben
Mit dieser angenehmen Schiffsreise haben wir nicht gerechnet! In einigen Stunden werden wir Marokko erreichen, ohne Seekrankheit, dafür mit gutem Essen, freundlichem Personal und geräumiger Kabine.
Wir sind uns nicht sicher, ob wir heute mit unseren Rädern die Innenstadt von Tanger noch erreichen, da der Hafen 45 km von der Stadt entfernt liegt. Eventuell buchen wir ein Quartier in der Nähe der Anlegestelle.
Wir können auch nicht einschätzen, wie lange die Grenzformalitäten dauern werden. Wir lassen uns überraschen . Auch müssen wir prüfen, ob der Internetempfang in Nordafrika aktiviert werden kann, wie wir es geplant haben.
Wir sind pünktlich im internationalen Hafen von Tanger (Tanger Med) gelandet. Dort haben wir uns gleich eine Unterkunft besorgt und im benachbarten Restaurant eine leckere Tajin gegessen.
Besonders bemerkenswert ist, dass man sich den Einreisestempel für Marokko bereits auf dem Schiff holen konnte. Dadurch konnte jedes Fahrzeug und jeder Passagier schnell nach dem Anlegen die Fähre verlassen.
... und landen am nächsten Vormittag in Barcelona
... es gibt sogar einen Katzenraum auf dem Schiff !
... irgendwie vertreibt man sich die Zeit mit Blödsinn bei einer 55 stündigen Schiffsreise
Jetzt müssen wir nur noch die Räder im Laderaum wiederfinden.
Die letzten Tage kaum etwas getan ... und doch hungrig:
Heute müssen wir früh hoch! Um 9 Uhr, 4 Stunden vor Abfahrt, sollen wir da sein! Kein Problem, 8 Uhr geht es los, es sollen 20 Minuten Weg sein. Ist doch ganz schön kompliziert, die Fähre zu finden!
So sind wir erst kurz vor 10 an der Fähre, aber null Problemo, jetzt geht alles gaaanz langsam. Wir treffen den Radreisenden Alois, der hilfreich ist und viele Tipps parat hat. Wäre schön ihn wieder auf dem Riesenschiff zu treffen. Wir helfen einer älteren (wie wir) Italienerin mit ihrem Gepäck, die sich in Barcelona an den Augen operieren lässt, ein sehr netter Kontakt.
Und nun sollten wir um 13 Uhr los, es ist nach 15 Uhr... hoffentlich kommen wir in Tanger nicht allzu spät an. Die Ankunft soll am 6. April um 18:30 Uhr sein - es erwartet uns eine 55 stündige Reise mit dem Schiff.
Erste Station Mailand - wie gern hätten wir uns die imposante Stadt angeschaut! Im nächsten Zug nach Tortona, kennt ja jeder, nur wir nicht, und dann
16:15 Uhr Ankunft in Genua. Erstmal unser gebuchtes Zimmer aufsuchen und Gepäck abladen, dann einige Stunden nutzen, um uns die Stadt anzuschauen. Beim Radeln durch die Altstadt geht uns das Herz auf - sooo viele tolle alte Gebäude, z.T im Jugendstil !
Doch: Wo ist unser gebuchtes Zimmer im "Palazzo San Giorgio"? Die Straße, endlich gefunden -stimmt, die Nummer auch, doch wie kommen wir in unser Zimmer??? Helmut setzt seine ganze Erfahrung ein: Anrufe, Emails, Kontakt zu Booking.com -wir investieren mindestens 2 Stunden und müssen dann eine neue Unterkunft buchen in einem zu uns passenden Jugendhostel ohne Handtücher (zubuchbar), aber wir haben ja selbst welche dabei ...
Leider haben wir dann nicht mehr genug Zeit, um uns die hübsche Stadt anzusehen. Vielleicht ein anderes Mal. Großes Glück haben wir, dass wir die Räder in einer Garage einschließen können!
Jephee, wir haben es geschafft: Seit 11 Uhr haben wir eine geräumige Kabine an Bord der Fähre von Genua nach Marokko! Der Weg dahin war nicht einfach. Schon die Bahnfahrt von Hamburg nach München hat für René seine Tücken:
Etliche Male erhält René den Hinweis, dass seine im Februar gebuchte Bahnfahrt so nicht stattfinden kann . Dreimal war er im Reisezentrum am Hauptbahnhof in Hamburg, um das zu klären, dann hat es doch geklappt: Ein ganzes Abteil für sein Fahrrad im Ersatzzug.
Am 2. April ging es dann von München mit dem Zug nach Verona, wo man sich mit den schweren Rädern und Gepäck die Waggonstufen hochquälen muß. Eine spannende Frage geht uns durch den Kopf: bekommen wir in Verona am nächsten Tag einen Zug nach Genua? Wir konnten nichts vorbuchen.
Jaaa, drei Regionalzüge, also 2x umsteigen! Aber erstmal das schöne Verona anschauen, die Innenstadt mit den hübschen Gebäuden und Palästen, einen tollen Überblick über Stadt und Fluß Etsch vom Castel San Pietro! Froh waren wir über die elektrische Unterstützung beim Erklimmen der Höhe mit unseren Rädern! Am Abend die erste Pizza in der Altstadt beim Sonnenuntergang.
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